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Melania Trump Warum ihr Militär-Look so problematisch ist

Melania Trump
© Getty Images
Melania Trump hat mit ihrem Kostüm von Alexander McQueen eine weltweite Diskussion ausgelöst: Wieso ihr Look so problematisch und Mode durchaus politisch ist.

Es ist der zweite Tag des Parteikongresses (25. August) der Republikaner. Im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington D.C. wurde ein Rednerpult aufgebaut, im Hintergrund hängen sieben Flaggen der Vereinigten Staaten von Amerika. Und dann kommt Melania Trump, 50. Die First Lady trägt für ihre Rede ein olivgrünes Kostüm des britischen Labels Alexander McQueen mit goldenen Knöpfen, großen Taschen und einem spitzen Revers. Dazu kombiniert sie einen breiten Gürtel mit zwei Schnallen, der sie noch strenger wirken lässt. Ein Outfit, das nicht umsonst an eine Art Militär-Kostüm aus den 40er-Jahren erinnert und für heftige Diskussionen sorgt – weltweit.

Melania Trump: Sie macht sich für Donald Trump stark

Obwohl Melania Trump das Coronavirus "Covid-19" und nicht "China-Virus" – so wie ihr Mann, der US-Präsident Donald Trump –, nennt, und sich bei den Helferinnen und Helfern der Krise bedankt, artikuliert sie ihren Standpunkt so deutlich wie selten. "Wir brauchen meinen Ehemann noch weitere vier Jahre als Präsidenten. Er ist das Beste für unser Land, er macht kein Geheimnis aus dem, was er denkt. Absolute Ehrlichkeit ist das, was wir von einem Präsidenten brauchen", so der Appell der First Lady.

Das Outfit der First Lady wird mit faschistischen Regimen verglichen

Eine eindeutige Botschaft, zu der ihr Outfit passt. Das Ehepaar Trump weiß um seine Autorität. Und um seine Macht. Trägt Melania Trump also ein Kostüm, das einer Art Militär-Uniform ähnelt, darf es für sie und ihr Team keine all zu große Überraschung sein, dass ihr Look in der internationalen Presse mit Uniformen aus faschistischen Regimen verglichen wird. Wenn Melania Trump glaubt, Mode sei nicht politisch, dann hat sie sich geirrt. Vor allem, weil sie ihre Stimme als First Lady so selten und zögerlich nutzt wie zuvor keine ihrer Vorgängerinnen. 

Melania Trump: Von "vollkommener Reinheit" keine Spur

Es muss Melania Trump also bewusst gewesen sein, wie sehr sie mit ihrem Kostüm provozieren wird. Trug sie zum Beispiel beim Republikanerkongress im Jahr 2016 ein weißes, schlichtes Kleid mit ausladenden Ärmeln von Roksanda Ilincic, einer in London ansässigen Designerin mit serbischen Wurzeln, urteilten Modekritiker, sie würde durch ihre Kleiderwahl die "vollkommene Reinheit" ihres Mannes unterstreichen wollen. Mit dem Kostüm von McQueen unterstreicht sie vor allem eines: Autorität. "Es ist kein Zufall, dass Melania in einem militärischen Outfit auftritt. Die Trumps zeigen uns so, dass sie Autoritätspersonen sind", schreibt ein Twitter-User.

Melania Trump 2016 in einem Kleid von Designerin Roksanda Ilincic.
Melania Trump 2016 in einem Kleid von Designerin Roksanda Ilincic.
© Getty Images

Doch bereits 2016 fiel Melania Trump den internationalen Modekritikern übel auf: Als ihr Mann zum Präsidentschaftskandidaten ernannt wurde, wählte sie kein Kleid eines amerikanischen Labels – anders als ihre Vorgängerinnen. Trotzdem war das Kleid von Roksanda Ilincic binnen weniger Minuten restlos ausverkauft. Genauso wie das Kostüm von Alexander McQueen.

Kleider machen Leute – doch davon will Melania Trump nichts wissen

An Schauspielerinnen, Models und Co. hätte das Kostüm mit Sicherheit anders gewirkt, doch Melania Trump ist eben die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika – und diese sollte sich eigentlich über die Wirkung von Mode bewusst sein. Eigentlich. Denn bereits im Sommer 2018, als die Präsidentengattin bei einem Besuch von Kindern von Immigrantenfamilien eine "Zara"-Jacke mit der Aufschrift "I really don’t care, do you?" (dt.: "Es ist mir wirklich egal, und Ihnen?") trug, bewies sie, wie wenig sie scheinbar von ihrer Rolle als First Lady verstanden hat. 

Verwendete Quellen:New York Times, Bellevue NZZ, Twitter, Instagram, eigene Recherche

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