Kolumne: Fashion Friday: Ein Gentleman-Club mitten im Krieg

Inmitten eines Landes, das von Gewalt und Zerstörung gezeichnet ist, lassen die "Dandys von Erbil" Stilgespür und Traditionsbewusstsein wiederaufleben

Die Mitglieder von Mr. Erbil

Sie sind der erste kurdische Gentleman-Club, ein lockerer Verbund modebewusster Männer - und eine willkommene Abwechslung in einem Land, das seit Jahrzehnten keinen Tag mehr ohne Gewalt, Krieg und Zerstörung erlebt hat.

In Erbil, der kurdischen Hauptstadt im Irak, haben sich gut gekleidete Männer zwischen 18 und Mitte Dreißig im Gentleman-Club "Mr. Erbil" zusammengetan. Sie wollen ein Zeichen setzen. Gegen den Krieg, gegen den grauen Alltag - und auch gegen schlechten Stil.

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Gegenüber "zeit.de" gibt Ahmed Nauzad, eines der Mitglieder des Clubs, zu Protokoll: "Wir wollen verdeutlichen, dass es im Irak nicht nur Gewalt und Vertreibung gibt."


Made by Mr. Erbil

Der Zuspruch ist überwältigend. Mehr als 400 Bewerbungen seien beim Club schon eingegangen, die Social-Media-Community wächst täglich.

Ihre kreative Mischung aus westlichen Designeinflüssen und kurdischen Traditionen ist unverkennbar. Die Nachfrage nach ihrem Style ist so groß, dass "Mr. Erbil" schon bald eigene Produkte vertreiben möchte. Bartöl und -wachs zum Beispiel. Offizielle Begründung: Man wolle der heimischen Wirtschaft zu alter Stärke verhelfen.


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