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Mäntel Subtiler Luxus

Katie Holmes
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Nicht nur Celebritys wie Katie Holmes geraten ins Schwärmen, wenn es um die Mäntel der italienischen Marke Max Mara geht. Was ihr Geheimnis ist, hat "Gala" in Italien herausgefunden

Genau 73 Arbeitsschritte,

dann ist der perfekte Mantel von Max Mara fertig. Durch rund zwei Dutzend Hände geht er da bei, 168 Minuten dauert es vom ersten Schnitt bis zur letzten Naht. 300 Mal wurde das edle Stück im vergangenen Jahr gefertigt. Es heißt schlicht: Nummer 101801.

Ob Katie Holmes, Susan Sarandon oder ganz "normale" Frauen: Alle wissen den selbstverständlichen Komfort eines Kaschmir-Wolle-
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Ob Katie Holmes, Susan Sarandon oder ganz "normale" Frauen: Alle wissen den selbstverständlichen Komfort eines Kaschmir-Wolle-Mantels zu schätzen. Der Stil ist stets schlicht, edel und zeitlos.
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Fabrikleiter Giuseppe Bacci, 56, rattert die Zahlen herunter, während er an Stoffballen, Schneidetischen und Dampfbüglern vorbei durch die Produktionslinie führt - der Mann im weißen Kittel klingt wie eine Nähmaschine auf Hochtouren. Er nimmt seine Aufgabe ernst, besonders wenn es um Mantel Nummer 101801 geht. Denn hier in San Maurizio bei Reggio Emilia werden die Stücke gemacht, die den Weltruhm der italienischen Marke Max Mara begründeten. Die kargen Fabrikhallen machen einen Moment lang vergessen, dass diese Mäntel Luxus produkte sind. Näherinnen beugen sich über schier endlose Stoffbahnen, legen Schnittmuster auf, setzen Krägen mit präzisen Stichen per Hand an. Es summt vor konzentrierter Betriebsamkeit. Die Mäntel schweben an langen Kleiderstangen von Arbeitsschritt zu Arbeitsschritt, sie sind aus Kaschmir und Wolle, mit Pelz besetzt, in Schwarz, Hellgrau, Rosa und immer wieder in Kamelhaarfarben, dem Erkennungszeichen der Marke. Seit 35 Jahren arbeitet Giuseppe Bacci daran, dass die Produktion wie am Schnürchen läuft.

Nie hielt man es für nötig, dem kamelhaarfarbenen Doppelreiher einen Namen zu geben. Entworfen wurde er 1981, sein klassisch eleganter und eher männlicher Schnitt wurde seitdem kaum verändert. Trotzdem - oder gerade deshalb - wirkt er heute noch modern. Isabella Rossellini trägt ihn, Glenn Close, Susan Sarandon und Cate Blanchett ebenso, und als Katie Holmes noch wie die mondäne Frau eines Hollywood-Stars wirken wollte, trat sie gern darin auf.

Die 65-jährige Kreativdirektorin Laura Lusardi ist die Hüterin der Traditionen. Mit 18 Jahren fing sie bei Max Mara an. Seit der
Die 65-jährige Kreativdirektorin Laura Lusardi ist die Hüterin der Traditionen. Mit 18 Jahren fing sie bei Max Mara an. Seit der Firmengründung beschäftigt sie sich mit dem perfekten Mantel.
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Inzwischen wird der Mantel nur noch nach Einzelbestellung gefertigt, auf Wunsch wird der Name der Trägerin ins Label gestickt. An der Schneiderpuppe wirkt der "101801" täuschend schlicht. Dann aber fühlt man den Stoff, ein Gemisch aus Wolle und Kaschmir - weicher als ein italienisches Muttersöhnchen. Giuseppe Bacci fährt mit den Händen behutsam am Kragen entlang und zeigt den Puntino, einen Stich, für den man extra eine Maschine entwickelt hat, die wie per Hand näht. Das Futter mit dem goldglänzenden Max-Mara-Emblem wird nur für diesen Mantel gewebt. Die Schlaufe zum Aufhängen ist aus Kaschmir, nicht etwa aus schnöder Baumwolle - Details, die man nicht sofort sieht und an denen man einen bewussten Verzicht auf Prunk erkennt. Dieses Kleidungsstück soll nicht von der Frau darin ablenken.

Ausgestellter Luxus interessiert bei Max Mara nicht. Man übt die perfekte Zurückhaltung. In San Maurizio werden neben dem "101801" jede Saison 40 verschiedene Mäntel und Jacken genäht, im Jahr verlassen 100000 Teile die Fabrik, auch die Marken Sportmax, S Max Mara und die limitierte Atelier-Linie von Max Mara. Die Max Mara Group - Umsatz 2010: 1,2 Milliarden Euro - ist eine der wenigen Modefirmen, die noch eigene Produktionsstätten in Italien hält. Made in Italy, dazu verpflichtet die Tradition, erklärt Bacci. Das Wissen werde von Generation zu Generation innerhalb der Firma weitergegeben, nur so lasse sich eine gleichbleibend hohe Qualität garantieren. Das Prinzip: Jeder Mitarbeiter ist bei der Entstehung der Mäntel beteiligt, von der Zuschneiderin bis zum Designer. Als wollte Bacci das unterstreichen, fügt er hinzu: "Es ist keine Wissenschaft, Mäntel zu nähen. Es ist schwerer. Die Wissenschaft arbeitet mit Fakten. Wir arbeiten mit Designern..."

Klassiker: Der kamelhaarfarbene Doppelreiher stammt aus dem Jahr 1981
Klassiker: Der kamelhaarfarbene Doppelreiher stammt aus dem Jahr 1981
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Marlene Sörensen gala.de


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