Juergen Teller: Kein Verständnis für Perfektion

Modefotograf Juergen Teller hält es für bedenklich, dass Models für Modefotos perfekt aussehen müssen.

Juergen Teller (48) findet augenscheinlich perfekte Modefotos langweilig.

Der Fotograf ist bekannt für seine 'Anti-Glamour-Ästhetik'. Die Definition von Mode-Fotografie hat er mit seinen bahnbrechenden Kampagnen- und Magazin-Aufnahmen neu geprägt - darunter etwa das 2010 entstandene Bild von Supermodel Kate Moss (39) in einer schlammverschmutzten Schubkarre.

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Doch trotz seines Aufstiegs in die höheren Sphären der Fashion-Fotografie hadert der Deutsche noch immer mit seinen Ansichten über das Modeln und Mode. "Was ist perfekt?", fragte Teller in der UK-Ausgabe der 'Grazia'. "Es interessiert mich nicht das kleinste bisschen, ich habe keine Verbindung zu all dem. Ich habe kein sexuelles Verlangen in diese Richtung. Ich verstehe es überhaupt nicht", offenbarte er. "Ich finde diese Fotografien so langweilig. Und ich denke nicht, dass es für Frauen gesund ist, unter diesem immensen Druck zu stehen, so oder so aussehen zu müssen. Ich achte mehr darauf, was für eine Art Mensch sie sind."

Der aus Erlangen stammende Künstler zeichnet auch für die berühmte Posh-in-a-bag-Kampagne von 'Marc Jacobs' verantwortlich, für die Victoria Beckham 2008 in einer überdimensionalen Einkaufstasche posierte - zu sehen waren dabei nur ihre aus der Tüte ragenden Beine. Ohne Zweifel hat seine Arbeit für Branchengrößen wie Vivienne Westwood dazu beigetragen, dass sich zahlreiche Models und Prominente in den eigenartigsten Szenerien von Teller ablichten lassen. "Bevor ich sie [Victoria Beckham] traf, hatte ich immer Paparazzi-Bilder von ihr gesehen", erklärte er."Und es sah so aus, als habe sie keinen Humor, als sei sie wirklich angepisst. Aber sie ist total witzig und nimmt sich überhaupt nicht ernst. Und genauso wollte ich sie zeigen."

Der Vater eines Sohnes glaubt, sein eigener leicht düsterer Charakter sei der Grund dafür, dass seine Fotografien so ungewöhnlich sind: "Ich bin ein komplizierter Charakter, fast schon melancholisch. Darum fühle ich mich dazu bestimmt, die lächerlichen, lustigen Seiten des Lebens wahrzunehmen - denn das Leben ist komplex", resümierte Juergen Teller.

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