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Michael Michalsky + Fashion Week Berlin Kein bisschen leise

Michael Michalsky
© PR
Im Interview mit Gala.de sprach Designer Michael Michalsky über seine neue Kollektion "Urban Nomads", das Leben als Stadtmensch und seine Facebook-Sucht

Wer im Rahmen der Berliner Mercedes-Benz Fashion Week die Modenschau

von Michael Michalsky besucht, kann sich auf Einiges gefasst machen: Seine "StyleNite" im Tempodrom ist schon längst zum Highlight der Modewoche geworden. Auch in diesem Jahr trumpfte Michalsky wieder auf und schaffte es, Design, Musik und Film zu einem Event der Extraklasse zu verbinden.

Auf der diesjährigen StyleNite feierte Disneys "Tron:Legacy" seine Deutschlandpremiere. Warum fiel ihre Wahl gerade auf diesen Film?

Ich war schon von "Tron" aus dem Jahr 1982 begeistert. Da geht es ja darum, dass jemand aus der realen Welt in eine virtuelle Welt oder ein Videospiel abtaucht, und eigentlich so ein bisschen prognostiziert wie sich unsere Welt in der Zukunft verändert. Das fand ich sehr cool, weil es in meiner neuen Kollektion "Urban Nomads" darum geht wie wir mit der Technologie im 21. Jahrhundert umgehen. Ich habe dann einfach bei Disney gefragt, weil ich fand, dass es sich anbietet, den Film im Anschluss meiner Show zu zeigen.

Wie kam der Kontakt zu Disney zustande?

Ich hatte ja schon vor ein paar Jahren Charaktere von Disney in meiner zweiten Kollektion verarbeitet. Das waren die Panzerknacker und Gundel Gaukeley. Deshalb wusste ich schon mal, wen man da fragt. Ich wusste vorher natürlich nicht, ob die das gut finden. Aber ich wollte den Film gerne zeigen, da es ein unglaublich stylisher Film ist. Das hat also alles ganz gut gepasst.

In Ihrer neuen Kollektion geht es um das Leben in der Stadt. Würden Sie sich als einen Stadtmenschen bezeichnen?

Ja. Ich habe ja lange genug auf dem Dorf gewohnt. Ich möchte das Leben auf dem Land jetzt auch nicht schlecht machen, denn es gibt ja genug Leute, die das toll finden. Aber ich selbst bin eher der urbane Typ. Ich denke, das sieht man auch an der Kollektion und allgemein an den Sachen, die ich mache.

Gibt es eine Stadt, die Sie besonders fasziniert?

Für mich ist natürlich Berlin im Augenblick der Mittelpunkt der Welt. Ich denke auch, dass das für viele Leute so ist, denn Berlin ist wirklich eine innovative, coole Stadt. In den späten Achtzigern habe ich ja in New York gelebt und ich finde, dass der Spirit, der früher dort geherrscht hat, jetzt so auch in der Hauptstadt wieder auflebt. Viele Leute, die früher in New York gelebt haben, kommen deshalb ja auch hierher. Die realisieren dann ganz schnell, dass in Berlin viel passiert. Dass es eine schnelle Stadt ist, die einen ständigen Wandel durchmacht. Und das passt wiederum sehr gut zu mir als Designer: Auch Mode ist ja schließlich nichts anderes als ein ständiger Wandel.

Für das Berliner Mariott-Hotel haben Sie gerade eine Bar designt.

Da bin ich auch ganz stolz drauf.

Wie war es, als Inneneinrichter zu arbeiten?

Interieurdesign interessiert mich ja schon sehr lange. Auch alle meine Läden und meinen Showroom habe ich ja selbst designt. Als ich gefragt wurde, ob ich das machen will, habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut, weil ich mich da wirklich austoben konnte. Und Mode und Interieurdesign sind ja auch unmittelbar miteinander verbunden, weil ich eigentlich der Meinung bin, dass Mode nicht nur Kleidung ist, sondern auch zeigt wo und was wir essen, wo wir in den Urlaub hinfahren oder was wir lesen.

Designen Sie auch die Inneneinrichtung ihrer eigenen Wohnung?

Ich lege zumindest sehr viel Wert darauf, wie meine Wohnung aussieht. Ich ziehe deshalb auch öfter mal um, einfach um meine Wohnung wieder zu ändern. Ich finde den Look, mit dem man sich zu Hause umgibt, sehr wichtig. Ich kann nicht zehn Jahre im gleichen Umfeld leben.

Ihre neue Kollektion befasst sich auch mit sozialen Netzwerken. Wie nutzen Sie die eigentlich online - zum Beispiel in Form von Facebook?

Ich war, glaube ich, der letzte von meinen Freunden, der sich da angemeldet hat. Inzwischen habe ich das aber durch die Intensität, mit der ich das betreibe, locker aufgeholt. Manchmal habe ich sogar fast ein bisschen Angst, ich wäre facebook-abhängig.

Andrea Zernial

gala.de

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