Kolumne: Fashion Friday: Fashion Vorsätze

Das neue Jahr steht kurz bevor. Zeit für die alljährliche Vorsatz-Liste! 2018 shoppen wir mit gutem Gewissen


Emma Watson setzt sich für nachhaltige Mode ein

Das neue Jahr neigt sich dem Ende zu und ich komme schon wieder in die Vorsatz-Bredouille. Soll ich mir freiwillig irgendeine Challenge auferlegen oder nicht?! Das Rauchen habe ich ohnehin schon vor ein paar Jahren sein lassen, zum Sport gehe ich sowieso regelmäßig, entspanne mich zwischendurch beim Yoga, kaufe meine Lebensmittel ausschließlich im Biomarkt, frittiert wird nur selten, und wenn, dann mit gutem Gewissen. Gibt es da noch etwas zu optimieren? Leider ja.

Das Großprojekt für 2018: Mein Kleiderschrank. Denn während das Gutmenschentum ernährungs- und fitnesstechnisch schon recht rund läuft, hinke ich, wenn es um meine Klamotten geht, mindestens so weit hinterher, wie in Sachen Klimaschutz. Und genau das möchte ich ändern. Normalerweise läuft das bei mir so ab: Pünktlich zum Monatsgehalt bestelle ich mir ein Paar Schuhe, das ich eigentlich nicht brauche und das dann womöglich noch nicht einmal passt. Zurückgeschickt wird keins davon. Stattdessen fristen sie im Schuhregal ein verstaubtes dasein, solange bis sie endgültig aus der Mode sind.

Dabei könnte ich mir doch auch mal ein Beispiel an manch einem Prominenten nehmen. Topmodel sammelt zum Beispiel schon seit 2015 mit ihrem "Supermodel Fleamarket" Spenden für ihre Stiftung. In diesem Jahr kooperierte sie zusätzlich mit der Online-Plattform Vestiare Collective und sammelte dort mit ausrangierten Lieblingsteilen Geld für Afrika. Alternativ findet man aber natürlich noch viele andere Seiten im Netz, um ungetragenen Fehlkäufen oder nicht wirklich gelungenen Weihnachtsgeschenken zu einem Leben ohne Staubschicht zu verhelfen – ob Kleiderkreisel.de oder auch der Hamburger Onlinestore Rebelle.com. Dort lässt sich der Verkaufserlös sogar mit einem Klick an das Kinderhilfswerk Plan International (weitere Infos unter plan.de) überweisen. Das schafft nicht nur Platz für neue Kleidungsstücke, sondern beschert einem obendrein noch Punkte auf dem Karma-Konto.

Auch bei den Marken kann man das gute Gewissen pushen. Dass ein 5-Euro-T-Shirt nämlich nicht unbedingt unter fairsten Bedingungen produziert worden sein kann, dürfte sich jeder zusammenzählen können, auch wenn er kein mathematisches Genie ist. Aber auch hier gibt es ja schöne Alternativen. Die Kölner Marke Armedangels beispielsweise produziert alles nachhaltig, selbst die Schurwolle stammt ausschließlich von streng kontrollierten Farmen. Selbst bei diesem nachwachsenden Rohstoff wird nämlich einiges an Schindluder getrieben, von schlechter Haltung bis hin zu schweren Verletzungen beim Scheren der Tiere. 

Auch eins meiner absoluten Lieblingsschuhlabels, die Schweizer Marke Velt, geht mit gutem Beispiel voran. Das Leder stammt aus europäischen Gerbereien, gefertigt wird in der Schweiz oder bei europäischen Nachbarn, alle Partner fertigen nach ökologischen Standards. Nebenbei sieht das auch noch ultralässig aus. Also nichts von wegen "oller Öko-Style".

Und die Wäsche-Firma Mey nutzt nicht nur zertifizierte Biobaumwolle für ihre Unterwäsche, sie recyceln sogar ihre Kleiderbügel. Die werden von den Verkaufsorten zurückgeschickt und in Werkstätten von Menschen mit Behinderungen wieder aufgearbeitet und fließen so wieder in den Kreislauf ein. Die Liste von vorbildlichen Unternehmen ist nahezu unendlich, wenn man sich erst einmal ein bisschen eingelesen hat. 

Also, der Plan steht: bewusster kaufen, mehr auf Nachhaltigkeit achten und Klamotten, von denen man nicht hundertprozentig überzeugt ist, auch gerne einfach mal im Store lassen. Dann läuft das schon mit dem Fashion-Jahr 2018. Darauf jetzt aber erst einmal einen schönen Schluck Bio-Sekt und Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr!


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