Mia: Über Mode und Musik

Gala traf Mietze Katz, die Berliner Sängerin der Band Mia zum Interview

Mia - Mieze Katz

Da ist sie wieder. Und wie!

Vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ist Mieze Katz, die Berliner Sängerin mit dem schnurrigen Künstlernamen, zurück. Zusammen mit ihren Bandkollegen will sie die Lautsprecher und Bühnen der Republik zum Beben bringen: Am 9. März erscheint das Album "Tacheles". Gala bat Mieze zu einem exklusiven Mode-Shooting in Mitte, ihrem Kiez. Die Location: direkt über dem Club "KTV". Vor der Kamera wirkt die 32-jährige lebhaft und neugierig wie immer. Doch im Gespräch nach dem Shooting wird klar, dass sie ihre Lebensfreude erst wiederfinden musste.

Hatten Sie Spaß bei dem Shooting?

Und wie, es war super! Was ich schon mal daran gemerkt hab, dass aus sechs Stunden zehn wurden – die sich anfühlten wie drei.

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Dieser Look von Letizia von Spanien kommt uns doch irgendwie bekannt vor.
©Gala

Gefallen Ihnen die Sachen, die Sie getragen haben?

Ich ziehe nichts an, worin ich mich nicht wohlfühle. Weil ich Sängerin bin, keine Schauspielerin - und man es mir einfach ansieht, wenn es irgendwo zwickt oder ich denke: O Gott, was für ein Teil!

Die Umgebung mochten Sie sicher auch?

Klar, das "KTV" mag ich sehr. Wir waren ja in der Wohnung darüber. Unten sind immer sehr tolle Partys, super Ausstellungen. Eine lustige Meute hängt da ab. Aber schon ungewohnt, tagsüber in eine Location zu kommen, in der du sonst die Nacht verbringst.

Wie inspiriert Sie Berlin?

Es ist bunt. Und ich nutze das bunte Angebot mal mehr, mal weniger. Berlin ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Freigeister. Genauso liebe ich es, in der Musik Rock mit Elektro zu vermischen oder bei Klamotten verschiedene Stile zu mixen.

Könnten Sie woanders als in Berlin leben?

Ich gehör hier jetzt erst mal hin. Aber ich schließe nicht aus, dass ich meinen Lebensmittelpunkt mal verlagere und mir dann in einer anderen Stadt oder einem anderen Land einen anderen Kiez erobere.

Mieze trägt einen rosa Seidenbody im Stil eines Fecht-Anzugs, von RicardoSteffen. Strumpfhose: Vintage. Andy, Robert und Gunnar (v. l.) posieren coolin weißen Anzügen und Hemden von Joop und Boss

Von wem lassen Sie sich modisch inspirieren?

Von jedem, bei dem ich sehe: Der fühlt sich wohl und verkörpert sich selbst. Ich habe eine Zeit in New York verbracht. Wenn die Leute dort jemanden sehen, der ihnen gefällt, sagen sie es einfach. Toll! Das versuche ich jetzt auch hier. Wenn ich ein Mädchen sehe, das toll aussieht, sage ich das nicht zu meiner Freundin, ich sag's ihr selber: Hey, du siehst spitzenmäßig aus!

Warum mögen Sie Weiß und Neon so sehr?

Ich hatte irgendwann keinen Bock mehr auf schwarze Klamotten. Ich hab die lange getragen, auch weil ich ein heftiges Jahr hinter mir habe. Helle Farben sind für mich Ausdruck meiner Lebensfreude. Ich mag mich nicht mehr verstecken.

Inwiefern war es ein heftiges Jahr?

Vor allem wegen der Pause, die meine Band und ich hatten. Unsere erste richtige. Ich hatte mir vorher vorgestellt, dass das eine tolle Zeit wird: reisen, abschalten, Leute kennenlernen. Leider kam alles anders, ich hatte überhaupt keine gute Zeit. Es gab ein paar spezielle familiäre Umstände, die auch so eine starke Frau wie mich aus der Bahn werfen können - und das auch getan haben.

Möchten Sie erzählen, was passiert ist?

Es ist echt noch ganz schön frisch. Wer mehr wissen möchte, soll sich die Platte anhören. Sie ist die dunkelste, aber für mich auch veränderndste Platte von uns.

Inwiefern hat Ihnen die Musik aus der Krise geholfen?

Ich habe mich da mit Zettel und Stift und Stück für Stück langsam rausgeschrieben. Ich bekam Abstand zu den Dingen, indem ich sie sozusagen von meinem Herzen auf ein Blatt Papier packte. Das war ein guter Anfang.

Konnten Ihre Bandkollegen Ihnen helfen?

Die haben niemals so was gesagt wie: "Jetzt komm mal wieder klar!" oder "Wie bist du denn drauf!" Es verbindet einen einfach noch mehr, wenn man nicht immer der Gute-Laune-Bär sein muss. Ich vertraue den Jungs jetzt noch mehr, sie sind für mich wie eine Familie. Da drück ich sie für, dass sie so bei mir sind.

Auf dem Album "Tacheles" geht es um Liebe, aber auch um Schmerz und Trauer. Wie sind Sie auf den Titel gekommen?

Wir hatten ein Treffen im "Tacheles", dem Kunsthaus in Berlin. Eigentlich hatten wir andere Vorschläge, aber als jemand 'Tacheles' sagte, waren alle plötzlich still und wir wussten: Das ist es! Für uns, für mich auf jeden Fall ist "Tacheles" eine Lebenseinstellung. Für jetzt.

Befreiend, wenn man genau ausdrücken kann, wie man sich fühlt...

Ja, auf jeden Fall! Da fällt mir grad auch was echt Nettes zu ein: Die Nina Hagen schrieb mir eine sehr nette Neujahrs-Mail - und statt ein "Frohes neues Jahr" wünschte sie mir ein "Frohes neues Ja".

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Ich will glücklich sein und mir das Glücklichsein erlauben. Ich hab total Lust auf Abenteuer und bin an einem Punkt, wo ich sagen kann: Ich bin stolz auf diese Platte!

Und jenseits der Bühne?

Mia

Mieze Katz schnurrt wieder

Mieze Katz trägt ein weißes Jackett mit Schulterpolstern,von Joop. Den 
cremefarbenen Hut mit breiter Krempe brachte sie selbst
Stairway To Heaven: Oversize-Mantel mit großem Kapuzen kragen, von Michael Sontag. Body mit Rüschendeko am Vorderteil, von Kavia
Wild Thing: IrokesenKopfschmuck aus Latex, von Très Bonjour. Vergoldeter
Krallenring "Howling At The Moon" von Bjørg, Jacke von
Kreative Pause: Kurz-Sakko von Regent x Kostas Murkudis, Neopren-Body von Kostas Murkudis. Kette von Escada, Ring von Ti Sento,

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Och, so ein schöner Mann darf mich ruhig mal aus meinem Emotions-Alltag entführen. Sicher gab es eine Zeit, wo ich kein Herz und auch keinen Blick für so was hatte. Aber ich mach drei Kreuze, diese Zeiten sind vorbei! Wenn mich jetzt schöne blaue Augen anblitzen, dann merk ich das.

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