Katharine Hamnett: Öko-Mode darf man nicht erkennen

Modedesignerin Katharine Hammett glaubt, dass die normale Kundin nicht will, dass ihre Kleidung so aussieht, als ob sie nachhaltig sei

Katherine Hammett, 66, glaubt, dass man Kunden an der Nase herumführen muss, damit sie nachhaltige Mode kaufen.

Die Designerin ist für ihren Aktivismus und ihre politischen Slogan-Shirts bekannt, die von Models wie Pixie Geldof, 23,, Lily Cole, 26, und Jodie Kitt, 35, getragen werden. Aber die Britin weiß, wie man die Sachen an die Frau bringt: "Niemand kauft Kleidung aus Mitleid", berichtete Katherine Hammett der britischen Zeitung "The Telegraph". "Die Leute kaufen die Sachen, die sie tragen wollen. Die Sachen dürfen nicht nachhaltig aussehen - Nachhaltigkeit muss man in der Mode verstecken."

Es gibt trotzdem immer mehr junge Designer, die auf Öko-Mode setzen, wie ein Londoner Workshop, an dem Hammett teilnahm, zeigte. Die junge Designerin Chloé Wright nutzte zum Beispiel für ihren Mantel recycelten Sofabezug, den sie mit einem Seidenfutter aufpeppte. Die Mode-Studentin hat sich dabei Stella McCartney, 42, zum Vorbild genommen, die sich sehr für Öko-Mode einsetzt. "Was ich an Stella mag, ist die Tatsache, dass ihre Mode nachhaltig ist, sie aber ihre Ideen über Tierschutz nicht herumschreit. Sie sagt nur, dass es die Norm sein sollte und ich mag das. Dass man es einfach macht."

McCartney ist überzeugte Vegetarierin und Tierschützerin - sie nutzt deshalb auch kein Leder für ihre Kreationen und wünscht sich, dass ihre Kollegen ähnlich verfahren würden: "Sobald man einen Fuß in einen Luxusladen setzt, wird man einer Gehirnwäsche unterzogen. Man sieht ein paar halbleere Kleiderständer und dann gibt es nur noch Ledertaschen. Die meisten Modehäuser verkaufen kaum noch Kleidung. Sie überleben wegen ihrer Accessoires. Wussten Sie, dass jedes Jahr 50 Millionen Tiere für die Leder- und Pelzindustrie getötet werden? Das ist falsch", klagte die Kollegin von Katherine Hammett vor Kurzem in einem Interview mit "Stern".

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