Interieur: Möbel von Modemachern

Sofas und Lampen aus Samt und Seide: Jacopo Etro über Kreativität, Familiensinn und Lieblings-Möbel

Das "Wohnzimmer" des Etro-Showrooms in der Mailänder Via Pontaccio 17

Als Chef der Home-Accessoires- und Möbel-Sparte des Luxuslabels Etro ist er ein Mann der schnellen Entscheidung und trotzdem unglaublich gelassen. Beides verdankt Signore Jacopo Etro seiner Stilsicherheit und der Gewissheit, stets "la famiglia" konsultieren zu können. GALA traf ihn im Mailänder Showroom.

Was sind die größten Unterschiede im Gestalten von Mode und Möbeln?

Grundsätzlich kommt es in beiden Bereichen auf das Umsetzen von Visionen mittels Stoffen und Formen an. Nur das garantiert Qualität. Unterschiedlich ist die Lebensdauer der Trends: In der Mode währen sie oft nur kurz, bei Möbeln plant man längerfristig. Dort sind die Stücke Ausdruck von Kultur und Tradition.

Welchen Grundgedanken haben Sie beim Entwurf einer Home-Kollektion?

Wie übertrage ich die gewohnte Qualität, den Luxus und das Image der Marke mit Farben und Material auf den Möbelbereich? Klingt leicht, ist es aber nicht. Ein großer Name verpflichtet schließlich. Mit den Paisley-Mustern, dem Look der Zwanzigerjahre und natürlich der Bequemlichkeit der aktuellen Kollektion ist uns das gut gelungen, finde ich. Etro ist "sitzbar" geworden.

Mode, Düfte, Möbel – Sie und Ihre Geschwister verantworten jeder einen eigenen Zweig der Marke. Fragt Ihre Schwester, die für Mode zuständig ist, auch mal, ob sie ein Kissen gestalten darf?

Würde sie es wollen, dürfte sie das jederzeit. Bevor ich ein Stück in Fertigung gebe, bitte ich meine Geschwister sowieso um eine ehrliche Einschätzung. Etro ist und bleibt ein Familienbetrieb.

Was ist Ihr persönliches Lieblings-Möbelstück?

Ein Tisch aus dem Hause Fornasetti. Handgefertigt, aus Holz, lackiert. Ein Fundstück aus Paris.

Also sind Sie ein Stöberer?

Und ob! Gerade erst habe ich mir in einer alten Wiener Buchhandlung Coffee-Table-Books gekauft. Der Laden ist eine Schatzkammer und eine Inspirationsquelle. (lacht) Schauen Sie mich bitte nicht so erwartungsvoll an, den Namen verrate ich nicht.

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