Melania Trump und ihre Fashion-Looks: Mode-Stylist Hervé Pierre kleidet die First Lady ein

Melania Trump gehört als Ehefrau von US-Präsident Donald Trump zu einer der bekanntesten und meistdiskutierten Personen der Welt. Neben ihrem Privatleben und Wirken und Handeln als First Lady ist es die Auswahl ihrer Kleidung, die immer wieder den Stoff für Schlagzeilen liefert. Wie viele Frauen im Rampenlicht hat Melania Trump jemand, der ihr in Sachen Fashion zur Seite steht. GALA stellt den Mann vor 

Melania Trump und ihr Mode-Berater Hervé Pierre treten am 20. Oktober 2017 in Washington, D.C. bei einer Ausstellung aus, die das Kleid der First Lady vom Ball am Abend der Amtseinführung ihres Mannes Donald Trump zeigt

Die Zusammenarbeit zwischen der US-First-Lady und dem französischen Designer beginnt am Morgen des 3. Januar 2017, 17 Tage vor der Amtseinführung Donald Trumps als US-Präsident auf dem Capitol Hill in Washington, D.C., mit einem Anruf. "Ich hätte fast das Telefon fallen lassen", erinnert sich Hervé Pierre in der "New York Times" an den Moment, als Melania Trump ihm eine Text-Nachricht zukommen lies. "Ich muss Sie um einen Gefallen bitten", habe sie geschrieben und ihn gefragt, ob es ihm möglich sei, ein Kleid für die Amtseinführung zu kreieren. Es war möglich - und noch am selben Nachmittag trafen sich die First-Lady-To-Be und Pierre zu einer ersten Besprechung im Trump Tower in New York. Der Beginn einer bis heute andauernden Zusammenarbeit.

So arbeitet der Designer mit der First Lady

"Meine Aufgabe ist es, die First Lady zu kleiden und sie zu beraten. Ich bin kein Stylist. Ich bin Berater und sie besteht darauf", stellt Hervé in der US-Ausgabe der "VOGUE" im Dezember 2017 klar. Warum beide Wert auf eine Abgrenzung der Begriffe legen, erklärt er so: "Welche freie Frau lässt sich sagen, was sie anziehen soll? Es ist eine Unterhaltung, eine Zusammenarbeit." 

Fashion-Looks

Der Style von Melania Trump

Zum Staatsdinner mit dem australischen Premierminister Scott Morrison erscheint Melania Trump in einer blass türkisfarbenen Robe von J. Mendel mit transparenten Ärmeln und dezenten Rüschen. Das findet eine gar nicht toll:  Vanessa Friedman, Mode-Redakteurin bei der renommierten Zeitung "The New York Times". Das Kleid sei nicht nur ein Understatement gewesen, sondern eine ganze Abstinenz von Statement. Klartext: Das Kleid sei viel zu langweilig und unspektakulär. 
Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump heißen den australischen Premierminister Scott Morrison und seine Frau Jenny Morrison im Weißen Haus mit einer feierlichen Zeremonie willkommen. Dabei trägt Melania ein babyblaues Kleid der Marke "Scanlan Theodore" für etwa 720 Euro.  
Ihr sonst eher züchtiges Outfit peppt die First Lady mit High-Heels in schimmernder Schlangenoptik von Manolo Blahnik auf. 
Am dritten und letzten Tag des G7 Gipfels in Biarritz geht es an den Strand. Die First Ladys schauen sich eine Surf-Class an und setzen alle auf sommerliche Looks. Die sonst so modebewusste Melania Trump setzt jedoch auf einen eher unvorteilhaften Look. 

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Auch Melanias berufliche Vergangenheit nimmt laut Hervé Pierre maßgeblich Einfluss auf ihre Looks. "Sie kennt sich mit Mode aus, als ehemaliges Model. Sie ist sich bewusst über Konstruktionen, also haben wir schon dasselbe Vokabular, wenn es darum geht, ein Kleid zu entwerfen." 

Nicht immer greift der Designer selbst zum Skizzenblock, sondern schaut, was die Konkurrenz zu bieten hat. "Ich gehe zu Bergdorf, ich gehe zu Saks, zu Michael Kors, zu Dior", sagt Pierre. Das Wichtige dabei: Kein Kleid, das von Melania Trump präsentiert wird, darf zuvor von einer anderen bekannten Person in der Öffentlichkeit getragen worden sein. Das jedoch nicht aus Eitelkeit. "Ich frage immer: War es schon auf dem roten Teppich? Hat es schon jemand getragen? Weil ich nicht will, dass Melania auf der "Wem steht es besser" -Liste steht", erklärt Pierre dem "W"-Magazine" im September 2017. 

