Gwen Stefani: Mode heißt Spaß!

Gwen Stefani beweist, dass man Fashion nicht ernst nehmen darf - und ist damit zum Vorbild einer ganzen Generation geworden

Es gibt prominente Frauen,

die bekommen einen Wutanfall, wenn das bestellte Designerkleid nicht rechtzeitig bei ihnen eintrifft. Wie, so schreien sie, sollen sie denn ohne Chanel auf dem roten Teppich erscheinen?! Und es gibt Frauen, denen ist die Marke erst mal egal. Sie mixen Couture mit Vintage, tragen knallige Designer-Accessoires zu normalen Jeans. Kurzum: Sie sehen Mode als etwas Selbstverständliches an. Als Ausrufezeichen ihrer Persönlichkeit. Es sind wunderbare Frauen, die nach diesem Prinzip handeln. Frauen wie Gwen Stefani.

image

Keira Knightley

Die frisch gebackene Mutter erobert sich den Red-Carpet zurück

Keira Knightley
Keira Knightley ist bekannt dafür, ihr Privatleben eher geheim zu halten. Tatsächlich ist sie vor kurzer Zeit still und heimlich ein zweites Mal Mutter geworden. Wie ihr erster großer Auftritt nach der Geburt aussieht, sehen Sie im Video.
©Gala

"Ich denke, dass Mode eher ein Spaß-Ding ist", erklärt die Sängerin, deren Look für viele ein Vorbild ist und sehr streng und ernsthaft kopiert wird. Ihr geht es nicht darum, dem neuesten Trend zu folgen oder gar als Erste die angesagte It-Bag zu besitzen. Sie pickt sich aus den aktuellen Kollektionen und Vintage-Teilen das heraus, was zu ihr passt. Insofern kann Gwen Stefani auf dem roten Teppich eine Abendrobe von Giorgio Armani tragen und am nächsten Tag in Gap-Jeans und Longshirt über die Straße gehen - zwei komplett unterschiedliche Looks, die dennoch zu ihrem weiblichen, aber rockigen Stil passen. Für sie zählt immer der Gesamtlook. Beauty spielt daher eine wichtige Rolle, ein typisches Markenzeichen der 42-Jährigen ist die Farbe ihrer Lippen. "Alle denken, ich benutze immerzu roten Lippenstift", erklärt sie in einem Interview. "Aber eigentlich stimmt das gar nicht. Manchmal wechsle ich die Farbe. Doch mein Mann liebt mich damit. Also pinsel ich mir die Lippen rot an, um ihn nicht zu verlieren."

Natürlich ist das ein Scherz. Familie Rossdale/ Stefani führt eine entspannte Ehe, mit jeder Menge Spaß, der sich offenbar auf den Style der beiden überträgt. Nicht selten gehen sie im Partnerlook auf die Straße. Selbst der fünfjährige Sohn Kingston sieht schon so lässig aus wie sein Dad. Was bei anderen Star-Zöglingen gewollt und "neureich" rüberkommt, wirkt bei Kingston niemals verkleidet. Was er anhat, könnte auch der Steppke auf einem Spielplatz in Mannheim oder Bremen tragen. Irgendwie, so spüren wir, sind die drei relativ normal geblieben.

Vor allem ist Gwen Stefani eine "Working Mum". Derzeit plant die No-Doubt-Sängerin kein neues Album. Sie konzentriert sich voll auf ihre Karriere als Designerin und Unternehmerin. Denn ihre Leidenschaft für Mode ist mindestens genauso groß wie die für Musik. "Schon als 17-jährige Schülerin verschwendete ich meine ganze Zeit damit, in Einkaufszentren oder Mode-Outlets abzuhängen", erinnert sich Gwen. "Ich war verrückt nach Fashion. Eigentlich bin ich es noch heute."

Modische Minis

Kingston Rossdale

Kingston im normalen Fussball-Trikot? Aber dann bitteschön so auffällig wie möglich in knalligem Neongrün!
Als Jungrocker geht ein Totenschädel als T-Shirt-Motiv immer gut, mit der Boardshorts zeigt Kingston dann auch noch seine Vorliebe für Raggae-Legende Bob Marley.
Feinripp-Unterhemden sind was für alte Männer?! Findet Kingston gar nicht und kombiniert seines mit gestreiferter Sporthose.
Mustermix: Die Camouflage-Shorts trägt Kingston zu karierten Stoffschuhen und bedrucktem T-Shirt.

