Herzogin Catherine, Prinzessin Mary + Co.: Der Dresscode für Prinzessinnen

Herzogin Catherine sorgte mit ihrem BH-losen Auftritt bei royalen Beobachtern für Diskussionen. Denn eigentlich sollte sie, genau wie jede andere Prinzessin, den royalen Dresscode beherrschen und sich solche Blöße nicht geben

Herzogin Catherine ist die unangefochtene Style-Queen im britischen Königshaus. Mit einer maßgeschneiderten, aber leider allzu transparenten Robe von Jenny Packham glänzte sie bei der "Spectre"-Premiere an der Seite von Ehemann Prinz William am Montag (26. Oktober). Das Kleid ließ tief blicken - wieder mal muss man wohl sagen. Dass die zweifache Mutter darunter höchstens eine Klebe-BH drunter trug, konnte jeder sehen.

Prinzessin Madeleine macht eigentlich alles richtig: Zur Taufe von Töchterchen Leonore trägt sie 2014 eine Kopfbedeckung zur Kirche und ist obenherum auch nicht zu tief dekolletiert. Nur die Länge ihres Spitzenkleides sorgte für Schlagzeilen.

Was für Stars "Bond"-Girl Monica Belucci oder Lea Seydoux vielleicht verzeihlich wäre, dürfte bei royalen Beobachtern zumindest ein Stirnrunzeln verursacht haben. Für Royals gilt schließlich ein etwas anderer Dresscode, nicht nur in Großbritannien.

Heidi Klum

Sie präsentiert uns stolz ihren Ehering

Heidi Klum
Knapp zwei Wochen nach der Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz auf Capri dürfen wir endlich einen ersten Blick auf ihre Eheringe werfen, die überraschend schlicht ausfallen.
©Gala

Keine festgeschriebenen Regeln

Wie sich eine Prinzessin zu kleiden hat, das ist für den royalen Alltag nicht festgeschrieben. Wohl aber gibt es eine Etikette und Tradition für die königliche Kleidung, die sich stark danach richtet, welches Event oder welche Art von Termin besucht wird. Bei höfischen Zusammenkünften greift das Protokoll. Aber niemand erwartet beispielsweise, dass Prinzessin Mary von Dänemark im Abendkleid mit Diadem auf dem Kopf eine Turnhalle besucht, um dort mit Schülern Volleyball zu spielen. Aber wenn in Norwegen Nationalfeiertag ist, erscheinen die Untertanen in normaler Alltagsbekleidung vor dem Palast, die königlichen Damen dagegen, allen voran Prinzessin Mette-Marit, tragen Tracht. So will es die Tradition.

Dem Anlass entsprechende Garderobe, bei den jungen Royals gerne auch etwas informeller in Jeans und Sneakern, ist längst hoffähig geworden. Zu leger darf es aber bitte nicht werden: Selbst wenn Prinzessinnen wie Marie von Dänemark heute eher Desginermode als speziell gefertigte Modelle vom Hofschneider tragen, sollten die Kleider nicht zu kurz und die Ausschnitte nicht zu tief sein.

Prinzessin Madeleine von Schweden zeigte für den Geschmack von vielen royalen Fans beispielsweise 2014 zu viel Bein bei der Taufe von ihrer Tochter Leonore. In ihrem Spitzenkleid von Valentino sah sie zwar großartig aus, aber ihre Rocksaumlänge galt für die Kirche eigentlich als zu kurz und unschicklich.

Königin Letizia

Königin Letizia

Zu kurzes Kleid

Das hat rein praktische Gründe: Royale Damen beugen sich immer wieder runter, nehmen von Kindern Blumen entgegen und schütteln Hände. Dabei sollten sie ihrem Gegenüber keine ungewollten Einblicke gewähren. Außerdem sitzen königliche Gäste immer in der ersten Reihe und damit im Fokus der Kameras. Rutscht der ohnehin kurze Rock beim Sitzen noch höher, ist das nicht gern gesehen. Und dagegen hilft der obligatorische Knieschluss und das Beinekreuzen unter dem Stuhl nicht.

Absolutes Must-Have, in jedem Königshaus, ist ein passender Hut zum Kleid. Die gehören dazu und runden jedes Outfit perfekt ab, egal ob beim Kirchgang, beim Besuch eines Pferderennes oder bei einer Krankenhauseinweihung. Was die Hutwahl betrifft, braucht manche Prinzessin allerdings etwas Nachhilfe. Eine Desginerkreation in Form eines bunten Vogelnests oder, wie im Falle von Prinzessin Beatrice, das Modell "Mini-Klobrille" auf dem Kopf thronen zu lassen, ist eher eine Modesünde.
Auf abendlichen Dinnerveranstaltungen oder Bankettenallerdings herrscht Diadem-Pflicht. Dann müssen sich Kronprinzessin Victoria und Co. für einen funkelnden Hochkaräter aus dem Familienbesitz entscheiden.

Prinzessin Mette-Marit macht es vor: Links, beim Besuch eines Kindergarten-Tages und gemeinsamen Lagerfeuer, trägt sie robust-warme Sachen. Rechts, zur Hochzeit von Prinzessin Madeleine, trägt sie dem Dresscode entsprechend ein langes Kleid, Diadem und ihre schwedischen Orden.

