Longchamp: Wie bastelt man eine It-Bag?

Die "Pliage" ist das Herzstück von Longchamp – mit der Kreativchefin des Unternehmens sprach "Gala" über Luxus und Understatement

Für Männer sind Damenhandtaschen ein Mysterium. Was mag sich in den Tiefen von Leder, Nylon oder Bast nur alles verstecken? Wieso investieren Frauen in die Objekte ihrer Begierde manchmal mehr als in ein neues Auto? Und kann man seine Utensilien unterwegs nicht einfach in irgendwas verstauen?

Sie geben der Luxusmarke Gesicht und Seele: hinten die Elterngeneration Michèle und Philippe Cassegrain, vorn die Kinder Jean, Olivier und Sophie

Natürlich nicht. Sophie Delafontaine, Enkelin des Longchamp-Firmengründers, bringt gegenüber "Gala" das Geheimnis der It-Bags auf den Punkt: "Die Tasche einer Frau ist etwas ungemein Persönliches. Frauen tragen darin ihr ganzes Leben mit sich herum."

Sophie Delafontaines Großvater Jean Cassegrain macht sich darüber vermutlich noch keine Gedanken, als er Mitte des vorigen Jahrhunderts einen kleinen Laden am Pariser Boulevard Poissonnières eröffnet. Über der Eingangstür ein exotisch klingender Name: "Au Sultan". Die Auslagen: feiner Tabak und Pfeifen. Rauchen gilt damals als chic. Warum also, fragt sich Cassegrain, sollte nicht auch das Drumherum chic werden? Er beginnt die Pfeifen mit Leder zu verkleiden. Bald kommen Ledertäschchen hinzu, und 1948 gibt Cassegrain seinem Sortiment den Namen Longchamp. Damit legt er den Grundstein für eine große Erfolgsgeschichte in der Welt der Luxus-Accessoires.

Herzogin Catherine

Sie reagiert mit einem deutlichen Statement auf die Baby-Gerüchte

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©Gala

Ihren Ruhm verdankt die Marke nicht zuletzt dem Klassiker "Le Pliage", jener faltbaren, vom japanischen Origami inspirierten Nylontasche mit Ledergriffen. In zig Farben und Größen gehört sie heute zur Grundausstattung vieler Studentinnen und ist ein Statement über alle Generationengrenzen hinweg. Rund 32 Millionen Mal wurde sie seit Ihrer Geburtsstunde im Jahr 1993 bereits verkauft.

Hier ist die Tasche von Katie Holmes: "Pliage Héritage". Der Look ist an den ursprünglichen Shopper angelehnt, das Material aber Leder statt Nylon (ab 780 Euro)

It-Bags

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Verantwortlich fürs Design war damals der Sohn des Firmengründers, Philippe Cassegrain. Dessen Tochter Sophie erklärt, warum die Tasche so beliebt ist: "Die ,Pliage' ist ein Konzept. Simpel, aber mit starker Identität. Sehr elegant. Und sofort wiedererkennbar. Das erreicht man leicht, wenn man ein Logo auf eine Tasche knallt oder ein riesiges Detail. Bei der 'Pliage' sorgt aber gerade das Understatement für den Wiedererkennungswert."

Schon vor einigen Jahren übernahm Sophie Delafontaine die kreative Leitung des Unternehmens. Alle Führungspositionen sind mit Familienmitgliedern besetzt. Vater und Mutter sind immer noch aktiv, dazu kommen Sophies Brüder. "Diese Struktur gibt uns viel Freiheit", sagt sie. "Wir können Entscheidungen sehr schnell treffen, müssen uns nach niemandem richten. Wenn wir zum Beispiel eine Ready-to-wear-Kollektion machen wollen, dann machen wir sie einfach." Diskutiert werde öfter, gestritten aber nie: "Dafür respektieren wir uns zu sehr." Vor neun Jahren entschied sich die Longchamp-Familie, eine Konfektionslinie aufzulegen. Französischer Chic. "In diesem Fall ist die Kleidung das Accessoire zur Tasche", erläutert Sophie Delafontaine. "Man überlegt sich, welches Outfit man zu einer bestimmten Tasche tragen möchte." Mehr It-Bag geht kaum.

Sophie Delafontaine wählt für ihr Styling übrigens fast ausschließlich Longchamp, von der Tasche bis zum Schuh. Mit gutem Grund: "In all dem, was ich kreiert habe, steckt ja mein Herzblut. Also möchte ich es doch auch tragen." Diese Familie liebt und lebt ihre Marke. So wie einst schon der Lederpfeife rauchende Großvater.

Als Hommage an die Tradition des Unternehmens lancierte Longchamp die "Pliage Héritage". Hergestellt wird sie in Handarbeit aus insgesamt gut 250 Einzelteilen

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