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Kirsten Dunst Gegen den Strom


Das Mode-Geheimnis von Kirsten Dunst: Sie mag sich einfach nicht anpassen. Die Hollywood-Schauspielerin beschreibt ihren Stil als klassisch, sorgt aber immer wieder für Überraschungen

Die Costume Institute Gala

im New Yorker Metropolitan Museum ist einer der wichtigsten Fashion-Events nach den Pariser Prêt-à-porter-Schauen. Alljährlich wird sie organisiert von US-"Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour, der mächtigsten Frau in der Modeindustrie. Hier versammelt sich das "Who's who" der Stars und der Society, gekleidet in die edelsten Couture-Roben.

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Nur eine fällt irgendwie aus dem Rahmen: In diesem Jahr in einem knallroten Smoking-Kleid von Rodarte, mit Wasserwelle und perfektem Lidstrich erscheint KirstenDunst wie eine Stummfilm-Diva aus den Zwanzigerjahren und zieht damit alle Blicke auf sich. Und das, obwohl ihr Outfit nicht unbedingt das gefälligste ist. Der markante Gürtel, der ihre Jacke zusammenhält, sorgt direkt für Gesprächsstoff. Modekritiker sind schonungslos, das wissen hier alle. But who cares?

Kirsten ist eben anders. Allürenlos und mit fast schon revolutionärer Natürlichkeit hat sie sich die deutschstämmige Schauspielerin in den vergangenen Jahren zur Charakterdarstellerin und Stil-Ikone mit Außenseiterposition gemausert.

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Ihren Durchbruch schafft sie mit elf Jahren als kaltblütige Lolita-Blutsaugerin in "Interview mit einem Vampir". Danach folgt eine Mischung aus kommerziellen Blockbustern und intellektuellen Kunstfilmen. So beschert sie uns in "Spiderman" mit Tobey Maguire einen der schönsten Filmküsse aller Zeiten. Ein weiteres Highlight ist ihre Darstellung der französischen Königin Marie Antoinette unter der Regie von Sofia Coppola. Durch diese Rolle wird Anna Wintour auf sie aufmerksam. Pünktlich zum Filmstart ziert Kirsten mit gepuderter Perücke und einem eng geschnürten Sensationskleid von Alexander McQueen das Cover der amerikanischen "Vogue". Doch der frühe Ruhm fordert seinen Tribut. 2008 zieht sie sich in eine Klinik zurück, um ihre Depressionen therapieren zu lassen. Im Anschluss spricht sie in Interviews offen über diese Zeit. Sie sei mit dem Hollywood-Rummel nicht mehr klargekommen. Die Folge: Kirsten verschwindet aus der Öffentlichkeit. Pause vom Filmzirkus!

2011 feiert sie ihr Comeback im Rampenlicht und nutzt auch die Mode als Instrument der Erneuerung. Zur Amfar-Gala an der Côte d'Azur erscheint sie wie Phönix aus der Asche: bildschön, die Haare mädchenhaft zum Kranz geflochten, in einem Couture-Kleid von Chanel. Es wirkt fast so, als habe ihr guter Freund Karl Lagerfeld ihr den Traum in Weiß persönlich auf den Leib geschneidert. Dieser Auftritt in Cannes wird Kirstens Triumphzug - nicht nur weil sie für ihre Darstellung in Lars von Triers "Melancholia" die Goldene Palme als beste Hauptdarstellerin erhält. Die Modekritiker überschlagen sich ebenfalls vor Entzücken.

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Auch stilistisch scheint die Auszeit Kirsten Dunst Flügel verliehen zu haben. Kannte man sie sonst eher im grungigen Lässig-Look, lässt sie sich heute viel mehr auf modische Experimente ein. Gerade sieht man sie noch als elfenhaftes Wesen in zarter Couture, da überrascht sie schon im strengen Smoking bei einer Modenschau in New York - um im nächsten Moment eine düstere Robe im Grufti-Look auszuführen.

Sie selbst mag laut eigener Aussage Auftritte auf dem roten Teppich überhaupt nicht. Das Blitzlicht sei nicht schmeichelhaft, lasse ihre Wangenknochen verschwinden und verpasse ihr ein Mondgesicht. Aber diese Distanz zum oberflächlichen Business ist vielleicht genau das, was auch ihren Look ausmacht. Sie trägt Vintage-Schuhe zum Designer-Outfit oder kombiniert die coole "Wayfarer" von Ray Ban zum edlen Cocktailkleid. Immer chic, immer speziell.

Vielleicht ist es das, was Kirsten Dunst so interessant macht für die Modemarken dieser Welt. So ist sie regelmäßig Ehrengast zahlreicher Designer und heiß begehrt als Werbegesicht und Model für Modeproduktionen der größten Magazine. Sogar das scheint ihr irgendwie egal zu sein. Sie plant lieber ihre Zukunft als Regisseurin, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. In eine Schublade pressen lässt sich Kirsten Dunst schließlich nicht. Weder im Job noch modisch.

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