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Nachhaltige Brautmode So gelingt der grüne Brautkleid-Kauf

Nachhaltige Brautmode shoppen: Gar nicht mal so schwer!
Nachhaltige Brautmode shoppen: Gar nicht mal so schwer!
© Shutterstock
Worauf muss beim Kauf nachhaltiger Brautmode geachtet werden? Welche Siegel sind verlässlich? Welche Materialien richtig und wo findet man ein umweltfreundliches Kleid? GALA hat ultimative Shopping- und Experten-Tipps in petto, die weiterhelfen. 

Fair Fashion und Green Wedding sind Trend. Wer an seiner Hochzeit einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen möchte, greift zu nachhaltiger Brautmode. Was lange als verrufene Ökoklamotte galt, ist heute eine umweltfreundliche Variante mit Fashion-Anspruch. Ob zarte Spitzenverzierungen oder schlichte, fließende Stoffe: Eco-Brautkleider wie die der Berliner Modemarke Ivy & Oak lassen sich optisch nicht mehr von Modellen anderer Fast-Fashion- oder Designer-Marken unterscheiden.

Blickt man jedoch hinter die Fassade, lassen sich immense Unterschiede bei Produktionsbedingungen, Materialien und in der Herstellung feststellen. Was macht ein Brautkleid zu einem nachhaltigen Brautkleid? GALA klärt auf. Mit unseren Tipps und Tricks wird Ihr grüner Hochzeitskleid-Einkauf ein Erfolg.

Nachhaltige Brautmode: Darauf sollte geachtet werden 

Umweltfreundliche Stoffe und Materialien

Labels, die nachhaltige Brautmode produzieren,

  • verwenden hauptsächlich Bio-Baumwolle. Sie ist schonender verarbeitet und dadurch länger haltbar.
  • nutzen in allen Produktionsschritten deutlich weniger Chemie.
  • achten beim Färben auf umweltverträgliche Farben.
  • nutzen Rohstoffe aus fairem Handel.

Die Materialien sollten bestenfalls aus Deutschland oder zumindest Europa kommen. Einfach in der Boutique oder beim Hersteller nachfragen.

Transparenz der Labels

Fast-Fashion- und andere Designer-Labels verlagern ihre Produktionsstätten oft in ferne Länder und fallen durch schlechte Arbeitsbedingungen auf. Deshalb stellt sich die Frage: Wer soll das Brautkleid nähen und unter welchen Umständen? Eine bewusste Wahl des Labels ist wichtig.

Eco-Marken stellen nachhaltige Brautkleiderlokal in Deutschland oder einem europäischen Land her. Auf ihrer Labelwebsite veröffentlichen sie regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte - ein wichtiger Indikator für ihr transparentes Arbeiten. Zudem existiert ein Verhaltenskodex, der das Label und die Produktionsstätten dazu verpflichtet, für faire Arbeitsbedingungen, Löhne und Sicherheit am Arbeitsplatz zu sorgen. 

Zertifizierte Siegel

Ein weiterer wichtiger Faktor für mehr Transparenz und Sicherheit beim grünen Brautkleid-Kauf: zertifizierte Siegel. Nachhaltige Modelabels garantieren damit soziale Mindeststandards über die komplette Produktionskette hinweg. Die zwei vertrauenswürdigsten Zertifizierungen sind:   

1. GOTS (Global Organic Textile Standard): Das Siegel ist weit verbreitet und setzt den Mindeststandard für Naturtextilien voraus, bedeutet: Die Kleidung besteht aus mindestens 95 Prozent Naturfasern (davon 70 Prozent aus biologischem Anbau). Die meisten schädlichen Chemikalien sind verboten. Außerdem besteht es auf einen Mindeststandard an sozialen Kriterien: keine Kinder- oder Zwangsarbeit, Arbeitsschutz und Mindestlöhne in der Verarbeitung.

2. IVN (Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft): Dieses Siegel ist strenger, weniger verbreitet und stellt die aktuell höchsten Ansprüche. Um es zu erhalten, müssen 100 Prozent biologisch erzeugte Naturfasern eingesetzt werden. Der Umgang mit Chemikalien ist besonders streng geregelt. Auch bei den Sozialstandards geht der IVN um einiges weiter und garantiert unter anderem existenzsichernde Löhne für Anbau und Verarbeitung.

