Karl Lagerfeld: Schräger Alltag

24 Stunden im Leben des großen Karl Lagerfeld: Der Designer, Fotograf und Bücherwurm erzählt, wie sein Tag abläuft

Sehr freizügig hat Karl Lagerfeld

sich jetzt gegenüber dem Magazin "Harper's Bazaar" geäußert, was intime Details seines Tagesablaufes angeht. Nach exakt sieben Stunden Schlaf nimmt er seine zwei Protein-Shakes mit Schokogeschmack, ohne Zucker, mit gedünsteten Äpfeln zu sich - auf Verordnung seines Leibarztes. Dazu gibt's keinen Kaffee oder Tee, denn Lagerfeld mag wohl keine heißen Getränke, sondern gleich die erste "Diet Coke". Dieses Lieblingsgetränk bevorzugt er von morgens bis nachts.

Ein großer Kreativer bei seinen Aktivitäten als Designer: Karl Lagerfeld lässt sich im Alltag dafür Zeit für Tagträume.

Anziehen ist noch nicht angesagt, denn Monsieur hat sich nach Originalschnitten eines langen, weißen Männernachthemdes aus dem 17. Jahrhundert, das er im Londoner "Victoria and Albert Museum" entdeckt hat, eben solche von "Hilditch & Key" in Paris nachschneidern lassen. So gewandet beginnt Lagerfeld seine Lesestunde mit Blick auf den Louvre und die Seine. Französische, englische und einige amerikanische und deutsche Tageszeitungen und Magazine liest er. Tagträume fördern seine Kreativität, festgehalten in Zeichnungen. Dann geht es ab in die Badewanne. Gekleidet wird sich derzeit in Dior-Jacken und anthrazitfarbenen Jeans seiner Kollektion mit seinem Konterfei darauf. Um 16 Uhr wird es dann Zeit, mit einem der beiden Chauffeure loszufahren: Paris und seine Menschen - das studiert Lagerfeld dabei nur zu gerne.

Wenn Monsieur wirklich mal Lust auf Lunch hat, dann nimmt er diesen in seinem zweiten Haus um die Ecke ein, wo dann auch ein Koch beschäftigt ist und er sich mal mit Leuten trifft. Dort befinden sich auch das Studio, das Büro und die Angestellten. Seine konzeptuelle Arbeit nimmt er konzentriert am Spätnachmittag in Angriff.

Socializing beim Dinner, für das man stets pünktlich und perfekt gekleidet sein sollte, hat für den Modedesigner derzeit an Attraktivität verloren. Gespielt wird dann am Abend lieber mal mit der Katze "Choupette" , die vom Wesen her einer verwöhnten Prinzessin ähnele. Dann endet der Tag des außergewöhnlichen Kreativen. Nachts sind alle Katzen grau: Zeit für das historische Nachtgewand des großen Karls.

Stefanie Behrens

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