So Sue: Low Budget? Zur Sache, Schätzchen!

GALA-Kolumnistin Sue Giers kennt nicht nur die teuersten und kultigsten Trendteile, sondern weiß sogar, wie man diese günstig selber macht. Der Mode-Herbst kann kommen

GALA-Kolumnistin So Sue

Überall frohlocken jetzt die neuen Herbst-Trends und ich möchte sofort shoppen gehen. Doch der Sommerurlaub hat ein Loch in meine Kasse gerissen und so habe ich mir ein paar Dinge überlegt, wie ich "up to date", aber mit moderatem Budget durch die Saison stolziere.

1. Der Vokuhila-Denim–Trend ist leicht umgesetzt

Ich schnappe mir eine Jeans aus der vor-vorletzten Saison und suche in meinem kinderreichen Haushalt nach der besten Bastelschere. Leider überhaupt kein leichtes Unterfangen, weder Scheren noch Tesafilm sind aufzufinden, wenn man sie braucht. Die vordere Seite der Hosenbeine werden kurz über Knöchellänge abgeschnitten – die hintere Seite dementsprechend 3-4 cm länger. Dann die Enden noch ein wenig ausgezupft und den Rest erledigt die Waschmaschine. Das Ergebnis: eine cool gefranste Vokuhila-Jeans und 1.200 Euro gespart (soviel nämlich kostet das Originalmodell von Vetement) und um eine superheißen Trend reicher.

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©Gala

2. So, dann brauche ich noch Fell-Loafer

Da komme ich leider nicht ganz so günstig bei weg. Aber diesen Trend habe ich schon einmal ausprobiert. Damals, als Celine Sandalen mit Hasenfell auf den Laufsteg geschickt hat, habe ich mir kurzerhand meine liebsten Birks (Birkenstock) geschnappt und von Fellverbrämungen alter Kinderjacken soviel herausgerupft, bis ich ein kuscheliges Fußbett damit auspflastern konnte - habe ich mir bei "ladymaranga" auf Instagram abgeschaut. Die lustige Italienerin kann sogar ganze Adiletten naturgetreu mit Fell verkleiden. Man braucht dafür nur farbige Fellreste (am besten altes Material vom Flohmarkt) und professionellen Leder-Kleber.

Aber zurück zur Pantolette: Eigentlich müsste ich so eine Pantoffel im "Djemaa el Fina", dem zentralen Marktplatz in Marrakesch bekommen, aber die Reise dorthin würde natürlich mein Winterbudget ad absurdum sprengen. Also suche ich auf Flohmärkten und Secondhandläden nach den Puschen... ebay geht natürlich immer. Ich habe auch schon an Filzpantoletten von Deichmann gedacht – die aufgepimpt mit ein bisschen Känguru- Fell - oh jeh, jetzt steigen mir die Tierschützer auf den Kopf - und schon wäre ich zu Fuß en vogue.

3. Leider kostet auch der nächste große Trend ein wenig Geld:

Eine Oversize-Bomberjacke – nicht von Balenciaga für über 2.000 Euro, sondern von Killiwatch Paris für 39,90 Euro (der gleichnamige Roman über die verrückte Werbebranche von Frederic Beigbeder ist übrigens sehr lesenswert, ein Klassiker!). Zurück zu Killiwatch, die haben Bomberjacken sogar in der Trendfarbe Bordeaux, mit Ärmeln, die bis zu den Knien hängen. Mein zauberhafter Schneider Özmir näht mir da ein paar fette Kellerfalten rein und schon sieht mein XXL-Bomber aus wie von Margiela. Kostenpunkt: knapp 80 Euro.

4. Tja und last but not least brauche ich noch einen Hoody à la Justin Bieber in dieser Saison!

"The Biebs" kommt ja bald nach Hamburg, da muss ich modemäßig gewappnet sein. Seine Stylistin Karla Welch bedient sich aus der Trickkiste der ultra-angesagten Designer-Konglomerate, Off-White, Y-Project oder Raf Simons und Supreme - und da Männerklamotten jetzt hip sind, ist der einfachste Weg dorthin der Secondhand-Laden oder der Schrank des Boyfriends (wenn man einen hat, ist das in diesem Fall sehr nützlich).

Ich und meine Freundin Steffi haben die Jahrgangs-Sweater unseres Abschlussjahres wieder aus dem Schrank gezerrt. Bei mir war es das von meinem Highschool-Abschluss, der Highline Highschool in Seattlle. Da hieß ich noch Lützel - b - erger mit Nachnamen. Das ist off-white und hat ein lila Segelschiff auf dem Front-Cover und hinten drauf ist mein gesamter Jahrgang mit Telefonbuch-Namens-Druck verewigt. Wie cool ist das denn!

Haare schön, Bieber-Konzert

Und in diesem Fall mal wieder wirklich gut, dass ich mich so schwer von meinen Klamotten trennen kann – jetzt segele ich damit ich in die nächste Saison und hoffe, dass mich meine Tochter damit aufs Bieber-Konzert mitnimmt. Wenn ich mir dann endlich mal die Haare schön mache (sie findet mich viel zu strubbelig), klappt das ganz bestimmt.

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