Alber Elbaz: Luxus braucht Humor

Designer Alber Elbaz forderte die Leute auf, über Luxus zu lachen.

Alber Elbaz kann es nicht leiden, wenn Luxus zu ernst genommen wird.

Der Lanvin-Designer feierte kürzlich in Hongkong die Eröffnung eines Flagship-Stores des Modehauses. Die Gäste labten sich im 75. Stock eines Bürogebäudes an einem exquisiten Abendessen und fruchtigen Cocktails. Elbaz selbst half bei der Organisation der Feier und fügte einige witzige Dekorationen hinzu: Über jedem Gast hing an einer Schnur ein Hut, außerdem schrieb der Modemacher kleine Notizen auf die Tischdecke. "Komischerweise fürchten sich die Leute vor etwas Humor in diesem ganzen Luxus. Wir haben das Gefühl, wenn wir so viel Geld ausgeben, dass wir lieber seriös wirken sollten. Aber ich sage immer, wenn man so viel Geld ausgibt, dann sollte man lieber darüber lachen", kicherte er im Interview mit 'WWD'.

Der Star ist bemüht, immer auf dem neuesten Stand zu sein, was seine Kollektionen angeht. Seiner Meinung nach unterliegt die Modeindustrie einer konstanten Veränderung und diejenigen, die das nicht erkennen, werden schnell ihre Popularität verlieren. "Ich denke, die Tage, an denen ein Designer eine Kollektion mit einer einzigen Idee machen konnte, sind vorbei. Man will das gleiche Kleid nicht noch einmal sehen, weil man das Kleid kennt und weiß, aus welcher Saison es ist und all deine Freundinnen haben es auch. Für mich war es die Idee, französische Couture zu machen, aber auf eine industrielle Art und Weise. Wenn ich also ein Kleid mache, mache ich nicht hundert davon. Es ist ähnlich wie bei einem Unikat. Ich denke, dass Luxus an einem Wendepunkt ist. Für mich ist Luxus authentisch. Er muss besonders und einzigartig sein. In dem Moment, in dem jeder es hat, ist es nicht mehr Luxus. Es mag teuer sein, aber kein Luxus. Deshalb muss es etwas ganz Besonderes sein, um wirklich luxuriös zu sein", erklärte er.

Lanvin besitzt Geschäfte auf der ganzen Welt und seitdem Elbaz 2001 als Chefdesigner für das Label einstieg, hat sich sein Erfolg weiter vermehrt. Der Designer versicherte, dass alle Boutiquen ähnlich seien, egal in welchem Land sie sich befinden. Allerdings fürchtet er um den Verlust des Gemütlichkeitsfaktors, der mit der Expansion der Marke einhergeht: "Das ist eines der schwierigsten Dinge, so, als ob man ein Teenager wäre. Was kann man tun, um sich seinen Traum zu bewahren und dennoch vorwärts zu gehen", sinnierte Alber Elbaz.

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