Bei diesem Traum aus Cremeweiß staunt sogar der Präsident: Melania Trump trägt beim Freedom Ball am Abend des 20. Januar 2017 in Washington eine Kreation von Hervé Pierre. Der Anfang ihrer Zusammenarbeit

Hervé Pierre steht zur Melania Trump

Die Frage, wer die Ehefrau von Donald Trump ankleidet und/oder in Sachen Fashion berät, machte weltweit Schlagzeilen. Der Grund: Einige Designer wie Tom Ford oder Marc Jacobs lehnen eine Zusammenarbeit ab, weil sie mit der Politik des Präsidenten nicht einverstanden sind. Pierre hat sich dazu eine eigene Meinung gebildet: "Die Schönheit dieses Landes ist, dass es eine Demokratie ist, also wollen manche Leute bestimmte Leute anziehen und manche wollen das nicht. Ich wähle, es zu tun." 
Frauen einzukleiden bedeutet für den 53-Jährigen mehr als die Frage nach Konfektionsgröße, Figur, Farbe und Schnitte. "Wenn Sie mit einer Frau arbeiten, geht es nicht um die Kleidung. Es geht darum, wie eine Person lebt: wie sie isst, wie sie sich organisiert, ihre Blumen", erklärt er der "New York Times". "Ich stelle jedes Mal eine Frage, wenn ich eine Idee zu Papier bringen will: Wohin geht diese Frau? Wenn Sie keinen Zweck haben, ist es nur eine Idee auf dem Papier und das Kleid bedeutet nichts."

Melania Trump

Ihre Afrika-Outfits werfen viele Fragen auf

Melania Trump

 

Melania und ihre Fashion-Fauxpas

Nicht immer bewertet die Öffentlichkeit die Look der First Lady als gelungen. Unvergessen zum Beispiel die Diskussion über ein Paar schwarze High Heels, mit denen sie Ende August 2018 in ein Hurrikan-Krisengebiet reiste. Oder der Aufruhr über einen Parka mit der Aufschrift "I really don't care - Do you?", den Melania Trump im Juni 2018 auf dem Weg zu einem mexikanischen Flüchtlingsheim trug. Auch in dieser Hinsicht nimmt Mode-Berater Pierre in der "New York Times" eine klare Haltung ein: "Ich liege nicht immer richtig. Ich mache Fehler und dasselbe gilt für Melania. Es gibt kein Buch "Wie man die perfekte First Lady ist". Du lernst es, während du es tust." 

Omarosa Manigault-Newman, eine ehemalige Mitarbeiterin des Weißen Haues, behauptet hingegen, dass vermeintliche Fashion-Fauxpas' Trumps in Wahrheit bewusste modische Statements seien. Melania gab das in einem Interview mit dem TV-Sender "ABC" nach dem Skandal um ihren Parka zu: "Es war eine Art Botschaft, ja! Ich würde es vorziehen, dass sie [die Kritiker] sich auf das konzentrieren, was ich tue und meine Initiativen und nicht auf das, was ich trage." 

Die Karriere des Hervé Pierre

Pierre studierte an der École de la Chambre Syndicale de la Couture Parisienne, wurde danach für die Luxus-Labels Balmain und Dior tätig. Seine Karriere führte ihn Anfang der 1990er schließlich über den Atlantik nach New York, wo er für Vera Wang, Óscar de la Renta und Carolina Herrera arbeitete. Beide Häuser kleideten mehre US-First-Ladys ein; Pierre selbst wirkte an den Roben für Laura Bush, Hillary Rodham Clinton und Michelle Obama mit. Und jetzt, als Selbständiger, eben am Look von Melania Trump. Was einige seiner Kollegen kategorisch ablehnen, ist für Hervé Pierre, der zuvor nicht im Rampenlicht gewesen war, offenbar ein Wendepunkt in seiner Karriere. "Ohne sie [Melania], glaube ich, wäre ich immer noch versteckt. Ich wäre ein 'Ghostwriter'". Heute dürfte jeder in der Fashion-Szene den Namen Hervé Pierre kennen. 

Melania Trump

Modische Rückkehr aus dem Urlaub

Melania Trump
Man kann von First Lady Melania Trump halten, was man möchte. Modisch jedoch macht sie so schnell keinem etwas vor. Ganze 17 Tage lang urlaunte das ehemalige Model nun aber mit der gesamten Familie und setze uns auf modischen Entzug. Nun ist sie zurück! Sehen sie im Video Melanias ersten Auftritt nach der Auszeit
©Gala
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