Hervé-Leger-Skandal: Chef wollte keine Dicken

Patrick Couderc, kürzlich noch der britische Modechef des Labels "Hervé Leger", stellte klar, dass er keine üppigen, lesbischen oder älteren Frauen in den "Bodycon"-Kleidern des Kultlabels sehen wollte: Ein Interview mit Folgen

Britney Spears, Petra Nemcova

Taylor Swift liebt sie, Kate Winslet, Britney Spears, Petra Nemcova und viele Celebrities sehen darin hinreißend aus. Egal, ob sehr schlank, ob kräftig oder kurvig: Stars wirken in den legendären Bandage-Kleidern mit der Bodycon-Silhouette des Couture-Hauses Hervé Leger auf dem Roten Teppich meist gleich noch verführerischer aus.

Schockierendes Statement: Bitte keine Dicken, keine Lesben, keine älteren Frauen

Wen er in den Entwürfen seines Luxuslabels sehen wollte, posaunte der britische Modechef von Hervé Leger, Patrick Couderc, in einem Interview mit der Sonntagsausgabe der bitischen "Daily Mail" (16. August) frei Schnauze heraus. Nämlich dass er in den rund 2.000-Euro-teuren Kleidern keine fülligen, keine lesbischen und keine älteren Frauen sehen wolle.

Senna Gammour

Dieses glamouröse XL-Kleid wurde ihr zum Verhängnis

Senna Gammour
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©RTL / Gala

Wobei er das Unfassbare sogar noch genauer ausführte: "Üppige Frauen mit breiten Hüften und wenig Brust" seien nicht geeignet, sowie auch bitte keine Frauen ab 55 Jahren, denn die würden selber wohl häufig nicht bemerken, "dass ihr Dekolleté zwei Inches zu tief hängt", aber auch "überzeugte Lesben", die in Hosen lieber burschikos und gemütlich aussehen wollten, wolle er nicht in den sexy Bodycon-Kleidern sehen.

Das Interview sorgte weltweit für Empörung.

Gewünscht: Sinnlichkeit, Glamour und Weiblichkeit ohne Diskriminierung

Für diese drastischen Aussagen musste der leitende Mitarbeiter von "MHJ Fashion", der Firma, die Lizenzen für das französische Luxuslabel in Großbritannien inne hat, nun gehen: Das französische Couture-Haus Hervé Leger, das Max Azria im Jahr 1988 übernommen hatte, reagierte einen Tag später mit einer offiziellen Distanzierung zu den Äußerungen von Couderc. "Hervé Leger by Max Azria feiert die Sinnlichkeit, den Glamour und die Weiblichkeit ohne Diskriminierung" ließ man verkünden. Inzwischen hat Patrick Couderc das Unternehmen verlassen.

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Nun wird man sehen, ob die chauvinistischen Äußerungen des Ex-Modechefs von Hervé Leger dem Modehaus nachhaltig Schaden zugefügt haben. Unverschämte Äußerungen über eine Wunschzielgruppe haben auch Labels wie die amerikanische Kette "Abercrombie & Fitch" geschädigt. Hier hatte der Manager Mike Jeffries dafür plädiert, dass nur schöne, schlanke Menschen mit Waschbrettbauch seine Mode tragen dürften. Hier wurde der Manager allerdings nicht aus dem Verkehr gezogen, was durch drastische Kaufrückgänge bestraft wurde. Erst ein Shitstorm brachte ihn letztlich, nach Jahren, zum Gehen.

Im Fall von Patrick Couderc hat das Modelabel Hervé Leger sofort reagiert. Vielleicht kann es dadurch den schlimmen Schaden mildern. Schon im September wird die wunderschöne, verführerische Mode wieder auf der New Yorker Fashionweek zu bewundern sein. Dann wird sich zeigen, ob Stars, die die Mode lieben, dem Couture-Haus die Treue halten.

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