John Galliano: Erster Auftritt im französischen TV

Modemacher John Galliano hat sich nach seinem Skandal im Jahr 2011 erstmals wieder ins französische Fernsehen getraut

John Galliano, 53, weiß, dass sein Image unwiderruflich geschädigt ist.

Der in Gibraltar geborene Designer sorgte 2011 für Furore, als er in Paris sichtlich betrunken und vor laufender Kamera antisemitische Kommentare von sich gab. Anschließend wurde der damalige Kreativchef von Christian Dior von seinem Label entlassen und musste sich vor Gericht verantworten. Dort enthüllte Galliano, mit einer Medikamenten- und Alkoholsucht zu kämpfen.

Inzwischen schwört der Modeschöpfer, sein Leben wieder im Griff zu haben, was er nun auch in seinem ersten TV-Interview seit dem Vorfall vor drei Jahren beteuerte. Dem französischen Sender "Canal Plus" sagte er zu Gast in der Show "Le Supplément": "Ich wäre jetzt tot, [wenn das nicht passiert wäre]. Ich war völlig am Boden. Das Positive daran: Danach gibt es nur eine Richtung - und zwar nach oben! Man kann gar nicht tiefer sinken." Gegenüber Maïtena Biraben, der Moderatorin der Sendung, betonte Galliano außerdem, weder ein Antisemit noch Rassist zu sein. Stattdessen seien seine damaligen Aussagen ein "Abwehrmechanismus" gewesen: "Ich kann nicht jeden davon überzeugen und ich weiß, dass nicht jeder mir verzeihen wird. Ich weiß das. Ich habe Schritte auf die Menschen zu gemacht, die ich verletzt habe, um mich zu entschuldigen. Das ist Teil meiner Genesung", berichtete der Modemacher.

Einige Leute in der Modewelt halfen John Galliano, wieder Fuß als Designer zu fassen, doch mit einer Person konnte er sich noch immer nicht wirklich gut stellen. So hofft der einstige Star der Fashion-Industrie, wieder die Gunst von Bernard Arnault, 65, - dem Leiter des Luxusgüter-Konzerns LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) - gewinnen zu können. "Ich hoffe, ihn eines Tages besuchen und ihm erklären zu können, was passiert ist", seufzte Galliano, der inzwischen Kreativchef des russischen Parfüm-Labels L'Etoile ist. Der Zukunft blickt er dennoch positiv entgegen - schließlich könne es nun bergauf für ihn gehen. "Ich hatte alles und war trotzdem nicht glücklich. Jetzt bin ich glücklich", schwärmte John Galliano. "Obwohl ich viel verloren habe, habe ich auch viel gewonnen. Ich bin am Leben. Ich bin in der Lage, an mir selbst zu arbeiten und wenn ich irgendwann in die Industrie zurückkehre, dann weiß ich, dass sich die Industrie nicht geändert hat ... aber mein Verständnis von ihr."

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