Philipp Plein: "Die meisten Designer sind mittlerweile Söldner"

Philipp Plein über Luxus und harte Arbeit, über seinen Erfolg – und das emotionale Treffen mit seinem Sohn

Philipp Plein

Gemütliche Runde im Münchner Feinkostrestaurant "Käfer’s". Am Tisch eines Separees sitzt Deutschlands erfolgreichster Designer Philipp Plein, 40, mit seinen Eltern, Schwester Gloria und einigen engen Freunden.

Philipp Plein: Er hat seinen Sohn vier Jahre lang nicht gesehen

Sie feiern die Eröffnung des ersten Plein-Stores in seiner Heimatstadt. Die Stimmung ist ausgelassen. Da tritt plötzlich ein Fremder an den Tisch. Er stellt sich kurz vor und überreicht Plein leicht zitternd einen Zettel. Darauf habe er eine geniale Geschäftsidee notiert. Philipp Plein bedankt sich, verspricht, sich die Idee genau anzusehen und sich dann zu melden. Begeistert verabschiedet sich der Mann: Er freue sich schon auf den "Millionen-Deal"…

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©Gala

GALA: Herr Plein, bei der Shop-Eröffnung wurden Sie vorhin wieder mal wie ein Rockstar gefeiert, und dem Fremden merkte man gerade an, wie sehr er Sie verehrt. Wieso sind Sie für so viele Menschen ein Idol?

Philipp Plein: Mein Lifestyle ist ein wesentlicher Teil des Erfolgs, und ich selbst bin das größte Kapital meiner Marke. Unsere Kunden wollen Teil dieser glamourösen Welt sein. Mit meinen Produkten verkaufe ich ihnen diese Träume.

GALA: Nach mehr als 200 Plein-Stores weltweit haben Sie nun den ersten in München eröffnet.

Plein: Und ich bin sehr stolz darauf! Es ist ein kleiner Laden, aber ein sehr schöner. Als komplett selbst finanzierte Marke brauchen wir keine riesigen Paläste wie Prada oder Gucci. Wir brauchen Geschäfte, in denen wir Geld verdienen.

GALA: So spricht ein Designer, der auch Unternehmer ist.

Plein: Es gibt ja kaum noch unabhängige Designer, sondern nur noch Kreativdirektoren. Früher waren Designer wie Gianni Versace, Roberto Cavalli oder Jil Sander gleichzeitig auch Unternehmer. Und natürlich bringt ein Investor nicht den gleichen Spirit mit wie ein Designer, dem das Unternehmen gehört. Die meisten Designer sind mittlerweile Söldner. Die werden angeheuert, arbeiten heute bei Givenchy und morgen bei Burberry.

GALA: Aber es gibt doch noch Leute wie Giorgio Armani oder Ralph Lauren.

Plein: Das stimmt. Aber die sind alt.

Philipp Pleins Mode ist spektakulär und sexy. Bei seiner Frühjahrs-Show präsentierte Model Winnie Harlow einen transparenten Glitzerbody mit Schnallen-Overknees

GALA: Sie lieben es immer sehr spektakulär. Haben Sie trotzdem auch etwas Bodenständiges an sich?

Plein: Ich verdiene ja nicht erst seit gestern plötzlich viel Geld. Ich weiß, wie sehr man kämpfen muss, und ich arbeite hart. Als Philipp Plein führt man kein Luxusleben. Es ist schwer, Erfolg zu haben. Noch viel schwerer ist es, erfolgreich zu bleiben.

GALA: Es läuft doch gerade bestens bei Ihnen.

Plein: Ja, 2018 war ein sehr erfolgreiches, vor allem aber ein glückliches Jahr. Ich durfte endlich meinen Sohn wiedersehen! (Romeo lebt in Brasilien bei seiner Mutter; Anm. d. Red.) Wenn man sein Kind vier Jahre lang nicht gesehen hat, übertrifft das emotional einfach alles. Dieser Moment, als ich ihn am Flughafen in die Arme nehmen konnte, hat alles getoppt. Das war eine sehr intime Situation, für Außenstehende sicher sehr schwer zu verstehen. So etwas habe ich jedenfalls noch nie erlebt.

GALA: Konnten Sie in den Nächten davor überhaupt schlafen?

Plein: Ja, das ging schon. Aber im Unterbewusstsein ist man doch nervös. Mein Sohn spricht überwiegend Portugiesisch. Also habe ich ihm gezeigt, wie er mit einer Übersetzer-App kommunizieren kann.

GALA: Hatten Sie beide sofort eine Verbindung zueinander?

Plein: Ich glaube, dass die Mutter ihn auf das vorbereitet hat, was ihn erwartet. Mit seinen fünf Jahren hat er schon sehr gut verstanden, was passiert. Auch er war natürlich sehr nervös. Meine ganze Familie war da und wollte etwas von ihm. In den nächsten Tagen kommt er mich wieder besuchen. Diesmal ohne seine Mutter. Dann bin ich für alles verantwortlich, da müssen wir auch abends zusammen Zähne putzen.

GALA: Das heißt, Sie müssen auch mal streng sein.

Plein: Na, mal schauen. Jedenfalls bin ich sehr glücklich. Ich habe gemerkt, dass meine Arbeit in den vergangenen Jahren zu einem großen Teil Ablenkung war. Mich hat die Situation mit meinem Sohn sehr mitgenommen.

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GALA: Privat erlebt man Sie sensibel, in der Öffentlichkeit dagegen als toughen Krieger oder als Playboy, der mit schönen Frauen im Rolls-Royce durch New York cruist.

Plein: Philipp Plein ist eine Person wie David und Goliath in einem. Manchmal muss man tough sein, manchmal einfach nur intelligent. Emotional aber immer. Auch im Business. Nur dann trifft man die richtigen Entscheidungen. Lediglich rational zu handeln funktioniert nicht. Emotionen gehören dazu.

GALA: Sind Sie ein Teamplayer?

Plein: Absolut! Zumindest dann, wenn das Team gut ist. Ich bin der Trainer, der auch mitspielt. Ich muss manchmal selbst das Tor schießen, weil einige Spieler ab und zu nicht wissen, wo das Tor steht.

GALA: Waren Sie als Kind schon so?

Plein: Zumindest hat mich meine Mutter geprägt, die einen sehr starken Charakter hat und ab und zu bossy ist. (Seine Mutter Hanne hebt lächelnd ihr Champagnerglas.)

GALA: Die Familie bedeutet Ihnen viel, richtig?

Plein: Sie ist heute noch wichtiger als früher. Gerade weil mittlerweile so viele Kinder in der Familie sind. Da spürt man noch mehr den Zusammenhalt.

GALA: Was empfinden Sie eigentlich, wenn Sie Ihren Namen auf Stores, Plakatwänden und all Ihren Looks lesen?

Plein: Ich habe meinen Namen ja sogar auf meinen Arm tätowiert! So wache ich jeden Morgen quasi an meiner eigenen Seite auf. Ich muss diesen Lebensstil zelebrieren – ich kann doch nicht etwas ganz anderes verkaufen als das, was ich mag. Ich bin ganz klar jemand, der isst, was er kocht.

Philipp Plein

Zu Gast bei einer Lichtgestalt

Das Schlafzimmer des Designers. An der Rückwand des Himmelbetts das Logo des Hauses: "162 NY".
Morgens werden im Gym die Muskel gestählt
Abends kann man in der Wanne relaxen
Dahinter steckt ein cleverer Kopf: Philipp Plein mit Sonntagszeitung. Die Sahneschnittchen hat er extra für seinen Besucher besorgen lassen

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