Fashion Week Berlin: Kommt noch jemand?

Bei der Berliner Modewoche lichten sich die Reihen, gleich vier große Marken haben ihre Shows abgesagt. "Gala" erklärt die Hintergründe

Der Wettergott muss ein Berliner sein: Bisher herrschte bei den Sommerausgaben der Mercedes-Benz Fashion Week immer eitel Sonnenschein. Für die 13. Modewoche, ab 2. Juli, gibt es meteorologisch noch keine Prognose. In Sachen Stimmung aber schon: Dunkle Wolken ziehen auf!

Vier große Marken haben abgesagt. Die größte Lücke hinterlässt Hugo Boss: Deutschlands bekanntestes Modeunternehmen lud seine Gäste diesmal lieber nach Schanghai, und künftig wird man in New York zeigen, wie "Gala" erfuhr. Brian Rennie, Kreativdirektor und Geschäftsführer von Basler, begründet seine Absage "Gala" gegenüber so: "Wir möchten die Internationalisierung vorantreiben und planen aktuell eine Show in Monte Carlo, bei der Fürst Albert und Fürstin Charlène anwesend sein werden."

Barbara + Boris Becker

Sohn Elias holt sich Model-Tipps von Halbschwester Anna Ermakowa

Barbara Becker und ihr jüngster Sohn Elias. 
Im Video sehen Sie Barbara Becker und Sohn Elias Becker im Doppelinterview. Eins steht fest: Der 19-Jährige will hoch hinaus.
©Gala

Einige Firmen bemängeln, die Berliner Modewoche stehe für "zu viel Party und zu wenig Business". Wirklich wichtige internationale Labels setzen eh nur auf Mailand, Paris, New York. Erschwerend kommt hinzu, dass parallel zu Berlin die Haute Couture in Paris läuft. Und da Berlin sich an die Termine der beiden zeitgleich in der deutschen Hauptstadt stattfindenden Messen Bread & Butter und Premium gebunden hat, erscheint es unmöglich auszuweichen.

"Das alles ist ein Desaster für kleine Marken, die ja auch von der Zugkraft der Großen gelebt haben", klagt eine lokale Fashion-Instanz. Indes sehen Berliner Jungdesigner wie Michael Sontag und Vladimir Karaleev die Krise als Chance, ihr Potenzial noch stärker zu präsentieren. Karaleev: "Ich finde es zwar wichtig, dass große Marken hier ihre Kollektionen zeigen, weil sie den starken Einfluss auf Presse und Einkäufer haben. Aber Berlin hat momentan einen starken Fokus auf Jungdesigner." Leyla Piedayesh von Lala Berlin formuliert es so: "Wir sind zwar keine Jungdesigner mehr, aber hier ist unser Fundament. Deshalb bleiben auch wir." Der Veranstalter gibt sich ebenfalls überzeugt. "Berlin ist eine globale Modestadt", sagt Jarrad Clark, Chef-Organisator bei IMG Fashion. "Die Mercedes-Benz Fashion Week konnte sich inmitten der relevanten Modeplattformen für die Entdeckung deutscher und aufstrebender internationaler Marken etablieren."

Und es gibt sogar nationale Neuzugänge. Die Modemarke Riani aus Schorndorf feiert in Berlin ihre Laufstegpremiere. Die Schwaben versprechen eine "so liebevolle wie märchenhafte Fashionshow".

Themen

Erfahren Sie mehr: