Harald Glööckler: Mode für pompööse Frauen

Bei der Präsentation seiner zweiten "Harald Glööckler by Ulla Popken"-Kollektion stand Deutschlands schrillster Designer Gala.de Rede und Antwort. Beauty-Musthaves, seine Hochzeitsplanungen und eine Karriere in der katholischen Kirche kamen dabei zur Sprache

Harald Glööckler

Wenn einen Tag nach dem Orkan "Christian" mehr als 100 Frauen in der Hamburger Kälte vor einem Geschäft Schlange stehen, dann muss etwas Besonderes vor sich gehen. Die verwunderten Blicke von Passanten werden von den patenten Damen rigoros ignoriert, schließlich haben sie ein klares Ziel vor Augen. Die Hauptperson, der Star des Abends, wartet nämlich drinnen auf sie: Harald Glööckler.
Bei seiner exklusiven Kollektionspräsentation im "Ulla Popken"-Store in der Hamburger Innenstadt zeigte sich der extravagante Designer am Dienstag (29. Oktober) von seiner besten Seite. Mit Wortwitz, Charme und einem außergewöhnlichen Outfit begrüßte er seine begeisterten Gäste. "Ich verstehe das gar nicht, dass manche Designer sagen, fülligere Frauen sollten ihre Mode nicht tragen. 'Toll', denke ich mir da, 'dann tragen sie meine!'"

Doch bevor der Meister seine Models die inzwischen zweite Kollektion "Harald Glööckler by UIla Popken" präsentieren ließ, wurde eines klargestellt: "Vollschlank" sei ein Begriff, den der 48-Jährige ganz und gar nicht leiden könne. "Ich sage lieber 'pompööse Frauen'", fügte er unter lautem Beifall hinzu.

"Ich bin die verrückteste Braut"

Sophia Vegas zeigt ihr Last-Minute-Brautkleid

Sophia Vegas
Sophia Vegas heiratet in wenigen Tagen. Im Interview mit RTL spricht sie über die Last-Minute-Vorbereitungen und zeigt sogar ihr Brautkleid.
©RTL

Im Gespräch mit Gala.de offenbarte das Multitalent dann auch einige Geheimnisse rund um seine morgendliche Bad-Routine, die verschobene Traumhochzeit mit seinem Herrn Schroth und moderne Stilikonen.

Herr Glööckler, Ihre Mode und Ihre Person sind längst Kult. Seien Sie ehrlich: Wie lange brauchen Sie morgens im Badezimmer?

Das ist von Tag zu Tag verschieden. Es gibt Tage, da meint es der Kosmos gut mit einem. Am nächsten Tag sieht’s aus, als sei die Bombe eingeschlagen. Um so auszusehen wie jetzt dauert das natürlich eineinhalb Stunden, aber um gut und gepflegt auszusehen, so 40 Minuten. Mit dezentem Make-up. Ich gehe nie ungestylt aus dem Haus. Das ist ein Stück weit auch eine Ehrerbietung an die Fans, das man sagt: "Ich mach mich für dich schön".

Wenn Sie nur drei Beautyprodukte auf eine einsame Insel mitnehmen dürften, welche wären das?

Ich würde auf jeden Fall eine Bepanthen-Creme mitnehmen, die kann man immer gebrauchen. Man weiß ja nie - trockene Lippen, Hitze, Kälte. Dann natürlich meine Kaviar-Bodycreme, die muss ich dann halt auch für’s Gesicht nehmen. Und ein Parfum, das darf nicht fehlen.

Viele Gäste heute Abend haben weiten Wege auf sich genommen, um Sie hier in Hamburg live zu erleben. Was ist das Verrückteste, das jemals ein Fan für Sie gemacht hat?

Eine hat mal ihren Mann geschminkt wie Harald Glööckler und den zu 'nem Event mitgeschleppt. Und der war auch gekleidet wie ich. Sie nannte ihn dann auch "Harald" und war ganz begeistert. Das war schon etwas, das nicht alltäglich ist.

Welche zeitgenössische Frau sehen Sie als Inspiration und Stilikone an?

Stars mit Übergröße

Rundum schick

Schwarze Culottes, Stilettos mit Schnürung, taillierter, schwarzer Mantel, Sonnenbrille und Hut - Adele sieht aus wie ein echter Megastar.
Keine Angst vor auffälligen Muster: Melissa McCarthy zeigt, wie stylisch zum Beispiel ein weiter schwarz-weißer Jumpsuit auch bei molligen Frauen aussehen kann.
Beth Ditto glänzte nicht nur mit ihrem tollen Auftritt bei der GALA-Jubiläumsfeier zum 20. Geburtstag auf der MS Europa 2, sondern auch im goldenen Pailletten-Kleid von Marina Rinaldi.
Spaß muss sein: Beth Ditto setzt in ihrer Freizeit auf bequeme und verspielte Outfits. Zur schlichten Kleid-Jeansjacke-Kombination trägt sie eine auffällige Mustertasche und kreatives Augen-Make-up.

7

Die Queen von England. Das ist eine ganz großartige Dame. Wissen Sie, wenn man Königin von England ist, muss man seinen eigenen Stil finden. Da gibt es kein Buch für. Man darf nicht in der Masse untergehen, aber auch nicht zu extravagant aussehen. Ich finde zum Beispiel auch, dass unsere Bundeskanzlerin so eine Leistung erbringt. Ich finde schon, dass Frau Merkel für viele Frauen ein großes Vorbild ist. Sie reflektiert eine starke Persönlichkeit und trägt mit einer solchen Lässigkeit Stücke, in denen sie sich wohl fühlt, dass es ihr ganz egal ist, ob andere das "en vogue" finden. Das macht am Ende eine Stilikone aus. Nicht unbedingt ein Modepüppchen, das trägt, was alle anderen auch tragen, und von den Medien hochstilisiert wird.

26 Jahre sind Sie nun schon mit Ihrem Partner Dieter Schroth liiert. Für Herbst 2013 war eigentlich die Hochzeit geplant. Gibt es nun schon konkrete Pläne, wann Sie "Ja" sagen?

Eigentlich wollten wir so Juni, Juli ganz intensiv in die Hochzeitsplanung einsteigen, aber dann ist uns was dazwischen gekommen. Daraufhin hat sich alles verschoben. Konkrete Pläne gibt es nicht, es wird jetzt eben 2014, was ja auch irgendwie besser klingt als 13. Wir werden nicht in Las Vegas heiraten, sondern in Deutschland und das bei schönem Wetter. Und im übrigen muss man ja sagen: Wir sind jetzt seit 26 Jahren zusammen. Da kommt’s auf ein paar Monate auch nicht mehr an.

Werden Sie denn Ihre Outfits selbst designen?

Aber natürlich. Auf jeden Fall.

Harald Glööckler stand Gala.de-Volontärin Kathrin Rede und Antwort. Ihre bunte Statementkette sorgte beim Designer für große Begeisterung.

Unsere User wollen gerne wissen: Wenn Sie noch einmal von vorne beginnen dürften, würden Sie alles noch einmal genauso machen? Was wäre Ihr Beruf, wenn Sie kein Designer geworden wären?

Wenn ich noch einmal leben dürfte, würde ich alle Fehler nochmal machen. Nur eben ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe. Und wenn ich nochmal einen anderen Beruf ergreifen könnte, dann würde ich Bischof werden. (lacht)

Lassen Sie mich raten, in Limburg?

Genau. Und dann hätte ich genauso tolle Roben und könnte noch mehr Gas geben. Das wäre sogar noch pompööser!

Der pompööseste Bischof Deutschlands?

Genau, das wär dann ich.

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