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Kolumne: Fashion Friday Gone Wild!

Dolce & Gabbana, Herbst/Winter 2017/2018
Dolce & Gabbana, Herbst/Winter 2017/2018
© Getty Images
Lass ihn raus den Tiger – oder sollten wir besser sagen den Leo? Ohne den Eyecatcher-Print geht jetzt nämlich nichts mehr

Die Modebranche kann einem schon manchmal wie ein Zoo vorkommen – zumindest fühle ich mich regelmäßig wie ein bauklötzestaunender Besucher vorm Löwengehege, wenn ich auf die Fashion Week fahre und die sogenannten Fashionistas in ihrem Gehege betrachten darf. Ihr Gehege, das sind dann die weitläufigen Plätze vor den Show-Locations und die Front Rows, wo auch schon die Fotografen lauern, um den nächsten tierisch guten Abschuss zu landen.

Die Fashionistas selbst fahren dann nämlich so richtig ihre Krallen aus und großwildjägerschwere Geschütze auf – natürlich nur modisch gesprochen. Die wildesten Kombinationen werden da aus den Schrankzimmern geholt, die höchsten High-Heels erklommen und in Sachen Accessoires hält man sich eh an die Devise: Mehr ist definitiv mehr! Schließlich ist Streetstyle-Ikone heute ein anerkannter Beruf!

Michael Kors, Herbst 2017
Michael Kors, Herbst 2017
© Getty Images

Ein Look der in Sachen "Zoo" am allerbesten passen würde, ist natürlich der Animalprint und trotzdem wagen sich genau daran die Allerwenigsten. Dabei können Leo, Tiger und Co. wirklich richtig toll ausschauen. Und das meine ich jetzt ganz ernst, da brauchen Sie bitte keine Schnappatmung bekommen. Der extravagante Druck ist nämlich nun wirklich besser als sein Ruf. Sogar viel besser!

Klar, im ersten Moment herrscht der Impuls, das Kätzchen sofort nach Düsseldorf abzuschieben, wo es dann mit gelbgoldenen Accessoires, knallengen schwarzen Hosen und ondulierten Peroxid-Haaren über die Kö tigern darf. Aber genau da liegt auch die ganze Problematik. Die meisten von uns haben sofort ein ganz spezielles Bild und beschränkte Kombinationsmöglichkeiten im Kopf, wenn sie an "Animal" denken.

An spannende Looks denkt da im ersten Moment keiner. Dabei verriet mir selbst Topmodel Toni Garrn einmal in einem Interview, dass Leo so gar nicht ihrs sei (und da war sie immerhin noch mit einem zusammen), aber in einen Maxi-Rock mit einem solchen Print hatte sie sich trotzdem Hals über Kopf verknallt. Gut, jetzt musste sie besagtes Teil auch kurz danach auf dem Laufsteg präsentieren, aber cool war das trotzdem in der Kombi mit einem simplen, schwarzen T-Shirt.

Lady Gaga
© Splashnews.com

Und auch Lady Gaga schafft es, dass Animal lässig und nicht nach Rheinmetropole aussieht. Gut, sie schafft es auch dass blutiges Steaks zur Robe werden, aber in Sachen Leo führt sie trotzdem die Stylecharts an. Gerade erst habe ich sie im Head-to-Toe-Outfit gesehen mit Kurzmantel, Hose und passend geprintetem Hut. Warum das großartig ist? Das kann man manchmal nicht hundertprozentig erklären. In Gagas Fall stimmten einfach auch die Accessoires (coole Cowboyboot-Heels) und vor allem die Attitude.

In der kommenden Herbst-Saison wird Animal übrigens ohnehin eine große Rolle spielen. Dolce & Gabbana schickten gleich mehrere Looks auf den Runway, Michael Kors drapierte fließende Stoffe zu schicken Cocktailkleidern und bei Au Jour le Jour mixte man zum klassischen Leo-Mantel knallpinke Schuhe. Und auch Sie selbst sollten einfach mal ein bisschen experimentieren. Es muss ja nicht gleich von Kopf bis Fuß durchgezogen werden, das wirkt dann in der deutschen Kleinstadt vielleicht doch eher gaga als Gaga. Aber gegen einzelne Akzente zu coolen Basics oder gleich zum Mustermix mit Streifen kann keiner etwas sagen. Spätestens da fangen nämlich dann auch die letzten Kritiker an vor Begeisterung zu schnurren.

Gala


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