Nicolas Ghesquière Solo für Louis?


Nein, eine Kollektion auf den Laufsteg zu bringen ist kein Solo-Trip, sondern Teamwork! "Gala" sah sich bei Louis Vuitton hinter den Kulissen um

Dreizehn Minuten und elf Sekunden können für einen Kreativen alles bedeuten. So lang – oder so kurz – war die Modenschau, mit der Nicolas Ghesquière der Weltpresse, den Branchenexperten und via Lifestream auch Millionen Followern und Kunden seine Visionen für die nächste Saison vorstellte. Als Artistic Director von Louis Vuitton, der berühmtesten Luxusmarke der Welt, kennt Ghesquière das Spiel mit der Zeit. In nicht mal einer knappen Viertelstunde muss man überzeugen.

In den gut sechs Monaten davor ist alles auf dieses Finale ausgerichtet – so lange dauert die Vorbereitung einer Kollektionsschau bei den Modehäusern. Jede Idee wird im Team besprochen. Bei Ghesquière sind das sieben Top-Kreative. Einiges wird gleich wieder verworfen, Spannendes weiterentwickelt. So entstanden nun, inspiriert von Aufklebern aus den Sechzigern, Printkleider im Sticker-Look. Ghesquière gilt als Designer, der Modernität mit Tragbarkeit genial verbindet. Die Teile seiner Kollektionen bauen aufeinander auf, alles ist kombinierbar. Alltagstauglichkeit ist für ihn kein Schimpfwort. "Es geht mir um einen instinktiven Mix", sagt er.

Handarbeit de luxe: flamboyantes Top mit opulenten Stickereien. An den Models liegt es am Ende, die Arbeit eines halben Jahres überzeugend zu präsentieren
Handarbeit de luxe: flamboyantes Top mit opulenten Stickereien. An den Models liegt es am Ende, die Arbeit eines halben Jahres überzeugend zu präsentieren
© PR

Sobald die Richtung der neuen Kollektion feststeht, werden die Materialien ausgewählt. Im Fokus steht bei Louis Vuitton immer das Leder, die DNA des Hauses. Selbst wenn ein Look nicht daraus hergestellt wurde, gibt es doch immer einen Anklang, eine Reminiszenz. Insgesamt arbeiten vier Designteams in den Produktgruppen Schmuck, Schuhe, Accessoires und Pret-à-porter. Wie ein Dirigent fügt Nicolas Ghesquière die Teile schließlich zu einer Symphonie des guten Stils zusammen.

In den Ateliers von Louis Vuitton wird alles von Hand gemacht. Eine wesentliche Rolle spielt der Stammsitz der Gründerfamilie in Asnières-sur-Seine nordwestlich von Paris. Hier entstehen die Showtaschen. Jedes Outfit wird nur einmal produziert.

Eher Köfferchen als Tasche: die "Petite Malle"
Eher Köfferchen als Tasche: die "Petite Malle"
© PR

Meistens kommt der Tag der Show dann viel zu schnell. Die Gäste haben bereits Platz genommen, als Ghesquière alles ein letztes Mal überprüft. Bis zum Final Fitting gibt es Änderungen: Einige Teile werden aus der Kollektion verbannt, andere kommen neu hinzu. Irgendwann aber gibt es kein Zurück. Dann beginnen die Minuten, die alles bedeuten. Hat sich die Mühe gelohnt? Der tosende Applaus und Bravo-Rufe geben am Ende die Antwort.

Wann kommt endlich der Startschuss? Models kurz vor der Show
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