Alber Elbaz: Mode braucht Mängel

Lanvin-Chefdesigner Alber Elbaz kann einem perfekten Look nichts abgewinnen und hält es für wichtig, dass ein Outfit auch Fehler aufweist

Alber Elbaz, 53, findet es wichtig, Fehler zu machen.

Der israelische Modedesigner machte sich durch seine Arbeit bei Yves Saint Laurent einen Namen in der Fashion-Branche und ist seit 2001 Chefdesigner beim französischen Modehaus Lanvin.

Besonders bekannt ist er für seine Kreationen, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen - damit sprengte er in der Modewelt Grenzen und findet es klasse, die Dinge etwas aufzupeppen. "Für mich ist die Perfektion das Ende: Man spricht immer darüber, dass Menschen perfekt sind, wenn sie tot sind", erklärte er seine Einstellung gegenüber "harpersbazaar.com" und ergänzte: "Als ich zu Saint Laurent ging, war alles total perfekt, alles was ich wollte, war, es ein bisschen unvollkommen zu machen. Ich steckte die falschen Mädchen in die falschen Schuhe, die falschen Looks und das falsche Styling. Ich glaube nicht an Perfektion; ich glaube daran, Fehler zu machen."

Mit seinem Beruf ist Alber völlig ausgefüllt und bereitet sich momentan auf die Fashion Week in Paris vor, die Ende nächsten Monat stattfinden wird. Zwar gibt es während der Arbeit ein paar kleinere Pausen, doch mag es der Modeschöpfer am liebsten, wenn er beschäftigt ist. "Ich hatte schon immer Angst vor Leerlauf; ich bin ein Workaholic. Vielleicht weiß ich eines Tages, wie ich diese Momente des Nichts auch genießen kann", sinnierte er. Doch sein Arbeitseifer bedeute nicht, dass er ein knallharter Geschäftsmann ohne Herz sei. "Nein, ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Alles berührt mich; jedes Wort kann mich irgendwohin tragen. Ich kann nicht das tun, was ich tue, und dabei eine Eiskönigin sein."

Weiter sprach er darüber, wie er seinen Kaffee gerne trinke - ganz schwarz - und schloss Parallelen zwischen dem Heißgetränk und dem Leben. "Ich sagte einmal, dass nicht alles im Leben ein Instant-Produkt [wie Kaffee] sei. Jeder befindet sich in so einer Eile. Wir machen vor unserer Show in Paris immer eine kleine Probe, aber das letzte Mal war alles schon fünf Minuten später auf Instagram. Es war der Freund von einem der Models. Wir fragten ihn, wieso er das gemacht habe. Aber er verstand die Tragödie dahinter nicht. Es ist nicht so, als wären wir das FBI oder die CIA, aber es gibt Dinge, die mehr Zeit verdienen. Es ist dasselbe, wie wenn Leute in einem Restaurant sitzen und ein Bild ihres Essens posten, bevor sie es essen", veranschaulichte Alber Elbaz.

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