John Galliano: Er entschuldigt sich - fast

Nach seinem Rauswurf bei Dior verkündet John Galliano über seinen Anwalt, dass ihm der Vorfall leid täte. Auch Karl Lagerfeld meldet sich zu Wort

Designer John Galliano muss jetzt nicht nur mit seiner Kündigung bei Dior klar kommen, sondern sich auch noch demnächst vor Gericht verantworten. Antisemitismus und Beleidigungen werden in Frankreich nicht auf die leichte Schulter genommen. Auch nicht, wenn sie von einem Star-Designer stammen. Laut "RP Online" könnte der Prozess nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft zwischen April und Juni stattfinden. Im Falle einer Verurteilung, könnten dem Designer bis zu sechs Monate Haft drohen und eine Geldstrafe von 22.500 Euro.

Kurz vor Bekanntgabe des baldigen Prozess, entschuldigte sich Galliano über seinen Anwalt: "Antisemitismus und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft: Ich entschuldige mich ohne Vorbehalte für mein Verhalten." Die Anschuldigung hingegen, er habe letzte Woche ein Paar mit rassistischen Äußerungen beleidigt lässt er nicht auf sich sitzen: "Ich weise die gegen mich erhobenen Behauptungen zurück. Ich muss jedoch akzeptieren, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe die Menschen zutiefst schockiert und verärgert haben."

John Galliano wolle "Verantwortung" übernehmen: "Um damit zu beginnen, werde ich Hilfe suchen." Der Designer wird demnächst in der Reha-Klinik "The Meadows" in Wickenburg, Arizona einchecken, um dort sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen. In genau derselben Einrichtung war bereits Tiger Woods stationiert. Eine Luxus-Entzugsklinik, die unter Stars bekannt und beliebt ist.

Gerade den Berühmtheitsfaktor bei John Galliano sieht Karl Lagerfeld als ein Problem: "Die Sache ist die, wir sind ein Business, und vor allem heute, mit dem Internet, muss man vorsichtiger denn je sein, was man sagt, vor allem, wenn man eine bekannte Person ist. Man kann einfach nicht betrunken auf die Strasse gehen, es gibt Grenzen, Dinge, die man nicht tut." äußert sich der Modemacher gegenüber dem Branchendienst "WWD".

Auch geht Lagerfeld auf den Imageschaden ein, den John Galliano dem Unternehmen dabei zuführt: "Ich bin wütend auf ihn, weil er LVMH (Louis Vuitton Moët Chandon-Gruppe) solchen Schaden zugefügt hat, und auch deren CEO Bernard Arnault, der ein Freund ist, und der ihn mehr unterstützt hat als jeden anderen Designer der Gruppe, weil Dior sein Lieblingslabel ist. Es ist so, als sei sein Kind verletzt worden".

Jetzt liegt es an John Galliano, mit einem erfolgreichen Entzug das Kind wieder aus dem Brunnen zu holen.

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