Guido Maria Kretschmer: "Ich bin die beste Freundin"

Mit seinem Charme und witzigen Sprüchen hat er sich in die Herzen vieler Frauen geplaudert und beweist jährlich auf der Berliner Fashion Week sein Können als Designer: Guido Maria Kretschmer sprach mit Gala.de über seine Rolle in seinen TV-Shows und für die deutsche Mode und gab Styling-Tipps à la "Shopping Queen"

Mit Ihren Sprüchen in Shows wie "Shopping Queen" sind Sie zu einem der Lieblings-Designer vieler deutscher Frauen avanciert. Sehen Sie sich da selber in der Rolle des Kritikers oder eher als eine Art Freund und guten Ratgeber?

Ach, ich bin eigentlich die beste Freundin. Ich sage das, was viele Mädels auch denken. Ich bin aber auch Kritiker - insofern dass ich denke, dass man dadurch Looks einfach optimieren kann. Und ich glaube, dass Humor auch hilft, manchmal eine gute Message rüberzubringen. Bevor ich mit der Show startete, habe ich mit einigen gesprochen und ihnen von meinem Vorhaben erzählt. Da haben alle gefragt: "Guido, warum willst du das?" Und ich habe darauf geantwortet, dass es meiner Meinung nach an der Zeit ist, dass Mode endlich mal von diesem Olymp runtergeht.

"Ich bin die verrückteste Braut"

Sophia Vegas zeigt ihr Last-Minute-Brautkleid

Sophia Vegas
Sophia Vegas heiratet in wenigen Tagen. Im Interview mit RTL spricht sie über die Last-Minute-Vorbereitungen und zeigt sogar ihr Brautkleid.
©RTL

Bei der Präsentation seiner Plus-Size-Collection für Heine sprach Guido Maria Kretschmer über seine Rolle in "Shopping Queen" und seinen Erfolg als Mode-Ratgeber.

Warum glauben sie das?

Ich glaube, dass Mode sich verändert hat. Die Leute können jeden Tag alles bekommen und wir haben eine ganz andere Art Mode zu konsumieren. Kollektionen sind viel schneller da, jeder kann irgendwie modisch sein. Deswegen glaube ich, ist es auch mal schön, dass man das Ganze mit Humor angeht. Dass man den Leuten zeigt, wie sie sich in diesem Dschungel zurecht finden können und sagt: "Bleib individuell. Mach dein eigenes Ding."

Meinen Sie, dass Sie damit erfolgreich waren?

Ich denke, dass hat ganz gut funktioniert. Es hat ein neues Verständnis für Mode und manchmal auch Designer gegeben. Das sehe ich, wenn mir Leute schreiben, die jetzt alle Designer werden wollen oder möchten, dass ihr Enkel Designer wird, weil sie glauben, das Leben ist dann so wie meins. Das finde ich irgendwie niedlich. Ich glaube aber auch, dass die Leute wirklich was gelernt haben. Jetzt wissen alle mehr. Sie wissen, was "Layering" ist und was "Retro-Styles" sind. Selbst mein Vater weiß jetzt schon Sachen, wo ich dann denke: "Das gibt es ja gar nicht." Das alles hat ein bisschen dazu beigetragen, das textile Bewusstsein zu stärken.

Sie sprachen eben von Messages. Welche sind Ihre?

Ich sage immer wieder: "Passt auf. Bummelt mehr. Kauft nicht alles. Kauft Teile, die Lieblingsteile sind." Man sollte es einfach nicht übertreiben und ein Gefühl dafür bekommen, wo die Sachen eigentlich herkommen.

In Ihrer neuen Show "Hotter Than My Daughter" sind es vor allem die Mütter, die durch ihre extravaganten Styles auffallen. Hat Trendgefühl etwas mit Alter zu tun? Was sollte einfach jede Frau bei ihrem Look beachten?

Ich glaube, dass jede Frau darauf achten sollte, dass sie textil das ausdrückt, was sie auch wirklich ist. Und dass sie das trägt, worin sie sich auch wohlfühlt. Und zum Zweiten würde ich sagen, müsste jede Frau - egal ob sie jetzt jünger oder älter, extrovertiert oder ganz introvertiert ist - darauf achten, dass sie das wählt, was einfach in ihr Leben passt. Das ist ganz, ganz wichtig. Das ist sowas wie eine Bestandsanalyse. Du kannst dich nicht ewig verkleiden. Auch wenn ich mit der Mode gehe und genau weiß, was da läuft, halte ich mich selber sehr zurück und lasse eher anderen diesen Raum. Und das sollte man eigentlich auch in seinem Leben tun. Man sollte entscheiden, ob man jemand ist, der immer alles mitmacht, der nur auffällt durch ein "Hallo" oder aber jemand, der sich zurücknehmen kann. Der eigene Style sollte ein Selbstverständnis sein.

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