Stilistische Vorbilder

Die Queen, deren Garderobe von handverlesenen Hofschneidern und ihrer Haus- und Hofdesignerin Angela Kelly stammen, gilt als stilistisches Vorbild für die Damen bei den Windsors und was sie trägt, ist royaler Dresscode schlechthin. Ihre Rocksäume sind nicht nur mit Gewichten gegen Böen beschwert, sie enden natürlich deutlich unterhalb des Knies. Tief blicken ließ sie in ihrer Regierungszeit nie. Etwas gewagter geht es bei den Farben zu, denn die 89-Jährige trägt durchaus mal ein kräftiges Gelb oder Lila. Als Königin kann sie es sich leisten, aus der Masse herauszustechen.

Fashion-Looks

Der Style von Herzogin Catherine

Für den Besuch einer Moschee in Lahore zieht sich Herzogin Catherine um. Sie erscheint in einem türkisfarbenen Ensemble von Designerin Maheen Khan. Gold-gelbe Stickereien an Tunika und Tuch passen perfekt zur prunkvollen Kulisse. 
Die Haarpracht hat sie mit dem dazugehörigen Tuch bedeckt. Ihr Make-up ist natürlich gehalten. 
Prinz William und Herzogin Catherine bei ihrer Ankunft in Lahore, Pakistan. 
Bei einem Cricket-Match in Lahore strahlt Herzogin Catherine in Weiß. 

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Dänemarks Königin Margrethe mag es farblich ebenso knallig bunt, ihre Schwiegertöchter Mary und Marie allerdings kleiden sich bisher dezenter und halten sich - und auch das gehört zum royalen Dresscode - ein wenig mehr im Hintergrund als die Schwiegermutter.

Mit allen Widrigkeiten rechnen

Als Herzogin Catherine mit Ehemann William und Söhnchen George 2014 Australien und Neuseeland bereiste, wollen Beobachter in den auffallend längeren Rocksäumen erkannt haben, dass ihre Schwiegeroma und deren Hofschneiderin Angela Kelly bei ihrer Outfitwahl ihre Finger im Spiel hatte und ihr den royalen Dresscode noch einmal ins Gedächtnis gerufen haben sollen. Wenn dem so war, fruchteten die Bemühungen allerdings nicht vollständig. Denn die Herzogin von Cambridge lieferte Down Under mehrfach "Marilyn Monroe Momente" ab und es kam sogar zu einem Popo-Blitzer ("Bumgate"), der ebenfalls 2014 um die Welt ging. So ein Fauxpas sollte einer Prinzessin eigentlich nicht passieren!

Vorsicht, Herzogin Catherine: Tiefe Ausschnitte und fliegende Röcke lassen allzu tief blicken. Ein royaler Fashion-Fauxpas!

Vielmehr sollte sie (oder ihr Beraterstab), was die Garderobe betrifft, mit allen Widrigkeiten des Wetters und der Gegebenheiten rechnen. Dazu gehört, dass bei der Kleider- und Schuhwahl eingeplant wird, wenn es sehr heiß werden könnte (Ersatzoutfits), wenn Wind und Regen Röcke und Haare fliegen lassen könnten (Regenschirm und Mantel) oder wenn es sportlich zugehen soll (Ballerinas statt High Heels). Prinzessin Victoria machte es unlängst vorund wechselte, wohl unter anderem wegen ihrer Schwangerschaft, bei einem Besuch von den hohen Schuhe in bequemere.

Farben können schmeicheln

Am 10.07.1947 verloben sich Queen Elizabeth und Prinz Philip. Seither funkelt der schöne Diamantring am Finger der britischen Monarchin. Ein königliches Schmuckstück mit einer besonderen Geschichte: Denn die im Ring verarbeiteten Diamanten stammen von der Tiara von Prinzessin Alice von Battenberg – der Mutter von Prinz Philip.

Queen Elizabeth

Die rührende Geschichte hinter ihrem Verlobungsring

Gerade auf offiziellen Anlässen wie einem Auslandbesuch oder einem Staatsbankett gibt es einiges zu bedenken: Gern gesehen sind Kleider in den Nationalfarben und von einheimischen Designern. Beim Staatsbankett für den chinesischen Staatspräsidenten trug Herzogin Catherine beispielsweise ein rotes Kleid von Jenny Peckham, passend zur Farbe der Landesfahne von China. Das schmeichelte dem Gast natürlich und hieß ihn zusätzlich willkommen.

Die Queen ist immer vorbereitet

Einen Trick der Queen könnten sich übrigens die jüngeren Royals zum Vorbild nehmen: Wenn die Langzeitregentin nämlich auf Reisen geht, dann soll sie von jedem Outfit ein Ersatz dabei haben. Falls ihr jemand Tee über den Rock gießen sollte, wird dieses Missgeschick zumindest auf ihrem Kostüm keine bleibenden Spuren hinterlassen. Die Queen kann hinter den Kulissen einfach Rock oder Oberteil wechseln und wird auf den offiziellen Fotos wieder sauber und frisch aussehen. Ob sich Herzogin Catherine und die anderen Prinzessinnen ihrer Generation schon dieses Tricks bedienen, ist allerdings nicht bekannt.

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