Karl Lagerfeld Kleidung sollte nicht in den Ruin führen

Karl Lagerfeld
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Obwohl Modezar Karl Lagerfeld für teure Labels arbeitet, denkt er, dass die Kunden auch in der Lage sein sollten, sich neue Kleidung zu kaufen, ohne im finanziellen Ruin zu enden

Karl Lagerfeld, 80, glaubt, dass Eleganz eine Einstellung ist und dass der Kontostand damit nicht viel zu tun hat.

Der Designer ist der Kreativchef von Chanel sowie Fendi und betreibt auch noch sein eigenes, gleichnamiges Label. Doch trotz der Arbeit für Luxus-Unternehmen glaubt der Modeschöpfer, dass es viel wichtiger ist, wie sich die Menschen präsentieren. Wie viel die Kleidung gekostet hat, sei nebensächlich. "Die Unterwäsche, die ich trage, ist nicht aus purem Gold", lächelte er gegenüber dem britischen "Time Out"-Magazin. "Die Leute tragen, was sie lieben und was sie sich leisten können. Es gibt Bauern in Äthiopien, die reicher als reiche Frauen sind. Eleganz ist eine Einstellung. Ich nehme mich selbst nicht sehr ernst. Es ist lustig." Für sein eigenes Label gelten überhaupt andere Maßstäbe als bei der französischen Edelmarke. "Mein Geschäftspartner wollte, dass [die Marke] Karl Lagerfeld denselben Preis wie Chanel hat. Aber ich sagte nein. Die Leute sollten in der Lage sein, sich Mode zu kaufen, ohne sich zu ruinieren."

Lagerfeld ist für seine hohen Hemdkragen und seinen Pferdeschwanz bekannt und trägt in der Öffentlichkeit stets Sonnenbrillen - dadurch fällt er aber auch auf. "Wissen Sie, dass sie jetzt sogar eine Barbie gemacht haben, die wie ich gekleidet ist? Nicht Ken, sondern Barbie ist wie ich angezogen. Es ist ein großes Kompliment. Ich denke, ich sehe sehr normal aus", befand der Fashion-Star. Durch seinen prägnanten Look werde er in Paris aber auch von zahlreichen Fans belagert. "[Bewunderer] folgen mir sogar in meinen Lieblings-Bücherladen." Daher sei sein Beruf kein Zuckerschlecken. "Dieser Job ist für Krieger. Er ist nicht für romantische Softies gemacht. Man kann nicht den Job und das Geld nehmen und das Opfer spielen. Ich hasse dieses Wort [Workaholic]. Arbeit bedeutet, dass man einen langweiligen Job hat, um die Miete zu bezahlen."

Zwar ist Karl Lagerfeld nicht mehr der Jüngste, doch hat er kein Interesse, seinen Beruf an den Nagel zu hängen und in Rente zu gehen. Er feierte 1955 seinen Durchbruch, als er den Preis des Internationalen Wollsekretariats gewann, danach ging seine Karriere - auf die er jetzt nicht mehr verzichten will - steil bergauf. "Nein! Die Leute würden liebend gerne meine tollen Jobs bekommen. Aber wofür? Ich bin nicht müde, ich muss nicht in Rente gehen", beharrte Karl Lagerfeld, als er auf ein Karriere-Ende angesprochen wurde.

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