Kolumne: Fashion Friday: Trend-Sneaker: Mut zur "Hässlichkeit"

Bye bye Minimalismus! Jetzt darf es auch mal ein bisschen mehr sein. In Sachen Sneakers zeigt man jetzt Mut zur "Hässlichkeit"

 

Kürzlich in Paris kam mir ein guter Freund mit nagelneuen Sneakers von Balenciaga entgegen. Fette Sohle, markante Optik, ein bisschen klobig. "Macht mich doch glatt zehn Jahre jünger", so sein Kommentar zum wohl gehyptesten Sneaker der Saison. Und ich muss zugeben: Ja, es macht ihn jünger. Allerdings keine zehn Jahre, sondern mindestens 25. Und mich gleich mit. Ich fühlte mich nämlich schlagartig zurückversetzt in die Neunzigerjahre. Da kannten wir diesen Trend nämlich auch schon.

Damals waren die Sneakers, Plateausohlen sei Dank, sogar noch ein bisschen heftiger als die Neuinterpretation, aber zum zumindest ähnlich massiv. Man trug sie zu extraweiten Techno-Hosen und antoupierten, grell gefärbten Haaren. Mit nur einem Unterscheid: So wirklich cool war man damals damit irgendwie nicht.

Louis Vuitton, Frühling/Sommer 2018

Rund 25 Jahre später sieht die Sache anders aus. Da haben plötzlich alle Hit-Labels auf einmal einen "chunky Sneaker" im Programm – von Acne Studio, über Prada bis Louis Vuitton. Man dürfte auch guten Gewissens "ugly Sneaker" dazu sagen, der Begriff existiert hochoffiziell und ist auch alles andere als eine Beleidigung. Denn dieses "hässlich" trägt man mit Stolz! "Ugly" ist das neue "schön". Und wenn man heute schon in Crocs auf den Laufsteg gehen kann, sind u-boot-große Sneakers doch nun wirklich das kleinste Problem.

In dubiose Stadtgegenden sollte man sich damit allerdings besser nicht wagen, denn dann besteht die Chance, dass man den Trendschuh abgenommen bekommt. Denn teilweise sind die Wartelisten inzwischen lang und die bunte Version von Balenciaga auch schon größtenteils ausverkauft – und das bei einem ziemlich stolzen Preis von ca. 850 Dollar. Zum Glück wurde aber bereits angekündigt, dass es eine Neuauflage in der kommenden Herbst-Winter-Saison geben wird, dann sogar endgültig als Nineties-Klon mit höherem Plateau.

Bei allem Trend habe ich selbst mich aber immer noch nicht entschieden, ob ich dieses Remake aus den Neunzigern für gut befinden kann und soll. Sicher, im Sneakers-Einerlei ist so viel Extravaganz eine willkommene Abwechslung. Schließlich sticht so ein Look sofort ins Auge, während , Vans & Co. die sicherere, aber eben auch unauffälligere Wahl sind. Und gefällig muss schließlich auch nicht zwangsläufig besser sein, Reibung hat noch nie geschadet – schon gar nicht für einen heißen Look.

Und heiße Looks sind durchaus möglich: Fashion-Profis stylen den klobigen Sneaker eigentlich zu allem – ob als Stilbruch zum Anzug, konsequent zu Trackpants oder auch mal ganz crazy zum romantischen Blümchendress. Und auch konsequente Männer habe ich schon gesehen, die dazu ganz im Stil der Nineties hoch geschnittene Jeans und Sweatshirt, natürlich in den Hosenbund gesteckt, und die obligatorischen Tennissocken stylen. Denn wenn schon ugly – dann richtig. Und wenn schon angesagt, dann darf es auch knallen.


Ich selbst werde es trotzdem bei meinen ersten Berührungspunkten belassen und schnell mal in meine Vans schlüpfen. Aber das sind ja zumindest für Sie gute News, denn das bedeutet: einer weniger, mit dem Sie um die heißen In-Sneakers konkurrieren müssen…

Streetstyle-Looks

Style-Zoom

Wenn Emily Ratajkowski mit ihrem Hund Gassi geht, dann nicht in irgendeinem Outfit: Ihr Street-Style ist Emily genauso wichtig, wie ihr Red-Carpet-Look. Mit High-Waist-Stoffhose im Boyfriend-Style spaziert das Model lässig und sexy zugleich durch die Straßen von New York City. Kombiniert wird die karierte Hose mit einem Crop-Top und schlichten Sneakern. Bei Emily wirkt selbst die unspektakuläre Shopping-Bag über ihren Schultern als edles Accessoire.
Amber Heard zeigt sich stylischer denn je auf den Straßen von New York City. In einem sexy Leder-Pencil-Skirt und karierter Crop-Bluse mit Puffärmeln stolziert sie selbstbewusst in der Stadt die niemals schläft. Rote Lippen und High-Heels mit V-Ausschnitt runden ihren Streetstyle ab.  
Street-Style auf den Punkt gebracht: Die Models Hannah Ferguson, Ping Hue, Caroline Lowe, Devon Windsor, Shanina Shaik und Nadine Leopold rocken New York Citys' Straßen. Aber ein Zufall ist es nicht, dass die hübschen Frauen top gestylt aufeinander treffen: In der Doku-Serie "Model Squad" haben sich die sechs Topmodels dabei filmen lassen, wie sie zwischen Shootings, Laufsteg-Shows, Sport und Freizeit balancieren und ihre Karriere international voranbringen. Schauen wir uns die Looks der Models einmal genauer an, fällt auf, dass ...
... die Models echte Styling-Queens sind. Hannah Ferguson beispielsweise kleidet sich ihrem Typ entsprechend: Ihr Allover-Look in babyblau lässt ihren hellen Teint strahlen und unterstreicht den insgesamt kühlen Look des Models. Die leicht ausgestellte Satin-Businesshose erhält durch die locker sitzende, transparente Bluse einen casual Touch. Unauffällige Accessoires lassen den Look insgesamt sehr clean wirken. Ganz im Gegensatz zu ihrer Model-Kollegin ...

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