So Sue: St. Moritz - reich und schön und schrecklich teuer

Laufsteg Piste oder "Wedel mit den Scheinen": In ihrer wöchentlichen Kolumne erzählt uns Fashion-Expertin Sue Giers dieses Mal von einem sündhaft teuren Skiurlaub in St. Moritz

Sue "Skihase" Giers in St. Moritz

Ich war in St. Moritz unterwegs, um zu erkunden, was in dieser Saison fashionmäßig so en Vogue ist auf der Piste. Unter dem Motto "see you in St. Moritz – if you can afford it" war trotz privater Unterkunft vollkommen klar, dass dies kein "All you can eat"-Trip wird. Aber meine Münchner Freundin vergöttert St. Moritz und wollte mir zeigen, wo dort gesellschaftlich der Hammer hängt.

Der Auftakt dazu war auch nicht schlecht. Just zum Ende des "Cartier Snow-Poloturniers" rollten wir mit unserem Mini Countryman in die "Baracca" zum Abschluss-Teamdinner der Cartier-Mannschaft ein. Die "Barracca" ist, wie der Name schon sagt, eine Baracke am Rande eines großen Ski-Parkplatzes. Drinnen ist es wie "Sansibar goes Snow" – die Kellner betont lässig und leger – die Preise das genaue Gegenteil.

Herzogin Meghan

Darum wurde sie eine Zeit lang von Mode-Designern ignoriert

Meghan Markle, Foto von 2012
Die ehemalige "Suits"-Schauspielerin hat sich zum Mode-Vorbild vieler Frauen entpuppt. Doch die 37-Jährige musste auch andere Zeiten erfahren, in denen sie von Modedesigner gemieden wurde.
©Gala

Für einen kleinen Salat und Bündner Trockenfleisch inklusive Wein und Wasser 100 Schweizer Alpen-Dollar. Wichtige Anmerkung an dieser Stelle: Seit dieser Saison wird 1:1 mit dem Euro abgerechnet, man muss sich also nicht mehr die Mühe machen, umzurechnen. Jemandem wie mir kommt das zwar zugute - Kopfrechnen war noch nie meine Stärke -, meiner Urlaubskasse jedoch nicht so wirklich.

Himmlische Aussichten und Kaiserwetter in St. Moritz

Der Kalte Krieg ist endgültig vorbei

In meiner Skibiografie habe ich die ersten Schritte im Harz gemacht, anschließend jahrelang mit dem Wolfsburger Skiclub auf irgendwelchen Gletschern trainiert und die vergangenen 12 Jahre nur Lech am Arlberg mit meiner Anwesenheit beehrt – da war ich ganz besonders neugierig auf dieses berühmte Skigebiet. Die Liftkarte für knappe 90 Schweizer Eurofranken, wie wir sie mal nennen wollen, beschert mir erste Schwindelgefühle.

Adrenalinbesoffen rase ich Lift um Lift ab, bis mein Mund so trocken ist wie eine Wolldecke. Den Einkehrschwung machen wir ins "El Paradiso", der Schicki-Micki-Skihütte schlechthin. Als hätte es den Kalten Krieg nie gegeben, feiern hier gut betuchte Russen und Amerikaner mit mannshohen Champagnerflaschen das Dolce Vita auf der Club-Terrasse. Dresscode: Glitzerbestickte Norweger-Mützen mit Fell-Bommel, Jetset-Hosen mit Sternen in der diesjährigen Saisonfarbe Aubergine und eng taillierte Moncler-Jäckchen – natürlich mit Pelzverbrämung. Sportlicher Ehrgeiz ist hier eindeutig unterrepräsentiert, aber so komme ich wenigstens mal in den Genuss, einen echten "Lacroix Ultime" – den teuersten Ski der Welt, mit eingearbeiteten Diamanten, selbstredend eine Maßanfertigung - live und in Farbe zu sehen.

Im "Trutz" gönnt man sich gerne eine Verschnaufpause.

Methusalem trifft Skihaserl

Klischees sind ja bekanntermaßen da, um gelebt zu werden. Und so ist es fast rührend zu beobachten, wie Herren im Methusalemalter (auch genannt "Silberrammler") blutjungen Skihaserln am Berg noch was beibringen wollen. Kleider machen Leute, so weit, so gut. Aber wie einfach doch eine Kategorisierung der Sportler auf der Piste ist, hätte ich nicht gedacht.

"Don't Panic" ist hier Programm, der Selfie-Stick ist selbstredend auch auf der Hütte mit dabei.

Gehen wir einmal die Archetypen durch:

Der sportliche Fahrer fährt mit Patagonia, Arcteryx, Peak Performance oder Lasse kjus. Dann gibt es den Ski-Nerd, der noch in seinem Bogner-Overall von Anno Dazumal fährt. Man erkennt ihn schon aus der Ferne an seinem Fahrstil, mit weit ausladender Skistockbewegung und derart eng zusammengekniffenen Beinen, dass man sich schon Sorgen um das Gemächt ..äh.. Geschlecht machen muss.

Stars auf Events

Wer sonst noch feiert

16. Juli 2019  Prof. Dr. Hermann Bühlbecker (Lambertz Gruppe), einer der Gastgeber der CHIO Media Night in Aachen, begrüßt Boris Becker und Michael Mronz als seine persönlichen Gäste auf der Veranstaltung. 
9. Juli 2019  Im Dolby Theatre in Hollywood wird die Weltpremiere des Disney-Klassikers "The Lion King" gefeiert. Donald Glover macht auf dem roten Teppich bei seiner Ankunft Selfies mit den Fans. 
2. Juli 2019   Gut gelaunt nach der Vogue Party in Paris: Die Schauspielerinnen Leïla Bekhti und Marion Cotillard.
2. Juli 2019   Nicht ganz so beeindruckt von der Party zeigt sich Model Gigi Hadid.

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Schnee, Ski, gute Freunde - was will man mehr!?

Und dann die Traditionalisten: Mit Knickerbocker und wattiertem Cord-Sakko mit aufgenähten St. Moritz-Emblemen trotzen sie jeglichen modischen Trends. Sind das etwa echte Eingeborene? Faszinierend.

Beauty-Trend: eingebauter Airbag

Genau das Gegenteil davon sind die Saisonfahrer mit ihrer großen Clique: Da ist wirklich jede Saison ein neues Outfit angesagt - inklusive riesigem Rucksack, GoPro und Co. Absolutes Trend-Accessoire ist in diesem Jahr übrigens nicht die neueste Gucci-Tasche, sondern ein Lippenpaar dick wie Luftmatratzen! Ein eingebauter Airbag, könnte man sagen.

Das große, abendliche Schlemmen ist nach all dem Sport der verdiente Ausgleich - inklusive leckeren Weinen.

Am dritten Tag endlich schneit es vom Himmel, als würden wir für unser gutes Verhalten belohnt, und propt legt meine Freundin einen waschechten Sturz hin. Das beschert ihr Kosten in Höhe von 270 Schweizer Eurofranken für den Abtransport vom Berg und nochmal 680 Tacken für die Röntgenuntersuchung. Der Skipass wird, trotz Attest, nicht ersetzt, weil sie nach 12 Uhr an die Kasse gehumpelt ist. So findet unser Spaß im Alpenparadies ein jähes Ende. Mit leerem Portemonnaie, aber um eine alpine Erfahrung reicher sagen wir dem räuberischen Bergvolk ade.

Stay tuned,

eure Sue

Ja, zugegeben, Schnäppchen sucht man in St.Moritz wahrlich vergebens. Der schlechte Wechselkurs tut da noch sein Übriges.

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