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Jette Joop für "Aldi Süd" "Ich hatte große Angst"

jette joop
Jette Joop.
© ALDI SÜD
Zwischen Tiefkühlkost und Dosenbier präsentierte Designerin Jette Joop gestern Abend offiziell ihre "Blue Motion Designerkollektion" für "Aldi Süd". Gala traf die Designerin vorab exklusiv zum Interview und sprach über schlaflose Nächte und eine ungewisse Zukunft

Zwischen Toast und Dosenbier präsentierte Designerin Jette Joop gestern Abend offiziell ihre "Blue Motion Designerkollektion" für "Aldi Süd". Als Ehrengast erschien im Glitzer-Fummel die "Aldi Süd"-Auszubildende und "Ex-GNTM"-Kandidatin Jennifer Daschner. Bei Finger Food aus "Aldi"-Produkten verbrachten geladene Gäste einen etwas anderen Abend im Supermarkt. GALA traf die Designerin Jette Joop vorab zum Exklusiv-Interview in der Tiefkühlabteilung.

Was war Ihre Motivation "Ja" zu sagen, Frau Joop?

Ich war geschmeichelt und ich hatte eine schlaflose Nacht. Dann kam ich zu der Überzeugung, dass es eine großartige Herausforderung ist und genau zu dem passt, was mich interessiert. Ich bin ja eigentlich Industriedesignerin, habe mal Autodesign studiert. Mein Interesse galt schon immer der Konsumentin: Was macht die Kundin, was wünscht sie sich, wie ist ihr Konsumverhalten? Als ich vor 16 Jahren meine Kooperation mit Christ eingegangen bin, wurde ich vom Markt intern kritisiert. Heute ist Christ ein ganz anderer Konzern als damals. Ich hatte also den richtigen Riecher. Das ist so ein bisschen mein Spezialgebiet zum richtigen Zeitpunkt als Early Bird gewisse Möglichkeiten zu entdecken und etwas Schönes daraus zu machen.

Wie lief die Zusammenarbeit ab?

Nachdem die Kooperation spruchreif war, haben wir uns mehrfach getroffen. Ich habe im Vorfeld auch viel mit dem Lieferanten zusammengearbeitet, denn Aldi hat sehr hohe qualitative Maßstäbe. Natürlich haben wir auch über die Kollektion und die Erwartungen der Kundin gesprochen. Ich habe eine richtige Designvorlage gemacht, wir haben gemeinsam ausgewählt und sind sehr straff vorgegangen. Da war wenig Raum für Arroganz oder abgehobenes Verhalten meinerseits. Das ist aber sowieso nicht meine Art, ich glaube deshalb wurde ich auch ausgesucht. Wir haben überlegt, womit wir den Geschmack des breiten Publikums treffen können. Damit verbunden war natürlich auch ein enorm hoher Druck.

Haben Sie Angst, dass Sie die Erwartungen nicht erfüllen können?

Ja, ich hatte Angst. Dieses Projekt ist eines der wichtigsten in meiner Karriere.

Wie haben Sie für sich die Aldi-Kundin definiert?

Das war recht einfach. Jeder kauft bei Aldi ein. 87 % der Deutschen waren im letzten Jahr bei Aldi einkaufen. Ich musste einen Weg gehen, der für viele schön ist. Stylisch, cool aber nicht zu wild. Das Ziel war vor allem, dass die Frau, die die Dinge trägt, richtig gut darin aussieht.

In Ihrer Kollektion gibt es eine "Never-Peinlich" Hose. Was hat es damit auf sich?

Diese Hose hat eine tolle Passform, macht schlanker, sitzt perfekt und ist auch noch ein absolutes Schnäppchen.

Gute und günstige Mode – kann das funktionieren?

Gut und günstig ist kein Widerspruch in sich, es ist oft einfach eine Frage der Stückzahlen. Wenn ich tausend Tüten Haribo einkaufe, kann ich mit Sicherheit einen besseren Deal machen als wenn ich nur zehn kaufe. Das ist im Prinzip sehr simpel. In unserem Fall ist es zudem so, dass Aldi sehr sehr strenge Regeln hat, was den Einkauf angeht. Strengere als andere.

Die Branche ist derzeit sehr im Wandel: Mittelpreisige Unternehmen haben zu kämpfen, günstigen Ketten geht es besser denn je. Springen Sie bewusst auf diesen Zug auf? Es ist generell eine Verschiebung zu beobachten. Aber ich denke wenn man ein Konzept wie dieses macht, was in sich geschlossen ist, dann ist das ehrlich. Ich glaube, worauf der Konsument allergisch reagiert, ist, wenn versucht wird aus einem X ein U zu machen. Denn die Leute heute sind einfach zu schlau, sie lassen sich da nichts mehr vormachen und sind zu gut informiert. Authentizität ist da das Stichwort.

Apropos Authenzität. Die Modenschau findet heute in einer "Aldi Süd"-Filiale statt.

Es ist nur logisch, dass die Modenschau an dem Point of Sale stattfindet. Es ist kein Marketing-Gag in diesem Sinne. Heute früh war die Filiale an der Königsallee noch geöffnet, jetzt steht hier ein professioneller Laufsteg.

Wie soll die Zusammenarbeit in Zukunft weitergehen? Wird es vielleicht sogar eine Schmuckkollektion für Aldi geben?

Darüber haben wir bisher noch gar nicht gesprochen. Wir werden schauen wie diese Kollektion jetzt einschlägt und darüber hinaus werden wir weitersehen. Vielleicht bekomme ich noch einmal einen Auftrag, vielleicht war es das aber ja auch schon wieder (lacht).

nme Gala

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