Queen Elizabeth: 140-Millionen-Euro-Klage scheint abgewendet

Indien zeigt Einsicht: Queen Elizabeth II. wurde von ihrer einstigen Kolonie Indien wegen des "Koh-i-Noor"-Diamanten verklagt. Nach einigen Monaten der Ungewissheit zeigt sich der indische Anwalt nun einsichtig

Queen Elizabeth II.

Update 19. April 2016:

Indien zeigt sich einsichtig und gibt zu, den "Koh-i-Noor"-Diamanten im 18. Jahrhundert Großbritannien als Geschenk überreicht zu haben. Wie "dailymail.co.uk" am Montag (18. April) vermeldete, äußerte sich der Anwalt der Ankläger gegenüber dem Gericht: "Es wurde freiwillig von Ranjit Singh an die Briten übergeben als Dank für ihre Hilfe in den Sikh-kriegen. Der Koh-i-Noor ist kein gestohlenes Objekt". Ist damit die millionenschwere Klage abgewendet?

Royaler Schmuck

Königliche Hochkaräter

Einen Tag vor ihrer Hochzeit, am 13. Mai 2004, darf Mary Donaldson zum ersten Mal die Rubin-Parure tragen.  Zum roten Kleid kombiniert sie damals Brosche, Collier, die langen Ohrringe und das Diadem.  Im Laufe der Jahre lässt sich das hochkarätige Set ein wenig umbauen und passt es ihren Bedürfnissen nach Wandel- und Kombinierbarkeit an. So wurde unter anderem die Form des Diadems mehr der Kopfform der neuen Trägerin angepasst. Die Ohrringe lassen sich inzwischen mit hellen und dunklen Perlen und in einer längeren und kürzeren Variante anstecken.
Marys Rubine sind ein Familienerbstück, das sie von der verstorbenen Großmutter ihres Mannes, Königin Ingrid überlassen bekam.   Ursprünglich gehörte die Parure der Frau des schwedischen Königs Carl XIV. Johan, Desideria. Sie hatte sie an den schwedischen Hof aus Frankreich, ihrer Heimat, mitgebracht. An den dänischen Hof kamen die Schmuckstücke dann über die schwedische Prinzessin Louise, die den späteren Dänen-König Frederik VIII. heiratete. Sie waren ein Hochzeitsgeschenk an die Braut von ihrer Großmutter Josephine, die wiederum Desiderias Schwiegertochter war. Das Geschenk war mit Bedacht gewählt, spiegelten die Farben Rot und Weiß doch die dänische Fahne wider.   Königin Louise begründete dann quasi die Tradition, dass die Braut des Kronprinzen die Rubine bekommen sollte, indem sie das Diadem an die Braut ihres Sohnes schenkte, was diese wiederholte, als ihr Sohn, der spätere Frederik IX., die schwedische Prinzessin Ingrid 1935 heiratete. Wohl auch durch die Tradition trug Königin Margrethe nie Teile der Parure, nur ihre Mutter. 
2012 zeigt sich Prinzessin Mary mit einer leichten Variante des Rubin-Sets beim Neujahrsempfang. Sie trägt das Diadem, die kurzen Ohrringe, verzichtet auf das Collier und hat die Brosche zur Gürtelschnalle umfunktioniert.
Als Schwiegermutter Königin Margrethe 2012 ihre 40. Thronjubiläum feiert, greift Prinzessin Mary für das Galadinner tief ins Schmuckkästchen. Zur dunklen Robe mit tiefem Ausschnitt kombiniert sie das Rubin-Diadem, die Ohrringe mit hängendem Rubin (und ohne Perle) und das prächtige Collier, das tatsächlich auch viel Platz am Hals braucht, damit es voll zur Geltung kommt. Nicht zum Set gehören übrigens die drei Orden, die die Kronprinzessin trägt.

120

Die 140-Millionen-Euro-Klage

Wie britische Medien im November 2015 berichteten, strebte Indien eine Klage gegen II. an. Stars und Geschäftsmänner sollen sich laut "independent.co.uk" zusammengeschlossen haben, um den 140 Millionen Euro teuren "Koh-i-Noor"-Diamanten zurückzubekommen.

Was klingt wie die Handlung einer tiefschwarzen britischen Komödie, ist für die einstige britische Kolonie bitterer Ernst. "Der Koh-i-Noor ist nicht nur ein Stein mit 105 Karat, er ist Teil unserer Geschichte und Kultur und sollte daher ohne Zweifel zurückgegeben werden", so Bollywood-Star Bhumicka Singh, der die Initiative unterstützt.

Ein Diamant spaltet die Nationen

Während der britischen Besatzung Indiens (1756 bis 1947) wurde der wertvolle Diamant als Geschenk an die englischen Monarchen überreicht und später in der Krone von Queen Mom verarbeitet.

Am Londoner Gericht sollen Anwälte deshalb jetzt im Auftrag der Initiative Klage gegen das Oberhaupt der britischen Königsfamilie Windsor einreichen.

Der "Koh-i-Noor"-Diamant mit 105 Karat und einem geschätzten Wert von knapp 140 Millionen Euro in der Krone von Queen Mom (links) und bei einer exklusiven Diamantenpräsentation in all seiner Pracht (rechts).

Der "Koh-i-Noor"-Diamant mit 105 Karat und einem geschätzten Wert von knapp 140 Millionen Euro in der Krone von Queen Mom (links) und bei einer exklusiven Diamantenpräsentation in all seiner Pracht (rechts).

Als Referenz für die Klage vor Gericht sollen die Anwälte laut Medienberichten die Diebeszüge der Nationalsozialisten anbringen. Die massenhaften Enteignungen von Kunstsammlern beschäftigen bis heute Kunsthistoriker und Rechtsanwälte. Auch 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind nicht alle geraubten Kunstwerke zu ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgeführt worden.

Die Briten zeigen sich selbstsicher

Der Historiker Andrew Roberts äußerte sich in der "Mail on Sunday" überaus kritisch zu dem kuriosen Rechtsfall: "All jene, die in diesen lächerlichen Fall involviert sind, sollten sich bewusst machen, dass die britischen Kronjuwelen genau der richtige Aufbewahrungsort für den 'Koh-i-Noor'-Diamanten ist. Es ist eine Anerkennung des über dreihundert Jahre währenden britischen Engagements in Indien, das zu Modernisierung, Entwicklung, Schutz und Demokratisierung des Subkontinents geführt hat."

Ketten, Ringe + Co.

Schmucke Stars

Bei den Golden Globes 2018 kann man den Blick kaum von Angelina Jolie abwenden. Ins Auge fallen an ihr insbesondere ihre tropfenförmigen Diamant-Ohrhhänger von Forevermark mit 18 Karat.
Heidi Klum trägt auf dem Red Carpet der Preisverleihung ganz besondere Schmuckstücke von Lorraine Schwartz: Ihre Ohrstecker bestehen aus zwei Mondsicheln, die mit schwarzen Diamanten verziert sind.
Jessica Biel strahlt mit ihren Ohrringen von Bulgari um die Wette, die mit vielen Diamanten für das ultimative Funkeln sorgen.
Emma Watson setzt nicht nur bei ihrem - frisch für die Globes geschnittenen - Pony aus Asymmetrie. Auch bei ihrem Ohrschmuck zieht sie den Trend durch und greift lediglich zu einem auffälligen Hänger. 

201

Mehr zum Thema

Star-News der Woche