Franca Sozzani Galliano verdient eine zweite Chance

Franca Sozzani
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'Vogue'-Chefin Franca Sozzani findet, dass John Galliano einen "sehr hohen Preis" für seine Handlungen gezahlt hat.

Franca Sozzani (63) ist der Meinung, dass John Galliano (52) für seine Schuld gebüßt hat und jetzt wieder rehabilitiert werden sollte.

Die legendäre italienische 'Vogue'-Chefin zählte zu den wenigen, die dem in Ungnade gefallenen Modemacher nach seinem Skandal gegenüber loyal blieb. Seine Entlassung bei Christian Dior befürwortete sie, dennoch ist sie der Meinung, dass es an der Zeit sei, ihm zu vergeben: "Ich denke, dass er einen sehr hohen Preis gezahlt hat. Ich unterstütze ihn jetzt, ehrlich gesagt. Ich finde, dass jeder von uns eine zweite Chance im Leben verdient hat. Er hat eindeutig etwas sehr Schreckliches gesagt, etwas, das man nicht verzeihen kann, aber wir können ihn ja nicht umbringen", erklärte sie im Interview mit der britischen Zeitung 'The Telegraph'.

Die Modeikone gilt als Visionärin der Fashionindustrie und während ihrer 25 Jahre als Chefin der italienischen Modebibel machte sie ihre unverblümten Ansichten stets in der Öffentlichkeit klar. Im Oktober des letzten Jahres kritisierte sie die Modenschauen, bezeichnete sie als "langweilig" und nannte Fashion "lächerlich". "Es ist nicht so, dass Fashion selbst lächerlich ist. Es sind die Leute in der Industrie, die lächerlich sind. Wenn man sich die erste Reihe anschaut . nur bei den Shows sieht man diese Leute. Sie wollen schön sein, während andere Frauen ausgehen und ihr Leben genießen, aber sie wollen nicht lächerlich sein", erklärte sie. "Kein Mann will eine lächerliche Frau. Das ist nur das Mode-Publikum. Sie kleiden sich so, damit die Blogger und Fotografen über sie schreiben und sie ablichten. Es wurde zur Mode, skandalös zu sein."

Vor zwei Jahren startete Sozzani einen Blog, indem sie ihren Lesern ihre täglichen Gedanken über das Leben mitteilt. Ihn ihren aktuellsten Kommentaren sprach sie über Träume und Wünsche, die ihrer Meinung nach nicht ambitioniert genug sein können: "Ich kann nicht ohne Träume leben. Wenn man einen großen Traum hat, dann kann man ihn auch verwirklichen. Man muss also auf einem hohen Level träumen. Martin Luther King sagte, dass seine Kinder eines Tages für ihren Charakter und ihr Wissen geschätzt werden würden, nicht wegen ihrer Hautfarbe. Vierzig Jahre später haben wir einen schwarzen Präsidenten. Man muss sich große Dinge wünschen und dafür kämpfen. Die Träume sollten riesig sein. Man kann natürlich von einer Tasche träumen, aber das ist ein ziemlich kleiner Traum", sinnierte Franca Sozzani.

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