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Farbe, Schleier, Schmuck Die Geschichte royaler Trauerkleidung

Queen Elizabeth, Wallis Simpson, Herzogin von Windsor, und Queen Mum auf der Beerdigung des Herzogs von Windsor im Jahr 1972. 
Queen Elizabeth, Wallis Simpson, Herzogin von Windsor, und Queen Mum auf der Beerdigung des Herzogs von Windsor im Jahr 1972. 
© Getty Images
Auch nach dem Tod eines geliebten Familienmitglieds gibt es für die Royals Protokolle und Traditionen. Zur Beisetzung des am 9. April 2021 verstorbenen Prinz Philip erscheint die königliche Familie in Trauerkleidung. Was das bedeutet.

Anlässlich des Dresscodes für die Beisetzung von Prinz Philip, †99, entschied Queen Elizabeth, 94: Keiner der geladenen Gäste wird in Militäruniform erscheinen, es wird Trauerkleidung getragen.

Es ist das erste Mal seit knapp zwanzig Jahren, dass die britischen Royals öffentlich ein hochrangiges Familienmitglied bestatten. Das letzte war Queen Mum, †101, im April 2002. Damals zeigte sich Queen Elizabeth mit schwarzem Mantel, schwarzen Handschuhen, einem schwarzen Hut mit Federn und Perlenschmuck.

Obwohl die Trauerfeier von Prinz Philip Pandemie-bedingt kleiner ausfällt als geplant, gibt es bei der Wahl der Trauerkleidung Traditionen, die zu beachten sind. Die Frauen werden in schwarzen Outfits und dunklen Strumpfhosen erwartet. Mit Schmuck nur dann, wenn er eine besondere Bedeutung hat. Schleier werden nur zu Trauerfeiern für Monarchen und Monarchinnen getragen. Die Männer kommen in schwarzen Mänteln, Anzügen und Krawatten.  

Queen Elizabeth II trägt zur Beerdigung ihrer Mutter die "Dorset Bow"-Brosche, die sie in der Vergangenheit immer wieder zu wichtigen familiären Anlässen trug. 
Queen Elizabeth II trägt zur Beerdigung ihrer Mutter die "Dorset Bow"-Brosche, die sie in der Vergangenheit immer wieder zu wichtigen familiären Anlässen trug. 
© Dana Press

Königin Victoria trug aus Trauer 40 Jahre lang Schwarz

Geprägt hat diese Tradition besonders Königin Victoria, die nach dem Tod von Prinz Albert im Jahr 1861 öffentlich um ihren unerwartet verstorbenen Ehemann trauerte und vierzig Jahre lang Schwarz trug – bis zu ihrem eigenen Tod. "Trauerkleidung ist seit Jahrhunderten ein Teil der europäischen Adelskultur, aber erreichte durch den Einfluss Königin Victorias seinen Höhepunkt im 19. Jahrhundert. Sie setzte einen Standard, der seitdem von der Gesellschaft befolgt wird", erklärt Matthew Storey gegenüber dem britischen "Telegraph". Storey ist Kurator der Organisation "Historic Royal Palaces", welche die königliche Zeremoniekleidung ausstellt.

Queen Elizabeth trauerte nach dem Tod ihrer Mutter in Weiß – und begeistert

Als 1938 die Mutter von Queen Elizabeth (Queen Mum) starb, kurz bevor diese mit King George VI eine wichtige Reise nach Frankreich antreten sollte, wurde Trauerkleidung erneut zu einem großen Thema. Weil es die erste Auslandsreise seit der Abdankung von König Edward VIII und ein Lichtblick in der dunklen Nachkriegszeit sein sollte, ließ sich der königliche Couturier, Norman Hartnell, von mittelalterlichen Royals, wie Mary I, Königin von Schottland, inspirieren und wählte weiße Trauerkleidung. Statt farbenfroher Looks kreierte er eine komplett weiße Reisegarderobe; Roben, Mäntel, Capes und sogar Hüte, die in Frankreich präsentiert wurden. Trotz des traurigen Anlasses war die Resonanz überwältigend. "Keine Garderobe aus der modernen Zeit hat mehr Interesse geweckt als die Staatsgarderobe der Queen für ihren Besuch in Paris", heißt es in einem Artikel des "Telegraph" aus dem Juli 1938. 

Queen Mum zeigt sich während ihres Staatsbesuchs in Paris im Juli 1938 ausschließlich in Weiß. Nur wenige Tage zuvor war ihre Mutter gestorben. 
Queen Mum zeigt sich während ihres Staatsbesuchs in Paris im Juli 1938 ausschließlich in Weiß. Nur wenige Tage zuvor war ihre Mutter gestorben. 
© Dana Press

Royals reisen nicht ohne schwarzes Outfit im Gepäck

Etwas bekannter ist die Geschichte hinter der Tradition, dass Royals nie ohne ein schwarzes Trauer-Outfit im Gepäck verreisen: Queen Elizabeth II, damals noch Prinzessin Elizabeth, war mit Prinz Philip in Kenia, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters, König George VI, im Jahr 1952 erreichte. Sofort trat die damals 25-Jährige die Rückreise an, ließ jedoch bei ihrer Ankunft in England erst ein schwarzes Kleid zum Flugzeug bringen, das sie anziehen konnte. So stieg sie in einem eleganten schwarzen Mantelkleid mit Brosche und Hut aus dem Flugzeug – dem traurigen Anlass ihrer Rückkehr entsprechend. 

Zur Beerdigung von King George VI erscheinen seine Frau und seine beiden Töchter, Elizabeth (Mitte) und Margaret (rechts) mit langen schwarzen Schleiern. 
Zur Beerdigung von King George VI erscheinen seine Frau und seine beiden Töchter, Elizabeth (Mitte) und Margaret (rechts) mit langen schwarzen Schleiern. 
© Getty Images

Prinzessin Diana setzt auf auffälligen Schmuck

Den wohl berühmtesten Trauerlook von Prinzessin Diana, †36, präsentierte sie bei der Beerdigung von Grace Kelly im Jahr 1982. Sie trug ein schwarzes, hochgeschlossenes Kleid und eine auffällige Kette mit Herzanhänger. Dazu kombinierte sie einen schwarzen Hut mit breiter Samtbordüre. 

Lady Diana erscheint 1982 alleine zur Beerdigung von Grace Kelly in Monaco. An ihrer Hand funkelt der Verlobungsring, den heute Herzogin Catherine trägt. 
Lady Diana erscheint 1982 alleine zur Beerdigung von Grace Kelly in Monaco. An ihrer Hand funkelt der Verlobungsring, den heute Herzogin Catherine trägt. 
© Getty Images

Sowohl bei der privaten Beerdigung von Queen Elizabeths Schwester Margaret, †71, im Jahr 2002, als auch bei der Trauerfeier von Prinzessin Diana, †36, im Jahr 1997 erschienen die royalen Gäste in Trauerkleidung. Nur bei Trauerfeiern und am "Remembrance Day", der jährlich im November in den Commonwealth-Staaten begangen wird, treten die britischen Royals in Schwarz auf. 

Verwendete Quellen: telegraph.co.uk, tatler.com, hellomagazine.com, eigene Recherche 

lho Gala


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