Kolumne: Fashion Friday: Koffer-Knigge

Was für ein Modezirkus: Schafft man es, die Fashion Week (oder den Sommerurlaub) mit nur einem kleinen Kabinenkoffer zu überstehen? Wir haben einige Tricks für Sie!

Chiara Ferragni

Wenn ich auf Reisen gehe, mache ich meinem Berufsstand nicht unbedingt Ehre. Warum? Während viele Kollegen dann den kleinlastergroßen Schrankkoffer aus dem Keller holen, packe ich meine Habseligkeiten in einen Kabinentrolley. Und eigentlich ist es dann auch egal, wie lange ich unterwegs bin – ob nun fünf Tage auf der Fashion Week oder 14 Tage auf der Urlaubsinsel.

Gerade während der Modewoche kann das zu Irritationen führen. Es gibt dort nämlich eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz: Einen ganzen Tag im selben Outfit zu verbringen ist bei Höchststrafe verboten. Da steht dann schon mal die Fashion-Police vor der Tür und verhaftet einen, oder wirft einen gleich den Streetstylefotografen als kleinen Snack vor, während die auf die "ernstzunehmenden" Modeexperten warten.

Wer etwas auf sich hält zieht sich um, mehrmals täglich und im besten Fall auf die Show, die man als nächstes besuchen wird, abgestimmt. In Louis Vuitton zu Chanel? Das geht natürlich nicht, schon gar nicht wenn man Russo heißt oder als Streetstyle-Ikone erfolgreich sein möchte. Einmal landete ich zeitgleich mit Russo am Flughafen. Da muss man sich mit seinem Kabinen-Trolley schon mal schnell an die Wand drücken, sonst wird man von ihr und ihrem riesigen Koffertross glatt überrollt. Ein Güterzug ist dagegen ein Witz.

Streetstyle-Looks

Style-Zoom

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In den Modemetropolen selbst kommt es durch den verbreiteten Outfit-Wechsel-Wahn aber auch gelegentlich zu skurrilen Situationen. Ein Uber-Fahrer erzählte mir einmal, eine bekannte deutsche Prinzessin hätte sich in seinem Wagen währen der Fahrt bis auf die royale Lingerie entblättert, um sich anschließend komplett neu einzukleiden. Natürlich während der Fahrt – auf einem der Pariser Prachtboulevards.

Das alles erspare ich mir und packe schlau. Im Idealfall ist dann einfach alles was ich mitnehme schwarz. Das erspart mir die Frage, welche Hose ich denn nun noch zusätzlich mitnehmen muss, wenn der neue crazy bunte Lieblings-Sweater mit im Gepäck ist. Aber so radikal müssen Sie natürlich nicht werden, denn immerhin macht Farbe ja auch glücklich. Es hilft aber auch schon wenn einfach mal alles zuhause bleibt, was nur im Entferntesten die Frage aufwirft: "Ziehe ich das wirklich an?" Denn mal unter uns: Sobald diese Gedanke auch nur einmal kurz aufflammt, ist das Teil eigentlich reif für die Flohmarktkiste. 

Der Rest sind Tricks beim Packen: Shirts und Hosen rolle ich. So bleiben sie nicht nur knitterfrei, sondern lassen sich auch noch platzsparend in jede Ecke "wurschtln". Sollten doch Lücken entstehen, lassen die sich ganz einfach mit Unterwäsche oder Socken füllen. Ach ja, Socken eignen sich natürlich auch um damit Schuhe in die perfekte Form zu stopfen. So gibt’s während des Flugs keine Druckstellen im Leder. Am Ende ist der kleine Rimowa-Trolley befüllt und man selbst innerhalb kürzester Zeit am Taxistand.

Und während Anna dello Russo ihren Hausstand noch auf einem ganzen Fuhrpark von Gepäckwagen verräumt, rausche ich schon ins Zentrum von Paris und habe sogar noch Zeit für einen Kaffee und ein Schoko-Eclaire. Und dank des schwarzen Existenzialistenlooks werde ich dabei auch garantiert nicht von einem Fotografen heimlich abgeschossen. Mit Schokolade im Mundwinkel wäre der Traum von einer Streetstyle-Karriere nämlich dann wohl endgültig ausgeträumt …

Fashion-Looks

Der Flughafen als Laufsteg

Auweia, was ist das nur für ein Overall, den Kesha hier am Flughafen trägt?! Da kann man nur hoffen, dass die Sicherheitsleute sie nicht weitergehen lassen und ihr den Rainbow-Space-Anzug direkt abnehmen.
Bella Hadid fliegt in einem ziemlich coolen Look von A nah B. Nicht zu übersehen ist ihr Shopper von Fendi, in dem sie alles für ihre Reise unterbekommt.
Beim Airport-Style kommt es auf die richtige Tasche an. Megan Fox setzt auf den Noé von Louis Vuitton und hält sich ansonsten sehr zurück.
In weißer Schlabber-Hose und -Pulli sichten Paparazzi Camila Alves am JFK Airport in New York. Für die Extraportion Fröhlichkeit gibt es einen großen Aufdruck in Regenbogenfarben und der Form eines Mundes auf dem Hoodie des brasilianischen Models. Besonders lässig: Camila setzt auf ordentlich Fußfreiheit und trägt bequeme Riemchensandalen.

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