Anna Wintour: Tipps für eine Designkarriere

Modeexpertin Anna Wintour findet es nicht notwendig, viel Geld für Modenschauen auszugeben

Anna Wintour, 64, hatte einige Ratschläge für den Einstieg von Design-Studenten ins Berufsleben parat.

Die Chefredakteurin der US-amerikanischen "Vogue" zählt wohl zu den einflussreichsten Frauen der Modebranche und sprach in einem Interview mit der britischen Journalistin Suzy Menkes, 70, über ihr Fachgebiet. Vor einer Gruppe von Studenten des Londoner "Central Saint Martins"-College erklärte Wintour, was die Voraussetzungen für eine Karriere in der Fashionwelt seien. Ihrer Meinung nach machen viele Nachwuchsdesigner Fehler nach ihrem Abschluss: "Bitte hört auf mich: Eine interessante, kreative Präsentation ist ebenso effektiv wie eine Modenschau. Ich sehe Leute, die hunderttausende von Dollar für Modenschauen ausgeben; das ist einfach nicht nötig. Eine Präsentation gibt uns allen die Möglichkeit, euch kennenzulernen, eher, als irgendwo in einem dunklen Raum zu sitzen und auf den Anfang zu warten; dann hat man keine Zeit, sich zu begrüßen und rennt zur nächsten Show", wurde sie von "1granary.com" zitiert.

Außerdem stellte sie in Frage, dass viele Absolventen in Großbritannien direkt nach ihrem Abschluss ihr eigenes Label gründen. Ihrer Meinung nach sei das US-Modell, bei dem Nachwuchsdesigner erst einmal bei einem renommierten Modehaus arbeiten, sinnvoller. Außerdem riet sie denjenigen, die es dennoch allein versuchen wollen, sich einen Geschäftspartner zu suchen. So können sie sich auf die kreative Seite ihrer Arbeit konzentrieren und das Finanzielle jemand anderem überlassen.

Weiterhin empfahl der Modestar, sich Zeit zu nehmen, um das Segment der Industrie zu finden, in dem man tätig sein wolle. "Heutzutage muss man interagieren. Man kann keine komplizierte und schüchterne Person sein, die nicht in der Lage ist, jemandem ins Gesicht zu blicken: Man muss sich selbst präsentieren. Man muss wissen, wie man über seine Vision spricht, seinen Fokus und seine Überzeugungen. Wenn man selbst nicht leidenschaftlich über sich selbst sprechen kann, wie soll das dann das Publikum tun?"

Auch wenn das Angebot der zahlreichen Kollektionen auf dem Markt vielfältig sei, werde das meiste Geld mit den Resort- und Pre-Herbstlinien gemacht. Nachwuchsdesigner sollten sich auf diesen Bereich konzentrieren, wenn sie ein profitables Label gründen wollen. Weiter warnte sie, dass man sich das Einkleiden von Stars erst verdienen müsse. Dennoch sei es natürlich einen Versuch wert: "Es ist eine Tatsache, dass die Promis dafür bezahlt werden, etwas zu tragen, und das wirkt auf mich oft sehr fabriziert und nicht individuell. Kürzlich war ich bei den Tony Awards in New York und, mein Gott, sie brauchen wirklich Hilfe. Es war eine Katastrophe. Es gibt also Möglichkeiten, aber rechnet nicht sofort mit den Oscars. Sie haben all diese Leute, die ihnen sagen, was sie tun sollen, was sie tragen sollen, wie sie ihre Haare frisieren und ihr Make-up machen sollen. Sie haben so viel Angst vor Kritik, wohingegen doch nichts falsch daran ist, anders auszusehen, oder?", sinnierte Anna Wintour.

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