Queen Elizabeth: Ihr Weihnachtsoutfit steht bereits zwei Monate vorher fest

Queen Elizabeth schwört in Sachen Fashion seit 2002 auf die Dienste von Angela Kelly. Die hat mit Zustimmung ihrer Chefin ein Buch geschrieben und gibt darin allerhand interessante Geschichten aus dem royalen Nähkästchen zum Besten.

Queen Elizabeth II bei ihrer Weihnachtsansprache 2018 im White Drawing Room des Buckingham Palasts. 

Über ihre Beziehung zu Queen Elizabeth, 93, sagte Angela Kelly, 51, in einem ihrer seltenen Interviews: 'Wir sind zwei typische Frauen. Wir diskutieren über Kleidung, Make-up und Schmuck." Daraus entstanden ist das Buch "The Other Side of the Coin: The Queen, the Dresser and the Wardrobe", das am 29. Oktober 2019 im HarperCollins Verlag erschienen ist und Lesern auf 304 Seiten einen einmaligen Einblick in die Arbeit mit Ihrer Majestät gewährt. Ein Sprecher des Verlages sagte über das Werk:

"Die Königin hat Angela persönlich ihren Segen gegeben, um ihre beispiellose Verbundenheit [mit Angela] mit der Welt zu teilen. Angela Kelly ist das erste amtierende Mitglied des königlichen Haushaltes, dem diese außerordentliche Erlaubnis erteilt wurde."

Die besten Anekdoten zum Schmunzeln und Staunen fasst GALA für Sie zusammen.

Fashion-Looks

Der Style von Queen Elizabeth

Her Royal Majesty, the Colour-blocking Queen! Elizabeth II. zeigt sich inmitten der Coronakrise besonders mutig und trägt ein pink-rotes Etuikleid zur typischen Perlenkette.
Mitte März 2020 empfängt Queen Elizabeth zwei hochrangige Kommandanten der britischen Marine im Buckingham Palace. Neben ihren geliebten halbhohen, schwarzen Pumps trägt sie an diesem Tag eine edle Perlenkette sowie ein royalblaues, schlich geschnittenes Kleid samt Brosche.
Lila, der (noch lange nicht) letzte Versuch: Queen Elizabeth nimmt in leuchtendem Violett einen Blumenstrauß beim Besuch eines Londoner Krankenhauses entgegen.
Nicht nur optisch ergänzen sich Queen Elizabeth - in frühlingshaftem Hellblau- und der Dean of Westminster David Hoyle beim Commonwealth Gottesdienst 2020 perfekt.

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1. Das Weihnachtsoutfit steht bereits zwei Monate vorher fest

Auch für die Royals sind die Festtage im Dezember etwas ganz besonderes. So besonders, dass sich Angela Kelly bereits acht Wochen vorher mit dem Outfit der Queen auseinandersetzt. In ihrem Buch schreibt sie: "Ich beginne frühzeitig zu planen - ungefähr zwei Monate. Ich prüfe, welche Farben die Queen in den vergangenen Jahren trug, da ich einige Jahre lang keine Farbe wiederholen möchte." Weiter sagt sie: "Ich möchte sicherstellen, dass die Monarchin eine festliche Farbe trägt, damit die Gratulanten sie leicht sehen können." 

Queen Elizabeth II bei ihrer Weihnachtsansprache 2018 im White Drawing Room des Buckingham Palasts. 

Das Outfit selbst wird jedoch immer noch von dem 93-jährigen Royal-Oberhaupt gewählt. Sobald das geschehen sei, gehe eine handschriftliche Mitteilung an die anderen Stylisten raus. So stelle man sicher, dass niemand anderes ein ähnliches Outfit trage, so Angela Kelly. Insgesamt sind es bis zu sieben Outfits, die die Queen an Weihnachten tragen wird. "Die Queen ist genauso beschäftigt wie in London, und es gibt mehr Gäste zu unterhalten," sagt ihre Stylistin. 

