Kolumne: Fashion Friday: Athleisure, athlässig!

Was ist eigentlich „Athleisure-Mode“ und wie verliert man auch in Jogginghose nicht die Kontrolle über sein Leben – wir kennen die Antwort

Vor Karl Lagerfelds spitzer Zunge ist keiner sicher. Weder Heidi Klum, noch das bequemste aller Kleidungsstücke: die Jogginghose.

Lena Gercke

Verrückte Fashion-Show mit Babybauch

Lena Gercke
Lena Gercke zeigt auch während der Schwangerschaft ihre Modelkünste.
©Gala

Wer die trägt, „hat die Kontrolle über sein Leben verloren“

soll King Karl mal gesagt haben. Mich selbst kann er damit jedenfalls nicht gemeint haben, immerhin war ich ein echter Spätzünder und verlor genau diese Kontrolle erst relativ spät.

Bei meinen Eltern galten Sportklamotten außerhalb des Sportplatzes nämlich unausgesprochen als No-go. Dann kam irgendwann das Studium, meine erste Jogginghose und damit verbunden einige wichtige Erkenntnisse: Der frühmorgendliche Gang zum Bäcker fühlt sich darin plötzlich ziemlich erträglich an,  das Nirwana muss man sich nicht zwangsläufig herbei meditieren, es reicht ein entspanntes Wochenende auf der Couch in der passenden Klamotte und überhaupt sehen Hosen mit Gummizug auch im Alltag ganz schön cool aus.

Athleisure“-Styles

Wie gut dass es so etwas wie Jogginghosen aber ja eigentlich ohnehin nicht mehr gibt. Seit einigen Saisons nennt man Sportbekleidung, die man in seinen Look integriert, nämlich „Athleisure“-Styles – also einen Mix  aus Athletic und Leisure. Und so wie das klingt, sieht auch der Look aus: ultralässig. Und das eben nicht beim Joggen um die Alster mit rotem Kopf und Schnappatmung, sondern in der City.

Sportswear

Sportlich

Sportswear meets Glam

Außerdem finde ich, dass High-Tech-Materialien und atmungsaktive Stoffe gerade beim Stadtbummel Sinn machen, schließlich kann der den ein oder anderen auch  sportlich ganz schön herausfordern, spätestens dann, wenn die Sale-Saison beginnt oder der „Run“ auf das nächste ultimative Must-have. Klar, ein Stirnband und Pulsmesser wären vielleicht etwas übertrieben, obwohl gerade letzterer bei einigen sicher auch mal in die Höhe schnellt, zumindest wenn der Sale-Discount die 30-Prozent-Grenze knackt. Warum also nicht in die Hose mit Sportstreifen schmeißen, wenn man sich für die kommende Saison klamottentechnisch eindeckt?! Außerdem lässt sich der Look ja auch alltagstauglich stylen. Gegen einen weit geschnittenen Cashmere-Pulli mit V-Ausschnitt zur Sporthose oder ein Lycra-Shirt zur Lieblingsjeans kann nun wirklich keiner etwas sagen – weder meine Familie, noch Karl Lagerfeld.

Alltagstaugliche Sportmode

Und auch die Angst vor dem Kontrollverlust kann ich Ihnen nehmen. Schließlich hat selbst Lagerfeld inzwischen seine Meinung revidiert und macht in Jogginghosen. Denn darin laufen auch seine Kundinnen ein kleines bisschen „Chanel-ler“, wenn sie sich wieder einmal mit den allerneuesten Tweed-Styles eindecken …

Modezar Karl Lagerfeld (†)

Seine besten Sprüche

"Es gibt auch Menschen, die legen sich an den Strand und warten dort, dass die Inspiration zu ihnen kommt. Nur kommt die Inspiration nicht einfach an den Strand."
"Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund."
"Stress? Das kenne ich nicht, ich kenne nur Strass."
"Wer heute als schön gilt, wird morgen kaum noch zum Putzen bestellt."

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