Alber Elbaz: Ich bin allergisch auf coole Leute 

Designer Alber Elbaz verabscheut nichts mehr, als "coole" Leute. 

Alber Elbaz ist der Meinung, dass man sich selbst nicht zu ernst  nehmen sollte. 

Der Lanvin-Designer zählt zu den sympathischsten Stars der Modeindustrie, weil er nicht davor zurückschreckt, auch mal einen Witz auf die eigenen Kosten zu reißen. In einem Interview verriet er, dass er erstaunt sei, es bis ganz nach oben in der Modenbranche geschafft zu haben. "Ich hasse coole Leute. Ich bin allergisch gegen coole Leute. Wenn wir denken, dass wir fabelhaft sind, dann ist das der Anfang vom Ende. Ich denke immer, dass ich nicht wirklich gut in dem bin, was ich mache. Ich bin auch nicht sehr schön, aber genau das ist vielleicht meine Motivation. Ich bin immer auf der Suche nach Schönheit. Authentisch zu sein, ist für mich das wichtigste. Erfolg ist wie Parfüm: Man darf es riechen, aber es ja nie trinken", erzählte er Glenda Bailey von 'Harper's Bazaar' lachend. 

Weiterhin plauderte der Modestar über seine Inspirationsquellen und gestand, dass er beim Genießen eines kulinarischen Highlights oft die besten Ideen habe: "Ich esse so gern. Ich bin fett, aber das ist mir egal. Jedes Mal, wenn ich eine Idee habe, bin ich gerade in der Küche. Ich bin oft in der Küche", schmunzelte er. 

Alber Elbaz startete seine Karriere bei Geoffrey Beene und Guy Laroche und im Jahr 1998 engagierte ihn das französische Modehaus Yves Saint Laurent. Der berühmte Designer war damals auf der Suche nach einem Modemacher, weil er sich von seinen Ready-to-wear-Kollektionen zurückziehen wollte. Elbaz kann sich jetzt noch lebhaft daran erinnern, wie nervös er am Anfang in der Firma war. Er fühlte sich nicht zugehörig und ließ sich vom Taxi stets in weiter Entfernung absetzen, um nicht zufällig auf Saint Laurent zu treffen: "Ich fühlte mich wie der Schwiegersohn, den jeder mag, aber irgendwie doch nicht. Ich denke, ich kam viel zu schnell dorthin. Als ich rausgeschmissen wurde, fühlte ich mich wie ein Witwer."

Ein weiteres Thema des Interviews waren die Veränderungen, die in den letzten Jahren in der Modeindustrie stattfanden. John Galliano (52) wagt ein vorsichtiges Comeback nach seiner Entlassung bei Christian Dior als Folge einer öffentlich Auseinandersetzung, während der der Designer antisemitische Pöbeleien von sich gab. Galliano verbrachte einige Zeit in einer Entziehungsklinik und arbeitete mit jüdischen Gemeinschaften, um sich zu rehabilitieren. Vor Kurzem half er dann Oscar de la Renta (80) bei den Vorbereitungen zur seiner Herbst/Wintershow 2013. "Es ist eine Schande, dass wir alle ein sehr schlechtes Gedächtnis haben. Alles, was ich zu diesem Thema sagen will, ist, dass die Bibel - und ich bin kein religiöser Typ, egal ob das jetzt Islam, Judentum oder Christentum ist - Vergebung predigt. Deshalb hoffe ich, dass ihm die Welt vergibt", sagte der israelische Designer. 

Die Make-up-Linie von Lanvin, die in Kooperation mit Lancôme entstand, kommt noch in diesem Jahr auf den Markt und der Modeschöpfer freut sich schon auf die Reaktion seiner Fans. Dieser Schritt entstand als Ergebnis seines Wunsches nach einer neuen Herausforderungen und der Design-Prozess sei im nicht sehr schwer gefallen. Abschließend scherzte er noch, dass man "bescheuert" sein müsse, wenn man in der Modebranche arbeitet und lobte eine seiner neuen Lieblingsdesignerinnen - Victoria Beckham (38): "Ich habe zu ihr gesagt 'Victoria, wenn du Kleider machen kannst, dann kann ich singen.' Aber ich finde sie großartig. Ich denke, sie ist fantastisch!", kicherte Alber Elbaz. 

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