12

image

Ihr Label L.A.M.B. ist quasi ihre private Altersvorsorge. "Ich habe mit der Linie vor mehr als zehn Jahren begonnen", erklärt sie, "weil ich mir nicht sicher war, wie lange ich als Sängerin arbeiten kann und erfolgreich sein werde. Immer wieder wurde ich gefragt, was ich denn in ein paar Jahren machen würde. Und eigentlich wusste ich nur: Ich möchte eine Familie gründen und kreativ arbeiten. So ist die Idee entstanden."

Und diese Idee kommt gut an. L.A.M.B. hat sich als Fashion-Marke etabliert und zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten Promi-Kollektionen aller Zeiten. Beim Designen hört Gwen Stefani dabei nur auf eine Person: sich selbst. "Ich werde sicher keine Vivienne Westwood", erklärt sie. "Ich versuche Kleider zu entwerfen, die man jeden Tag tragen kann. Darum geht es. Wir sind keine Couture-Linie." Als klassische Designerin sieht sie sich ohnehin nicht. "Eigentlich habe ich gar keine richtige Qualifikation", gesteht Gwen. "Ich kenne mich zum Beispiel bei den technischen Standards überhaupt nicht aus. Ich habe einfach gewisse Vibes und weiß, was ich mag. Außerdem kann ich sehr genau sagen, was zu mir passt und gut aussieht." Ganz unerfahren ist Gwen Stefani dennoch nicht. Zu No-Doubt-Zeiten entwarf die Amerikanerin, die mehr als 30 Millionen Platten verkauft hat, viele ihrer Bühnen-Outfits selbst. "Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf die Ideen gekommen bin. Ich nahm einfach ein paar Stoffe und Accessoires und entwickelte ein paar Klamotten, die auf der Bühne lustig aussehen sollten. Wahrscheinlich hat mich meine Arbeit als Sängerin dazu inspiriert. Musik ist für mich das Feuer. Bis heute ist sie die Inspiration jeder Kollektion. Musik und Mode - das gehört für mich einfach zusammen."

Schon immer war Musik Inspiration für Mode-Trends. In den Siebzigern sorgte David Bowie mit seinen flamboyanten Outfits für Furore. Später revolutionierten Stars der Rapper-Szene den Look einer ganzen Generation. Und ohne Kurt Cobain hätte Grunge niemals seinen modisches Siegeszug um die Welt angetreten. Doch erst in den letzten Jahren machen Musiker, etwa Justin Timberlake oder Jennifer Lopez, mit ihren eigenen Mode- Labels Kasse. Dennoch: Während andere lediglich ihren Namen für Lizenzprodukte verkaufen, ist Gwen Stefani in den Entwicklungsprozess eingebunden. "Eigentlich bin ich eine wahnsinnig faule Person. Am liebsten würde ich den ganzen Tag im Bett verbringen. Aber das ist nicht möglich. Ich arbeite fünf Tage die Woche", erklärt sie. "Aber ich bin noch lange nicht da, wo ich sein möchte. Mode ist ein sehr, sehr harter Job. Immer lerne ich dazu. Gerade versuche ich, mehr Dinge zu delegieren. Mal sehen, ob mir das gelingt."

Ihre ehrliche Art, gepaart mit einem erwachsenen Verständnis von Mode, hat Gwen Stefani zur Stil-Ikone gemacht. Ihre Anhänger erkennen, dass sie es ehrlich meint, sich selbst (und die Mode) nicht zu wichtig nimmt und es trotzdem schafft, immer gut auszusehen. Insofern kann man ihrem Rat nur zustimmen - und folgen. "Ich denke, jeder Mensch hat Stil. Denn dein Stil ist nichts anderes als deine Persönlichkeit. Man kann da überhaupt nicht zwischen besser oder schlechter unterscheiden. Für mich ist Mode nicht wirklich etwas sehr tief Gehendes. Hey, es sind Klamotten! Es ist Spaß!" Und davon kann man schließlich nie genug bekommen...

1 Der würde auch Gavin Rossdale stehen: Herrenhut von Marc Cain, ca. 50 Euro
2 Gwen schmückt sich gern mit schicken Armreifen. Hier in Blautönen, von Topshop, ca. 16 Euro
3 Sexy Katzenaugen ganz ohne Make-up: Sonnenbrille von Boss Black Eyewear, ca. 185 Euro
4 Fehlt nur noch die Harley: Bikerjacke aus Leder, von Fornarina, ca. 300 Euro
5 Nicht nur in den Charts ganz hoch hinaus: High Heel mit Plateau von Guess Footwear, ca. 180 Euro
6 Nieten gewinnen garantiert! Gürtel von Black Lily, ca. 95 euro

Themen

Erfahren Sie mehr: