Kolumne: Fashion Friday: Die Königin aller royalen Brautkleider

In Sachen royales Hochzeitskleid scheint es einen roten beziehungsweise weißen Faden zu geben. Doch wer hat die Brautmoden-Trends - an die sich Kate und Co. bis heute halten - eigentlich populär gemacht? 

Auf das Hochzeitskleid von Herzogin Catherine blicken in 2011 etwa zwei Milliarden Menschen. Es dauert nur wenige Stunden, da wird es schon als günstige Kopie im Handel angeboten.

Wohl kaum jemand entkommt momentan dem Hochzeits-Fieber, das und mit ihrer Verlobung im November letzten Jahres entfachten.
Auch ich habe mich davon anstecken lassen und bin schon ganz gespannt auf den 19. Mai - den Tag, an dem sich der royale Sympathieträger und die amerikanische Schauspielerin das Jawort geben werden.

Der Weddinglook von Königin Viktoria aus dem Jahr 1840 ist so prägend für die Hochzeitsmode, dass er im Museum ausgestellt wird. Die Spitzenrobe gehört zu den absoluten Ikonen der berühmtesten Brautkleider.

Die große Frage, wie Meghans Kleid wohl aussehen wird, habe auch ich mir schon gestellt. Dabei habe ich Bilder von wundervollen Traumroben in meinem Kopf. Ein Modell besteht aus Spitze, ein anderes hat einen unendlich langen Schleier und ein drittes passt mit seinem voluminösen Tüllrock kaum in die königliche Kutsche. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind weiß. Aber warum eigentlich? Wie kommt es, dass Brautkleider (meist) genau diese Farbe haben?

Das weiße Brautkleid hat eine königliche Geschichte

Den "Traum in Weiß" hat nicht erst Meghan erfunden. Klar. Jedoch führt dieser Hype tatsächlich auf eine andere royale Dame zurück. Nämlich auf Königin Victoria, die bei ihrer Hochzeit 1840 mit der üblichen Tradition brach, Rot zu tragen. Vor ihr gab es in Adelskreisen zwar auch schon den Trend, zu hellen Farben zu greifen, doch machte die Britin ihn erst so richtig populär.

Königin Victoria prägt die royale Brautmode bis heute

Und noch etwas gucken sich Kate, Meghan und Co. bis heute von der verstorbenen Regentin ab: Sie ließ ihr Brautkleid damals aus englischer Seide weben, mit englischer Spitze besticken und von dem englischen Maler William Dyce entwerfen.

Brautkleider aus Spitze stehen hoch im Kurs. So auch bei Kate Middleton. Damals - zu Zeiten von Victoria - galt der Stoff allerdings noch viel mehr als Statussymbol und wurde nicht aus romantischen oder modischen Gründen gewählt, sondern weil Adelige so ihren Reichtum zur Schau stellen konnten.

 
Ganz nach Victorias "Made in England"-Manier wählte auch  2011 eine britische Designerin - nämlich - aus.
Welcher Modeschöpfer Meghans Brautkleid fertigen wird, ist zwar noch unklar, doch von ihrem Verlobungslook wissen wir bereits: Es stammt von dem Label "Ralph & Russo", das - ganz genau - seinen Sitz in London hat.

Warum eigentlich ein Blumenkranz am Schleier?

Aber nicht nur in Sachen Kleid war Victoria stilprägend. Sie war es auch, die den Orangenblüten-Kranz zum Trend machte, als sie bei ihrer Hochzeit auf ein Diadem verzichtete und so ihren Schleier krönte. 

Wie bereits Königin Victoria entscheidet sich Grace Kelly bei ihrer Hochzeit mit Fürst Rainier gegen ein Diadem. Stattdessen trägt sie einen mit Spitze besetzten Kopfschmuck, auch "Juliet Cap" genannt.

Davon ließ sich etwa 120 Jahre später selbst inspirieren. Gut, die Hollywood-Schauspielerin war vielleicht keine Britin, royal war sie durch ihre Heirat mit Fürst Rainier aber allemal. 

Auf den Spuren von Meghan Markles Brautkleid

Man kann also sagen, dass Königin Victoria gleich in dreierlei Hinsicht für den royalen Weddinglook verantwortlich ist.
Mit all diesem Wissen sind wir Meghans Kleid nun etwas besser auf der Spur. Wir können festhalten: Es wird sicherlich weiß sein, höchstwahrscheinlich von einem britischen Designer stammen und eventuell werden Orangenblüten eine wichtige Rolle spielen.

Brautmode

Royale Hochzeitskleider

Unterschiedlicher könnten Brautkleider wohl nicht sein: Nach ihrem traditionellen Gewand am Vormittag erscheint Japans Prinzessin Ayako zu den Feierlichkeiten in einem rosafarbenen Abendkleid. Die Robe ziert ein transparenter Überwurf mit zahlreichen weißen Blumenstickereien. Ihr Haar trägt Ayako halb hochgesteckt. Bräutigam Kei Moriya setzt auf einen klassischen schwarzen Smoking mit Fliege. 
Blick auf die Details: Feine Blumenapplikationen zieren den runden Ausschnitt des Kleides, die weit geschnittenen Ärmel sind ebenfalls transparent und mit Stickereien versehen. Ihre Frisur krönt Prinzessin Ayako mit einem Diadem und den dazu passenden Ohrringen. 
Tradition ist alles! Die japanische Prinzessin Ayako heiratet ihren bürgerlichen Verlobten Kei Moriya im Meiji-Schrein in Tokio, und dabei trägt sie als Brautgewand einen traditionellen Kimono mit Vogelmotiven. Ihr Verlobter hingegen bevorzugt mit seinem Frack den westlichen Bräutigamslook.
Besonders eindrucksvoll ist Prinzessin Ayakos Brautfrisur, hierbei verzichtet aber auf die in der Shintō-Tradition übliche weiße Haube für die Braut.

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