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Mena Suvari über Veganismus "Mit Lederprodukten assoziiere ich pure Angst"

Mena Suvari geht regelmäßig für den Tierschutz auf die Straße. 
Mena Suvari geht regelmäßig für den Tierschutz auf die Straße. 
© Splashnews.com
Ein veganer Lebensstil ist beliebter denn je und findet nicht nur in Hollywood Anklang. Immer mehr Deutsche ernähren sich tierfrei. Während Mena Suvari das lobt, schlagen Kritiker Alarm. Im GALA-Interview spricht die Schauspielerin über ihre Beweggründe

Veganismus. In Deutschland ernähren sich rund acht Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen sogar vegan. Ist es nur ein Trend oder eine langanhaltende Lebensumstellung? Kritiker raten besonders Schwangeren, Stillenden und heranwachsenden Kindern davon ab und machen auf eine Unterversorgung von Nährstoffen wie Vitamin B12 oder Eisen aufmerksam.

Dennoch klettern vegane Kochbücher in Bestsellerlisten herauf und vegane Restaurants sprießen förmlich an jeder Ecke aus dem Boden. Mena Suvari findet das löblich. Vor zwei Jahren hat der „American Pie“-Star seinen Lebensstil radikal verändert: „All meine Kleidung, meine Möbel und mein Bettzeug. Ich wollte alles einfach nur loswerden!“, sagt sie im GALA-Interview. Sie verlange in erster Linie Aufklärung und dass die Menschheit tierische Produkte wieder mit Lebewesen assoziiert.

Was ist Veganismus eigentlich?

GALA: Der vegane Lifestyle wird immer beliebter. Kann man da von einem Trend sprechen?

Ronja Ebeling von GALA traf Mena Suvari bei der veganen Fashion Week in Los Angeles. Die Schauspielerin trug einen kompletten Look aus veganem Leder.
Ronja Ebeling von GALA traf Mena Suvari bei der veganen Fashion Week in Los Angeles. Die Schauspielerin trug einen kompletten Look aus veganem Leder.
© Gala

Mena Suvari: Aus Trendgründen zum Veganer zu werden, wäre falsch und garantiert nicht von Dauer. Es ist mehr eine Lebenseinstellung. Veganismus ist derzeit ein großes Thema bei Celebrities und in den sozialen Medien. Die Vermischung von einem veganen Leben und einer rein pflanzlichen Ernährung sorgt in der Gesellschaft oft für Verwirrung. Zu einem veganen Leben gehört mehr als nur das Essen.

Bevor Sie sich für ein komplett veganes Leben entschieden haben, war nur Ihre Ernährung vegan. Wie kam es zur Umstellung?

Ich habe vor zwei Jahren mit der Organisation „Last Chance for animals“ zusammengearbeitet. Als ich realisiert habe, durch was für eine Tortur Tiere unseretwegen gehen müssen, bin ich weinend zu Boden gesunken. Damals bin ich nach Hause und wollte alles Tierische einfach nur loswerden. Alles! Die meisten Menschen sehen kein Tier mehr, wenn sie eine Ledertasche tragen. Ich assoziiere solche Produkte aber mit purer Angst, die das Lebewesen vor seiner Tötung hatte.

Veganismus beruht auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Ist es nachhaltig, wenn Sie alle bereits vorhandenen Möbel und Klamotten plötzlich aussortieren und durch neue Produkte ersetzen?

Wohlmöglich besteht darin ein Fehler, aber nichts und niemand ist perfekt. Ich habe viele Sachen gespendet. Für mich persönlich war es wichtig, nicht mehr von dieser negativen Energie umgeben zu sein. Andere Veganer behalten die alten Sachen und letztlich muss das jeder für sich entscheiden. 

Gewichtsverlust, reine Haut und vor allem eine neue Lebenseinstellung

Wenn Sie in einem veganen Restaurant sitzen und neben Ihnen jemand mit einer Lederhandtasche sitzt, wie reagieren Sie?

Ich habe diese Situation erlebt und hatte die Wahl zwischen wirklich sauer werden oder es zu akzeptieren. Diese Person leistet trotzdem ihren Beitrag. Manchmal dauert es eben ein paar Jahre, bis Leute zu einer komplett veganen Lebensweise switchen. Nur weil es bei mir quasi über Nacht passierte, kann ich es nicht von anderen erwarten.

Welche Veränderungen nehmen Sie seit der Umstellung wahr?

Alles hat sich verändert! Meine Eltern haben immer zu mir gesagt ‚Du bist, was du isst!‘. Wenn wir uns von tierischen Produkten ernähren, dann essen wir so viele Hormone. Angsthormone. Jetzt habe ich diese ganzen negativen Dinge nicht mehr in meinem Körper, wodurch ich viel mehr Energie habe. Ich kenne auch Leute, die eine reinere Haut oder an Gewicht verloren haben. Aber der größte Unterschied ist die neue Leichtigkeit allgemein. Ich lebe bewusster und weiß, was ich trage und esse.

Mena Suvari will über vegane Alternativen informieren

Viele wissen das also nicht. Wieso verlieren wir die Verbindung zu unserem Essen?

Generationen werden so erzogen. Wenn wir uns die Wurzel vieler Probleme anschauen, geht es meistens um Geld. Dahinter steckt eine komplette Industrie, die viele Menschen blendet, um eigene Profite zu erschlagen.

Was muss also passieren?

Es muss mehr in Aufklärung investiert werden. Langsam werden vegane Gerichte auch in Krankenhäusern und Strafanstalten eingeführt. In meinem nächsten Projekt möchte ich Veganismus in die Schulen tragen. Ausgerechnet dort ist das Essen am schlimmsten, dabei sind Kinder doch unsere Zukunft.

Aber besonders bei Kindern wird doch vor Mangelerscheinungen von gewissen Nährstoffen gewarnt?

Sie müssen lernen, wo Essen herkommt und wie es hergestellt wird. Es soll zunächst Transparenz und ein Bewusstsein geschaffen werden: Was braucht der Körper in welchen Mengen? In welchen pflanzlichen Alternativen findet man diese Nährstoffe? Fleischkonsum wird immer mehr zur Gewohnheit, während die Erkrankungen an zum Beispiel Diabetes steigen. 

Welchen Rat würden Sie angehenden Veganern geben?

Mach es, weil du es wirklich willst und informiere dich.

Verwendete Quellen: Vebu, Eigenrecherche 

Gala

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