So Sue: Der Parka: Rüstzeug bei Gegenwind

Friesisch herb und ein echter Klassiker der Modewelt: Der Parka feiert ein riesiges Comeback

Kolumnistin Sue Giers setzt bei Wind und Wetter auf ihren geliebten, olivgrünen Parka

DIE heißeste News von der Fashion Week in New York diese Woche: Das Comeback des Parkas! Auf den verschneiten Streetstyle-Fotos sieht man die warme Kutte wieder in zahlreichen Variationen und Farben. Auch ich habe gerade vergangene Woche in Mailand tolle Parka-Styles bei Marni und Aspesi spotten können.

Natürlich sind sie dort in Schnitt und Länge modern umgesetzt und teilweise eine Spur überdesignt. Und dennoch kann man rasch erkennen, was einen richtigen Parka ausmacht: Er ist funktional, burschikos und immer eine Hommage an den Britpop der 90er, ein weiterer Klassiker wie der Trenchcoat von Burberry.

An diesen Merkmalen erkennen Sie ein Original 

Designer-Handtaschen im Fake-Check

An diesen Merkmalen erkennen Sie ein Original : Designer-Handtaschen im Fake-Check
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©Gala

Ein Modeklassiker wie der Trenchcoat

Ich schätze meinen Parka : Er ist military-grün und vintage, die Kapuze habe ich abgenommen, denn mit Stehkragen finde ich ihn cooler. Auch seine schrägen, hoch angesetzten Taschen sind originär und lässig.

Das Wort Parka stammt übrigens aus der Sprache der Eskimos, dem Inukitut, und wurde später in Sibirien hauptsächlich zu militärischen Zwecken getragen. Als Winterkleidungsstück fand er in den Vierziger Jahren Eingang in die US-Armee und später dann in die Bundeswehr. Irgendwann in den Sechsziger Jahren hat ihn die Zivilbevölkerung für sich entdeckt und durch die Mods im The-Who-Klassiker „Quadrophenia“ (1979) bekam der Parker nicht nur eine praktische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung. Er wurde als Hülle benutzt, um die teure Kleidung der Motorroller fahrenden Mods zu schützen.

Der Parka als politisches Statement

Anschließend übernahm die Jugend- und Studentenbewegung der ehemaligen DDR in den Achtziger Jahren den Parka als Symbol für Freiheit, Authentizität und Nonkonformismus. Im damaligen Westberlin waren die Secondhand-Läden auf Parka-Touristen eingestellt und wer keinen besaß hatte auch sonst alles Wichtige wie die Programmkinos, Tropfkerzen, Jesuslatschen oder Batikshirts verpasst.

Wenn ich in meinen Parka schlüpfe, will ich zwar nicht gleich auf eine Demo gehen, doch es stimmt: Meine innere Stimme ist auf Krawall gebürstet und ich demonstriere meiner Umgebung, dass ich in aufgewühlter Stimmung bin. Meist greife ich also nach meiner Schutzhülle in Oliv, wenn mir ein eisiger Wind entgegenweht oder ich meine anderen Mäntel plötzlich wie manierierte Schicksen empfinde.

Mein Parka ist mein alter Freund, mein Fels in der Brandung und ich würde ihn nur unter Protest hergeben.

 

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