John Rocha: Bye bye, London!

Das Modelabel John Rocha bestätigte, dass es keine Kollektion mehr für die Londoner Fashion Week kreieren werde

John Rocha, 60, tritt von der London Fashion Week zurück.

Der Designer präsentierte seit 1985 seine Kreationen bei der Modenschau, die zweimal im Jahr stattfindet. Obwohl er seine Zeit bei der Institution genoss, führe er seine Arbeit nicht fort und beharrte darauf, dass dies nun die richtige Zeit ist, um vom Laufsteg Abschied zu nehmen. Sein Label wird künftig aufhören, Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Linien zu produzieren - ganz schließen werde das Modehaus seine Türen aber nicht. "Es war für mich eine unglaubliche Reise, für die ich wahrhaft dankbar bin, dankbar für die Möglichkeiten, meine Vision zu präsentieren und meinen Träumen zu folgen", äußerte sich der Modeschöpfer in einer offiziellen Stellungnahme. "Doch jetzt ist es für mich Zeit, neue Herausforderungen auszuloten. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dass ich ab September keine Kollektion mehr bei der Londoner Fashion Week präsentiere und dass, obwohl ich so glücklich mit der Reaktion auf meine Herbst/Winter-Linie 2014 bin, die traurigerweise meine Letzte sein wird."

John Rocha sprach mit der britischen "Vogue" weiter über seine Entscheidung und erklärte, dass er das Gefühl habe, dass er in den vergangenen Wochen seine besten Kreationen geschaffen hätte. Darauf sei er stolz, aber es bedeute auch, dass er sich nicht mehr steigern könne. Der Mode-Nachwuchs lasse schließlich nicht auf sich warten. "Die letzten paar Jahre konnte ich viele talentierte Leute und Designer kommen sehen und so viel junges Talent, man muss so viel härter arbeiten und ich werde das nicht so lange tun, bis ich sterbe", stellte der Altmeister klar.

Der Designer wird aber weiterhin an seiner Brillen-Linie arbeiten sowie an den Kollektionen, die er für die britische Kaufhauskette Debenhams entwirft.

"Die Leute fragen mich "Warum?" Ich möchte mehr mit meiner Zeit anfangen. Ich verließ Hong Kong 1971 und ging nie zurück und verbrachte das chinesische Neujahr mit meiner Familie, weil es immer im Februar während der Shows ist", klagte er. Auch Freizeit sei zu kurz gekommen. "In 40 Jahren habe ich nie mehr als zehn Tage Urlaub am Stück genommen. In diesem Punkt in meinem Leben möchte ich nach dem normalen Kalender und nicht dem "Fashion Week"-Kalender leben. Dies zu stoppen erlaubt mir, genau das zu tun. Es ist keine Entscheidung, die ich von einem Tag auf den anderen getroffen habe."

Rocha kann auf viele Karriere-Highlights zurückblicken, inklusive den Preis als Designer des Jahres, den er 1993 bei den British Fashion Awards einheimste. Der Modemacher war immer sehr stolz darauf, dass er in jeden Aspekt der Produktion involviert war und kennt jedes einzelne Stück seiner Kollektionen wie seine Westentasche. Deshalb sollte ihn seiner Meinung nach auch niemand ersetzen, weshalb er keinen neuen Kreativchef eingestellt hat.

Schließlich arbeitet John Rocha auch noch weiterhin - in seinem Tempo und zu seinen Bedingungen.

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