So Sue: Die Gos und No-Gos der Business-Mode

Welche Kleidung ist für Businessmeetings geeignet, welche dagegen überhaupt nicht? GALA-Kolumnistin Sue Giers geht dem Problem auf den Grund

GALA-Kolumnistin Sue Giers

Letztens hatte ich einen Termin mit ungeahnten Einsichten. Es geht um Business-Mode, denn da kennt sich Gianna Possehl bestens aus. Sie berät Agenturen, Verlage und Unternehmen in Führungsfragen. Bei meinem Store Linette stehe ich oft vor überforderten Frauen, die sich nicht mehr sicher sind, was im Business ein Go oder No-Go ist. Denn auch wenn es allgemein etwas lockerer in der Geschäftswelt geworden ist, gibt es doch ganz klare Regeln, wie man sich in der Berufswelt zu kleiden hat.

"Bei Kleidung und Accessoires geht es um Zugehörigkeit und Akzeptanz und ein It-Piece ist nicht gleich bürotauglich", so die Expertin.

Herzogin Meghan

Beim Londoner "Fashion Award" überrascht sie alle

Herzogin Meghan 
Herzogin Meghan sorgt bei dem „Fashion Award“ in London für Jubelschreie, als sie der Designerin ihres Brautkleids einen Preis überreicht.
©Gala

Fashion-Looks

Der Style von Amal Clooney

What a Woman! Amal Clooney kann nicht nur Red Carpet, auch in ihrem Job als hochangesehene Menschenrechtsanwältin beweist sie Stilgespür. Das rote Ensemble stammt aus der Zac Posen Resort-Kollektion 2019, ist aus feinstem Crepe-Stoff gefertigt und trägt die schöne Farbbezeichnung "Cranberry".
Ganz in Weiß und mit Hut - so genießt Amal Clooney ihren Kurzurlaub in Venedig. Vor drei Jahren hat sie hier ihren George geheiratet - ebenfalls in einem komplett weißen Look und mit einer ähnlichen Kopfbedeckung. Da kommen Erinnerungen auf.
Das Kleid von Amal ist total schlicht geschnitten, wirkt durch den One-Shoulder-Cut jedoch äußerst raffiniert. Der Hut und die XXL-Sonnenbrille versprühen dazu den nötigen Glamour.
Bei der Farbwahl hält sich Amal Clooney an genau einen Ton. Mit Ausnahme ihres schwarzen Hutes ist alles komplett weiß.

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Was also sind die Regeln für ein perfektes Businessoutfit?

1. Bitte keine Verkleidung! Sie sollten sich in Ihren Sachen wohl und souverän fühlen – gleichzeitig bist du die Visitenkarte des Unternehmens.

2. Es muss nicht unbedingt schlicht sein,  sollte aber die Gedanken des Gegenübers nicht blockieren.

3. In gute Basics und Statement-Pieces investieren lohnt sich. Wenn man mit den Bossen am großen Tisch sitzen will, sollte man auch die richten Insignien dafür haben: Eine luxuriöse Uhr (meist sieben % Wertzuwachs) ist eine große Hilfe. Eine Vintage-Rolex zum Beispiel sichert Ihnen den Respekt vieler Männer. Auch neue und gepflegte Schuhe sind ein wichtiges Kriterium. Bitte keine abgelaufenen Absätze oder Schuhspitzen!

Sue Giers zeigt, wie der perfekte Business-Look funktioniert

4. Lieblingsthema Taschen: Weder die auffälligste It-Bag der Saison (seufz - leider) noch der runtergerockte Vintage-Klassiker sind hier gefragt, bitte auch keine Messenger Bag quer über die Schulter tragen, schließlich möchte man nicht mit dem Fahrradkurier verwechselt werden.

Folgende Styles sind im Business Bereich ein absolutes No-Go:

1.Die Strickjacke: Sie suggeriert "Ich bin harmlos", weil weich, kuschelig und nachgiebig. Besser ist ein Blazer, selbst wenn er aus Jersey oder Sweatshirt-Stoff ist. Das strahlt einfach per se Klarheit und Kompetenz aus.

2 .Bei Kleidern gilt: Nicht zu kurz und bitte keine floralen oder zu großen Prints, das erinnert eher an eine Litfaßsäule als ein ernstzunehmendes Gegenüber. Auch auf Rüschen und alles Mädchenhafte verzichten, lieber mit grafischen Prints punkten. Das wirkt sortiert und stark.

3. Cord und Samt mögen ja im Moment ganz hip sein, aber in einem klassischen Unternehmen hält man sie dann eher für die Erdkundelehrerin, als für die kompetente Kollegin.

4.  Bitte kein Rot am Arbeitsplatz! Das signalisiert Angriffslust – es sei denn, Sie wollen das bewusst und provokant einsetzen.

Wo kann man sich noch für Business-Outfits inspirieren lassen?

Bei JCrew – einer amerikanischen Modemarke mit super Styles - und Net-a-Porter gibt es kuratierte Shoppingmöglichkeiten für diesen Bereich.

Der Film „Chloé“ mit Julianne Moore oder die Serie „Suits“ inspiriert mit vielen tollen Outfitideen - lieber ein schickeres Outfit mit einem "dress down"-Element, als zu schluffig.

Business-Look

Hosenanzüge an der Frau

Weicher Flanell, cooler Look: grauer Anzug mit spitzem Revers und weiter Hose, von Riani. V-Ausschnitt-Pulli von Fred Perry. Streifenhemd von Ganni. Krawatte von H&M. Ringelsocken von Falke. Schnürschuhe von Paul Green
Oversize-Look: Doppelreiher mit überschnittenen Schultern, dazu eine Hose mit hoher Taille, von Musswessels. Rippen-T-Shirt und Collegeschuhe von H&M. Fliege von Hermès. Socken von Falke
Pünktchen im Anzug: schmaler Dreiteiler im Siebzigerjahre-Style, von Bottega Veneta. Lack-Budapester von Gabor
Anzug mit Schalkragen-Jackett und weiter Hose, von Marc Cain. Herrenhemd von Windsor. Zweifarbige Strickkrawatte mit Doppler-Effekt, von Hermès. Stiefeletten von Aquilano Rimondi

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Ich glaube, wenn man einige von Giannas Ratschlägen befolgt, hat man schon einen ganz guten Fahrplan für ein Business-Outfit. Wichtig ist, dass wir uns immer fragen sollten: "Was unterstreicht die Wirkung, die wir erzielen möchten, und was wertet sie ab?" Wenn wir das morgens beim Griff in den Kleiderschrank beherzigen, kann doch eigentlich nichts schief gehen, oder?

Stay tuned,

eure Sue

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