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So Sue Diese Wäsche ist eine Sünde wert

Abbey Leee Kershaw in einer Kampagne für Agent Provocateur
Abbey Leee Kershaw in einer Kampagne für Agent Provocateur
© Splashnews.com
Wie teuer darf Unterwäsche sein? Und was veranstaltet sie mit ihrer Trägerin? Fashion-Kolumnistin Sue Giers hat sich in die Heiligtümer von Dessousliebhabern vorgewagt

Schon oft bin ich daran vorbeigeschlichen. Habe die hübschen Verkäuferinnen im Dita-van-Teese-Look bewundert. Viele meiner Freundinnen sind große Fans des Wäschelabels und können es nicht fassen, dass ich kein Teil davon habe. Selbst Männer, von denen ich es nicht vermuten würde, kennen die heiße Wäsche. Die Rede ist von Agent Provocateur. Immerhin gibt es das britische Label schon seit 23 Jahren, sie haben in fast jeder Stadt einen Shop und ich die Modetussi war noch nie drin – kann man es glauben?

Agent Provocateur: Die Einsteiger-Droge

Ich lebe in Hamburg und habe auf St. Pauli meine Sturm und Drang-Phase erfolgreich abgeschlossen. So hat mich das Konzept Sexy Lingerie bislang nicht wirklich interessiert. Aber hey, einen gut sitzenden BH kann man immer gebrauchen. In München schleiche ich mich heimlich zu Agent Provocateur rein. Die Verkäuferin Lynnie - ich vermute, dass es sich dabei bestimmt um einen Künstlernamen handelt - berät kompetent. Sie bringt mir die Topseller in meiner „Größe“ aus den Schubladen. Alles hier ist im Boudoir-Stil gehalten und ein süßlicher Duft unterstreicht das Rotlicht-Feeling.

Ich probiere das erste Modell. Ein nudefarbenes Gebilde mit tausenden Swarowski- Steinen besetzt und am Dekolleté ganz viele Strapse. Das Bondage-Ding kostet ein Vermögen. Wenn ich Rihanna hieße, wäre es ganz funky. Das nächste Modell ist schneeweiß und mit ganz viel Spitze. Langsam fängt es an mir hier zu gefallen und über eine nudefarbenes Satin-Set im 50er Jahre Style taste ich mich langsam an die schwarze Wäsche ran. Ganz selbstverständlich kommt Lynnie dabei immer wieder in meine Kabine zupft und schiebt zurecht, was nicht gleich von Natur aus in A, B oder C fällt.

 

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Ein schwarzes Ensemble, der Klassiker, aber in jedem Fall der Bestseller, der wird jetzt anprobiert. Das Ding hat vorne ganz knappe Schalen und wird von einer draufklappbaren Spitze ergänzt. Ein zweigeteilter BH mit Schiebetür sozusagen. Ganz was Schickes zum rumfummeln, würde meine Omi jetzt sagen. Auch der Slip - wehe jemand sagt hier das Wort Schlüpfer - ist „hüftig“ und irgendwie dreidimensional mit vielen Strängen und in Lagen designt.

Dessous verführen - auch mich

So langsam denke ich mich rein in diese Welt der französischen Spitze, Strings und Bändern. Meine Kabinennachbarin ist da schon Profi oder Stripperin, sie kennt sich bei Agent Provocateur aus. Sie schlüpft gekonnt und lässig rein und wieder raus. Da komme ich nicht mit.

 

Nun, da Lynnie meint, ich wäre jetzt „in the mood for more“ bringt sie mir Modell „50 Shades of Grey“ in Schwarz. Ein BH mit so vielen Bondage-Streifen vor dem Dekolleté, das man kaum noch Haut sieht. Und wenn, dann quillt dazwischen etwas Haut raus. Aber es ist schon interessant, was so ein winziges Stoffstück im Kopf bewegt. Ich fühle mich plötzlich in eine mir sehr fremde Welt versetzt und flirte einen Moment mit dem mir gänzlich Unbekannten, wäge ab und entscheide mich für......Nun ja, das bleibt mein Geheimnis.

Stay tuned,

eure Sue



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