Zahia Dehar: Sex sells!

Vom Edel-Callgirl zur Top-Designerin: Zahia Dehar will mit ihren Dessous- Kollektionen die ganze Welt beglücken

Tout Paris schwärmt von ihren Lingerie-Entwürfen,

die "Love" oder "Cake And Candy" heißen. Auch in Italien und Spanien gilt Zahia Dehar schon als Star - nun will die Algerierin die ganze Welt mit ihren Luxus schlüpfern beglücken.

Hailey Bieber

Sie zeigt ihr Brautkleid von Virgil Abloh

Hailey Bieber
Hailey Bieber zeigt sich ganz in weiß
©Gala

Pop-up-Stores in London, Paris und Tokio sind in Planung. In den kommenden Monaten wird sie viel Zeit in New York und Los Angeles verbringen, um das für Herbst 2013 geplante US-Debüt ihrer Dessous-Kollektion vorzubereiten. Eine bemerkenswerte Karriere für eine Frau, die noch vor wenigen Jahren zahlungskräftige Herren als Edel-Escort beglückte. "Die Liebesnacht kostete bei mir 2000 Euro, ein Moment der Freude 500 Euro", sagt sie. 2009 räkelte sich Franck Ribéry, FC-Bayern-Star und Familienvater, mit ihr auf den Laken: Er ließ Zahia als Geschenk zu seinem 26. Geburtstag von Paris nach München einfliegen, traf sich mit ihr im Hotel. Ein Skandal: Zahia war damals erst 17! Als die Sache öffentlich wurde, versicherte Ribéry, er habe ihr wahres Alter nicht gekannt. Demnächst soll er sich vor Gericht verantworten - für den Kontakt zu minderjährigen Prostituierten droht das französische Gesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von bis zu 45000 Euro. Die Sex-Offensive könnte für Ribéry zum Eigentor werden.

Zahia Dehar dagegen nutzte den Medienrummel nach der Lotternacht, um sich als Starlet zu etablieren. Sie pimpte ihren Körper mit Schönheits-OPs auf und inszeniert sich seitdem als ein Mix aus Porno-Barbie und Manga-Figur. Dank üppiger Geldspritzen eines asiatischen Investmentfonds - hinter dem ehemalige Kunden stecken, wie man in Paris tuschelt - bastelte sie an ihren Dessous-Kollektionen und arbeitete fortan nebenbei als Model.

Salonfähig wurde Mademoiselle Anfang dieses Jahres durch Karl Lagerfeld: Er erklärte sie zu seiner Muse und fotografierte das Lookbook für ihr Designer-Debüt. "Sie ist faszinierend", schwärmte der Modezar, "und nichts an ihr ist vulgär! Ich könnte Zahia immer wieder fotografieren." Ihre ganz spezielle Aura erinnere ihn an die einflussreichen Mätressen der Mächtigen im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Lagerfelds Lob öffnete Zahia neue Türen: Es folgten Titelstorys, unter anderem in der italienischen "Vanity Fair" und dem spanischen "V Magazine", dann eine neue Kollektion, die sie im Sommer bei den Pariser Haute-Couture-Schauen präsentierte. Diesmal fotografierte Ellen von Unwerth das Lookbook.

Inzwischen stehen Star-Fotografen bei ihr Schlange, und Kinostars wie Vanessa Paradis oder Isabelle Adjani outen sich als Fan der zierlichen Wahl-Pariserin. Adjani plant sogar eine Doku über das bewegte Leben von Zahia Dehar, die nach eigenen Angaben das erste Mal mit Anfang 16 ihren Körper verkaufte. Einen Zuhälter habe sie nie gehabt, betont sie. Außerdem habe sie sich ihre Kunden immer selbst ausgesucht und somit die Zügel fest in der Hand gehabt. "Ich habe sehr früh bemerkt, dass die Kerle total auf mich abfahren. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum soll ich meine Anziehungskraft nicht zu Geld machen?"

Ihre Eltern, die sie streng muslimisch erzogen, ahnten nicht, welchem Gewerbe die Tochter nachging. Irgendwann beichtete ihnen Zahia alles - ein Schock! Bis heute ist das Verhältnis zerrüttet. "In Algerien braucht Zahia sich nicht mehr blicken zu lassen", sagt ihr Stiefvater. "Wir können nicht glauben, dass sie derartige Schande über sich und uns gebracht hat! Wir schämen uns sehr und haben sie verstoßen." Womöglich ändert die Familie ihre Meinung aber irgendwann. Denn wenn es weiter so gut läuft, dann ist die sündige Tochter bald eine internationale Marke. "Zahia - Künstlerin, Stylistin, Muse und bald Ikone", heißt es in aktuellen Presseerklärungen vollmundig.

Seitdem ein Gespräch mit einem französischen TV-Sender im PR-GAU endete, gibt das Ex-Callgirl allerdings nur noch sehr selten Interviews. "Zahia wirkte dort wie eine Frau frei von Intelligenz, sehr gestresst und verloren", analysiert der französische Medienexperte und Blogger Stéphane Larue gegenüber "Gala". "Seitdem bevorzugt sie es, als unnahbarer Star zu agieren, der sich von Zeit zu Zeit per Twitter äußert." Macht sie doch einmal eine Ausnahme, wie zuletzt für die Tageszeitung "Libération", inszeniert sie sich als scheues Reh: Sie spricht mit leiser Stimme und sucht Halt bei ihren Schoßhündchen. Ob es sie nicht störe, dass sie von vielen immer noch auf die Rolle des Sex-Objekts reduziert werde, fragt der Reporter. Zahia Dehar entgegnet ihm: "Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht so genau, wer oder was ich eigentlich bin. Das sollen andere Menschen beurteilen."

Und der anstehende Ribéry-Prozess? Da gibt sie sich betont gleichgültig: "Das sind weder gute noch schlechte Nachrichten. Zumal dieses Kapitel meines Lebens längst abgehakt ist."

Das spannendste Kapitel dagegen fängt jetzt erst richtig an.

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