Nachhaltige Brautmode: 6 ultimative Shopping-Tipps

Neben umweltfreundlichen Materialien, Label-Transparenz und zertifizierten Siegeln gibt es noch weitere Punkte, die helfen, ein Fair-Fashion-Brautkleid zu finden. Das nachhaltige Berliner Modelabel Ivy & Oak hat GALA.de einige tolle Experten-Tipps verraten.

1. Goodbye Fast-Fashion-Trends, hallo zeitloses Design

Trends kommen und gehen, zeitloses und hochwertiges Design bleibt. Darauf setzt auch Ivy & Oak - und das aus einem ganz bestimmten Grund: 

Unsere Vision ist es, dass die Designs Never Out of Style sind und sie an Freunde, Verwandte oder sogar die nächsten Generationen weitergegeben werden.

Ein weiterer nachhaltiger Tipp. Es ist daher ratsam - je nach Geschmack - auf klassisch-bodenlange Schnitte in einer taillierten A-Linie zu setzen. Spitzenapplikationen oder fließende Materialien kommen ebenfalls nie aus der Mode und können auch nach der Trauung vererbt oder weiterverkauft werden.

2. Recycling und Upcycling

Viele lassen das Brautkleid als Erinnerung im Kleiderschrank verstauben. Da nutzt es keinem. Ivy & Oak rät: Den Schnitt des Kleides für alltagstaugliche Zwecke ändern lassen. Das ist bei einigen Modellen des Labels möglich. Eine weitere Option: Die weißen Naturfasern mit umweltfreundlichen Färbemitteln einfärben und als Partykleid wiederverwenden.

3. Zwei- statt Einteiler

Es muss nicht immer ein Kleid sein. Viele Bräute setzen mittlerweile auf Zweiteiler. Auch bei Ivy & Oak bestehen viele Wedding-Styles aus Zweiteilern.

So können Bluse, Rock, Hose oder Blazer auch nach der Hochzeit noch getragen werden.

4. Eco-Fashion = teuer?

Nun ist es passiert: Sie haben sich in ein nachhaltiges Hochzeitskleid verliebt. Doch müsste grüne Kleidung nicht viel teuerer sein, als billig produzierte Fast-Fashion-Mode? Ivy & Oak gibt Entwarnung:

Unsere Vision von Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in Mode zu fairen Preisen wider.

"Die echten Kosten einer umweltfreundlichen und sozial verträglichen Produktion müssen zwar gedeckt sein, dennoch möchten wir unsere Designs zu einem erschwinglichen Preis anbieten", so eine Sprecherin des Labels. Auch ein Blick in den Sale vieler Marken lohnt sich. Dort finden Sie vergünstigte Modelle aus den vorherigen Kollektionen.

5. Onlineshops für Vintage-Shopping-Alarm

Falls es kein neues Brautkleid oder Zweiteiler von grünen Labels wie Ivy & Oak sein soll, findet sich Online bestimmt ein gebrauchtes Fashion-Schätzchen. Denn eine weitere umweltfreundliche Variante ist Vintage-Shopping. Gebrauchte Modelle können zum Beispiel bei Onlineplattformen wie Kleiderkreisel, Mädchenflohmarkt, Stillwhite oder die zweite Braut gekauft werden. Eine weitere coole Alternative zum neuen Brautkleid ist eins auszuleihen. Diesen Service bieten mittlerweile einige Brautmodeläden online an, zum Beispiel der Münchener Shop White Silhouette.

6. Aus dem Kleiderschrank vor den Altar

Mit Shopping hat der nächste Tipp wenig zu tun, zumindest nicht im ersten Moment. Wer jetzt nicht auf das Traumkleid in Weiß steht, kann auch mal einen Blick in den eigenen Kleiderschrank werfen. Gibt es da vielleicht ein absolutes Lieblingskleid, das man bei Dates mit dem Partner getragen hat und das sich beim Schneider des Vertrauens aufpimpen lässt? Es wäre eine günstige Alternative und mit Sicherheit an Einzigartigkeit und persönlichen Erinnerungen kaum zu übertreffen.

Verwendete Quellen: Utopia, eigene Recherche, eigenes Interview

Gala

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