Labelporträt: Gucci

Der Weg zum Luxus-Label startete in einer kleinen Sattelei. Bis Gucci zum gigantischen Modeunternehmen aufstieg, vergingen einige Jahrzehnte

Charlotte Casiraghi beim Gucci Gold Cup 2015.

Charlotte Casiraghi beim Gucci Gold Cup 2015.

Das Modelabel Gucci kann bereits auf eine lange Vergangenheit zurückblicken: Schon 1921 gründete der gelernte Sattlermeister Guccio Gucci seine eigene Werkstatt in seiner Heimatstadt Florenz. Allerdings war sein erster Laden nicht auf glamouröse Abendroben, sondern auf luxuriöse Koffer und Taschen aus hochwertigem Leder.

Designer von Luxus-Accessoires

Gucci kam auf seine Geschäftsidee, da er zuvor im Londoner Luxus-Hotel Savoy arbeitete und dort beobachtete, dass sich die Reichen und Schönen gerne mit elegantem Reisegepäck schmückten, um ihren Status zu zeigen. Und tatsächlich ging sein Konzept auf: Schon bald wurden seine Lederwaren zum Verkaufsschlager bei gut betuchten Touristen und wohlhabenden Florentinern.
Guccio Gucci konnte expandieren und ließ seine drei Söhne ab 1939 Filialen seines Unternehmens leiten.

Markenzeichen von Gucci

Sein Sohn Aldo Gucci hatte 1947 dann die Idee für den ersten Topseller des Hauses: Eine Handtasche mit einem Henkel aus Bambus. Die Tasche wurde schnell zum absoluten Trend-Accessoire. Schon bald sah man sie am Arm von Leinwandlegende   und sogar der Queen.
Und damit noch nicht genug: Das Label Gucci konnte gelichzeitig noch mit einem anderen Produkt für Furore sorgen: Die Loafer, flache Mokassin-Schuhe aus weichem Leder, zierten bald die Füße aller modebewussten Frauen. 

Weltweiter Erfolg

Als der Firmengründer 1953 starb, war das Label Gucci bereits weltweit bekannt. Es wurden Geschäfte in London, Paris und Palm Beach gegründet. In den 1960er Jahren führten die Erben des Sattlermeisters das legendäre Doppel-G als Markenzeichen ein, das bald alle Produkte des Hauses zierte. 1966 entwarf das Modelabel einen Seidenschal für  , der unter dem Namen   O bekannt wurde.

Firma in Gefahr

Es hätte alles so schön sein können, doch die Söhne des Firmengründers hatten unterschiedliche Vorstellungen über die Führung des Modekonzerns und zerstritten sich immer mehr. Es wurde auch nicht besser, als Guccio Guccis Enkelsöhne mit ins Geschäft einstiegen.
1989 waren die Erbstreitigkeiten so weit vorangeschritten, dass das Familienunternehmen aufgrund der schlechten finanziellen Lage, Anteile des Konzerns an das arabische Investmentunternehmen "Investcorp International" verkaufen musste. Seit 2004 ist das einstige Familienunternehmen zu 99.4 Prozent im Besitz des Luxusgüterkonzerns "Kering".

Tom Ford als Retter

1995 schaffte es Modedesigner  , der strauchelnden Modemarke zu neuem Glanz zu zu verhelfen: Als Creative Director des Labels machte der Modeschöpfer Gucci wieder zur Trend-Marke und brachte atemberaubende Damen-Kollektionen für Gucci heraus.
Als Tom Ford 2003 das Modehaus verließ, wurde zunächst seine langjährige Assistentin Alessandra Facchinetti Kreativchefin des Modelabels. Als diese zwei Jahre später das Unternehmen verließ, ging der Posten an  , die zuvor bereits Chefin der Sparte Accessoires war.

Frischer Wind durch Alessandro Michele

Im Januar 2015 kam es erneut zum Wechsel an der Spitze des Modelabels:   wurde neuer Kreativdirektor bei Gucci und feierte mit seiner Debütkollektion gleich einen großen Triumph. Der Modeschöpfer, der bereits seit mehreren Jahren für Gucci tätig ist, sagte über seinen Stil: "Ich versuche, die alten Begriffe von Schönheit und Sexyness mit neuem Vokabular, in einer neuen Sprache zu formulieren." Das scheint Alessandro Michele auch tatsächlich zu schaffen.

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