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Jasmin Gerat Über Stil und Stil-Ikonen


Jasmin Gerat gehört zu den vielseitigsten Talenten im deutschen Filmgeschäft. "Gala" traf sie zum Interview

Ein Fotostudio in Berlin-Kreuzberg: Konzentriert sitzt Jasmin Gerat, 34, in der Maske. Wie an einem Filmset. Der "Kokowääh"-Star bereitet sich innerlich auf die völlig unterschiedlichen Rollen vor, in die er gleich beim "Gala"-Modeshooting schlüpfen muss: mal verspielt, mal mondän, mal verträumt - aber eben immer glaubwürdig. Bevor Jasmin Gerat ab 28. März in Marc Rothemunds anrührender Tragikomödie "Heute bin ich blond" - einer Ode an das Leben - zu sehen ist, heißt es für die Berlinerin heute einmal mehr: "Und, Action!" Für ihre Rollen als Mode-Ikone, denen sie mehr als gerecht wurde.

Wie hat sich das "Gala"-Shooting für Sie angefühlt?

Ich finde solche Tage sehr spannend. Ich mag es, wenn Menschen mit unterschiedlichen Ideen aufeinandertreffen, und ich liebe die kreative Herausforderung und die Spannung, was wohl bei der gemeinsamen Arbeit als Endergebnis herauskommt. Im Idealfall entsteht ja eine ganz ähnliche Energie wie an einem Filmset. Und im Gegensatz zu früher fühle ich mich vor einer Fotokamera inzwischen sogar ganz wohl.

Lila Langarmkleid mit Volants und tief angesetztem Rock, von Miu Miu. Ringe von Pomellato, Clutch von Diane von Furstenberg, Pumps von Joop
Jasmin Gerat beim "Gala"-Fotoshooting.
© Manuel Pandalis

Inwieweit ist das Gefühl heute anders?

Ich war damals noch viel mehr auf der Suche. Jetzt habe ich ein ganz anderes Körpergefühl und fühle mich in meiner Haut wohl. Schon verrückt, dass man gerade wenn man jung ist und alles noch an den richtigen Stellen sitzt, gar nicht das Bewusstsein dafür hat. (lacht) Es mag sich komisch anhören: Ich fühle mich mit jedem Jahr, das ich älter werde, besser und in meinem Körper und bei mir angekommen.

Wie würden Sie Ihren Stil heute beschreiben?

Mir ist nicht bewusst, dass ich überhaupt einen habe. (lacht) Zumindest mache ich mir darüber keine Gedanken. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich jeden Tag anders fühle, unterschiedlich und neu denke und meine Kleidung dadurch nichts Statisches hat, sondern sich jeden Tag meiner Tagesform anpasst.

Wie unterscheidet sich ihr Roter-Teppich-Stil von dem der privaten Jasmin?

Es sind definitiv die High Heels, die dann den Unterschied machen. Die gibt es privat selten. Ich muss große, schnelle Schritte machen können und mich geerdet fühlen. Außerdem ist es mir im Alltag wichtig, dass meine Kleidung praktisch und gemütlich ist. Allerdings liebe ich auch privat gute Stoffe und habe mir angewöhnt, lieber etwas mehr für gute Qualität auszugeben.

Was tragen Sie neben "Lala Berlin" noch gern für Labels?

Ich stehe auf Stella McCartney, die hat über viele Jahre ihre Geradlinigkeit behalten und ist sich in ihrer Haltung, wie sie Mode machen will, immer treu.

Haben sich Ihre modischen Ikonen über die Jahre hinweg verändert?

Ich fand schon immer Romy Schneider und Patti Smith cool. Ich bewundere, wie die beiden es geschafft haben, für ihr Innerstes einen äußeren Ausdruck zu finden.

Welchen modischen Fauxpas haben Sie sich mal geleistet, über den Sie sich heute schieflachen?

Ganz ehrlich: Ich finde es auch jetzt im Nachhinein extrem lässig, dass ich mir den goldenen Moschino-Gürtel von meiner Mutter ausgeliehen und mit Stolz über das T-Shirt geschnallt habe, wozu ich eine Palme auf dem Kopf trug, die schräg abstand. Ich glaube, in Berlin-Mitte gibt es Leute, die laufen heute auch wieder so rum. (lacht)

Ilka Peemöller


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