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Guidos GALAxy Styling-Tricks für Abendmode

Star-Designer und GALA-Kolumnist Guido Maria Kretschmer verrät, welche prominenten Damen er ins Abendkleid nähen musste und warum keine Unterwäsche manchmal die beste Entscheidung ist

Mit am wichtigsten ist, dass man keine Angst vor Hilfsmitteln hat. Minimizer, Optimizer und Shapewear sind für einen glamourösen Auftritt mittlerweile fast unerlässlich geworden. Nicht nur kurvige Frauen müssen sich in die Bauch-weg-Höschen zwängen, auch schlanke Damen brauchen ideale Grundvoraussetzungen für körperbetonte Abendmode. Mein Tipp: Lasst euch im Fachgeschäft eures Vertrauens beraten. Die richtige Passform bei Push-up-BH und Co. ist das A und O!

Manchmal ist es allerdings die bessere Entscheidung, die Unterwäsche einfach zuhause in der Schublade liegen zu lassen. Es gibt Materialien, bei denen selbst zarte Höschen auftragen und zum Schlüpfer-Malheur werden. Aber bitte immer dran denken: Wenn ihr hinfallt, haltet brav die Beine zusammen!

Klebeband und Haarspray

Klebeband ist auch ein beliebtes Hilfsmittel und eine günstige Alternative zur Shapewear. Ich kenne viele Frauen, die ihre Problemzonen in eine bestimmte Form abkleben und es scheint zu halten. Wie man diese Spannung allerdings freiwillig aushält, ist mir ein Rätsel. Wer schön sein will, muss wohl manchmal leiden…

Mein Tipp für rutschige High Heels: Haarspray unter die Sohlen sprühen. Wenn man seine neuen Schuhe nicht gleich von unten mit einem Messer verkratzen möchte, ist das eine tolle Alternative.

Simone Thomallas Mode-Malheur

Sicherheitsnadeln kommen bei mir eigentlich gar nicht zum Einsatz. Lieber nähe ich jemanden richtig ins Kleid ein, bevor ich vor Ort eine Sicherheitsnadel aus der Tasche hole und das Kleid halbherzig zusammenraffe. Apropos Einnähen: Mit Simone Thomalla hatte ich in diesem Zusammenhang einmal ein ganz besonderes Erlebnis.

Im Rahmen einer Preisverleihung wohnten wir beide im gleichen Hotel. Simone rief mich an und bat mich, bei ihr im Zimmer vorbeizuschauen – meine Expertise als Designer sei gefragt. Dort angekommen sprang mir das Problem förmlich ins Auge. Simone stand da, in ihrem knallengen goldfarbenen Kleid, was an der Rückseite komplett aufgerissen war – von oben bis unten! Sie sagte ganz lässig zu mir: Guido, das schaffst du schon. Oder soll ich lieber doch absagen? Nachdem ich alle Hotel-Nähsets eingesammelt hatte, die ich auf die Schnelle finden konnte, ging es auch schon los. Ich nähte Frau Thomalla Stück für Stück in ihr Kleid ein.

Als wir fertig waren, sagte ich zu ihr: Heute Abend isst du nur und trinkst nichts! Aus dem einfachen Grund, dass man ihr Kleid bei jedem Toilettengang auftrennen hätte müssen. Immer als sie zum Glas griff, flüsterte ich: Nein, Simone, Finger weg! Richtig erfolgreich war ich allerdings nicht und so mussten wir kurze Zeit später zusammen im Waschraum verschwinden – Naht auftrennen, Pipi machen und wieder zunähen.

La Toya Jackson hatte auch mal eine Kreation von mir an. Sie rief mich damals auch auf ihr Hotelzimmer und bat mich um Hilfe. Als ich dort ankam, traute ich allerdings meinen Augen kaum: Das Kleid sah komplett verändert aus, hatte sogar Flügel - La Toya hatte glitzernde Flügel anbringen lassen. Hinzu kam, dass sie später nicht mehr aus der Robe kam und ihre Assistenten es einfach aufgeschnitten haben – das war ein harter Moment für mein Designer-Herz.

In diesem Sinne: Wenn das Kleid platzt, einfach weiterlächeln!

Euer Guido

Das Interview führte Steffen Fischer Gala


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