2. Warum die Kleider von Queen Elizabeth manchmal versteckt werden

Die "Royal Ascot"-Rennwoche ist eine der ältesten Reitsport-Events der Welt und wird jedes Jahr von Queen Elizabeth, einer bekennenden Pferdeliebhaberin, und Mitgliedern ihrer Familie besucht. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Garderobe der Königin, wie Angela Kelly in ihrem Buch anmerkt: "Jeden Tag des Reiterfestes werden Hunderttausende [britische Pfund] auf die Farbe des Hutes oder des Kleides der Königin gesetzt". Um das Fashion-Geheimnis bis zum Auftritt der Queen zu bewahren, greifen die Queen und Kelly zu einem Trick.

Queen Elizabeth trug in Ascot 2019 Pastellgrün.

Auf Schloss Windsor, das in der Nähe der Rennbahn liegt, würden etwa eine Woche vor dem Rennen "mindestens drei Hüte ausgestellt, die von jedem Mitarbeiter gesehen werden können, der den Korridor entlang läuft", schreibt Kelly. Die Ausstellungsstücke benutze man als "Lockvögel", um zu verhindern, dass Insider-Tipps an die Buchmacher weitergegeben würden. In Wahrheit halten die beiden Frauen aber völlig andere Looks, die hinter verschlossenen Türen ausgewählt wurden, in petto. Am Morgen des Auftrittes der Queen in Ascot wird dann "last minute" entschieden, welches Ensemble sie trägt.

Angela Kelly, die Stylistin von Queen Elizabeth.

3. Das steckt hinter dem "EU-Hut" der Königin

Der Hut ist, neben der Handtasche, das Fashion-Markenzeichen der Queen. Ein Exemplar zog 2017 besondere Aufmerksamkeit auf sich und wurde weltweit diskutiert: Bei der Eröffnung des Parlaments in London trug Elizabeth einen blauen, mit gelben Blumen verzierten Hut, der Beobachter an die Flagge der Europäischen Union erinnerte. Nun muss man wissen, dass der Garderobe der Königin gerne unterstellt wird, versteckte Botschaften zu senden. Das gilt auch in Sachen Politik, denn laut britischer Verfassung darf sich die 93-Jährige zu derlei Themen nicht äußern. Der blau-gelbe Hut wurde also in Zeichen des drohenden Brexists als Bekenntnis der Queen zur EU gesehen.

Mit ihrem Hut sorgte Queen Elizabeth am 21. Juni 2017 für Aufregung. 

In "The Other Side of the Coin" stelle Angela Kelly über die Auswahl der royalen Kopfbedeckung klar: "Es war ein Zufall, aber Junge, der hat viel Aufmerksamkeit bekommen, das hat uns wirklich zum Grinsen gebracht.“ Weder sie noch ihre Kollegin, die Hutmacherin Stella McLaren, seien darauf gekommen, dass der Hut der Flagge ähnele. Vielmehr hätten die beiden Frauen darauf geachtet, dass sich die Kleidung der Queen von dem dunklen, brauen Hintergrund des Parlamentsraumes abhob.

4. Die Queen hat einen Schuh-Trick

Etwa 300 Termine nimmt die Queen trotz ihres hohen Alters pro Jahr wahr. Damit sie diese gut übersteht, ist ein bequemes Schuhwerk unterlässlich. In ihrem Buch bestätigt Angela Kelly, die seit 1994 für Elizabeth arbeitet und seit 2002 für ihren Fashion-Style verantwortlich ist, ein scheinbar absurdes Gerücht. "Wie in der Presse berichtet wurde, läuft ein Lakai die Schuhe Ihrer Majestät ein, um sicherzustellen, dass sie sich wohl fühlt und dass sie immer gut laufen kann. Und ja, ich bin der Lakai. Die Königin hat sehr wenig Zeit für sich und dafür, ihre eigenen Schuhe einzutragen. Da wir die gleiche Schuhgröße haben, ist dies am sinnvollsten."

Queen Elizabeth feiert 94. Geburtstag

Der Style der Monarchin ist einfach zeitlos

Queen Elizabeth 
Queen Elizabeth sieht auch in ihrem hohen Alter von mittlerweile 93 Jahren immer noch blendend aus. Welchen kleinen Schönheitstricks sie dies zu verdanken hat, sehen Sie im Video.
©Gala

5. Das Geheimnis des Taufkleides der Royals

Royale Babys tragen bei ihrer Taufe, wie zuletzt Prinz Louis, eins, und Archie Mountbatten-Windsor, ein Kleid, das bereits seit Generationen in Familienbesitz ist. Das Originalgewand wurde im Jahr 1841 im Auftrag von Queen Victoria, † 81, angefertigt. Fast 170 Jahre später entschied die Queen, dass das Gewand geschont werden müsse und beauftragte Angela Kelly mit einer Nachbildung.

Prinz George trug 2013 bei seiner Taufe die Nachbildung eines Kleides, das heute seit 180 Jahren im Besitz der Königsfamilie ist. 

Die Kopie kam nach neun Monaten Arbeit, im April 2008, bei der Taufe von James, Viscount von Severn, dem Sohn von Prinz Edward, 55, und Gräfin Sophie von Wessex, 54, zum ersten Mal zum Einsatz. Kaum zu glauben, was Angela Kelly jetzt über den Herstellungsprozess des Kleides offenbart. "Um sicherzustellen, dass es authentisch aussieht, haben wir es in Yorkshire-Tee eingefärbt (der stärkste, wie wir alle wissen)", schreibt Kelly. "Wir haben jedes Stück Spitze in eine kleine Schüssel aus der Küche (...) getaucht, die mit kaltem Wasser und einem Teebeutel gefüllt war. Wir haben es etwa fünf Minuten stehen lassen und regelmäßig überprüft, bis die Farbe perfekt war." Queen Elizabeth habe jeden Schritt der Nachbildung überwacht, offenbart Kelly. 

6. Warum einmal die ganze Garderobe der Queen ruiniert wurde

Wenn Queen Elizabeth Auslandsreisen absolvierte (ihren letzten Trip unternahm sie im November 2015 nach Malta), dann stets mit schwerem Gepäck. Für eine zehntägige Tour konnten bis zu 30 Outfits erforderlich sein, einschließlich einer "Back-up"-Option für jeden Termin, schreibt Kelly. Die Queen habe ihre Kleider früher in drei sehr großen, schwere Lederschränken transportiert, welche von Mitarbeitern über eine Treppe ins Flugzeug gebracht werden mussten. Angesichts des hohen Gewichts sei dies ein "Albtraum" gewesen, gibt Kelly zu. Ihre Idee sei es deshalb gewesen, die Garderobe der Queen künftig in leichteren Kleidersäcken zu verstauen. Damit sei die Queen einverstanden gewesen - bis zu einer Italien-Reise mit Prinz Philip im Jahr 2000.

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Bei der Ankunft habe es in Strömen geregnet, schreibt Kelly. Dennoch habe ein Besatzungsmitglied beschlossen, die Kleidersäcke der Königin mit einem Wägelchen quer über das Rollfeld zu bringen. Die Folge, natürlich: Die Kleider wurden völlig durchnässt. Und nicht nur das: Ein Windstoß erfasste die Säcke und wehte sie in alle Richtungen davon. "Ich habe die ganze Sache wie in Zeitlupe vom Flugzeug aus gesehen - es tat mir so leid, dass sie [die Mitarbeiter] herumkrabbelten und versuchten, die durchnässten Kleider Ihrer Majestät aufzuheben", erinnert sich Kelly in ihrem Buch.

Nachdem Desaster sah sich Angela Kelly wieder nach einer neuen Gepäck-Möglichkeit um. Sie kaufte schließlich eine Reihe leichter Koffer auf Rädern, die sie bis heute noch verwendet. Kelly schreibt in ihrem Buch: "Ich freue mich sagen zu können, dass dies eine erfolgreiche und sehr willkommene Änderung war."

7. Schmuck wird mit Gin gereinigt

Die Queen ist stolze Besitzerin einer umfangreichen Schmucksammlung. Damit das edle Geschmeide schon funkelt, greift Angela Kelly auf einen interessanten Trick zurück: "Ein wenig Gin und Wasser sind praktisch, um den Diamanten zusätzlichen Glanz zu verleihen."

"The Other Side of the Coin: The Queen, the Dresser and the Wardrobe" gibt es bisher nur auf Englisch und für etwa 22 Euro im Internet bestellbar.

Verwendete Quelle: The Mirror, The Telegraph, Daily Mail, BBC, "Hello"-Magazine

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